September 13 2017

Hundespielzeug selber machen

Das Blöde an Hundespielzeug ist, dass es oft aus Plastik ist, Weichmacher oder anderen Blödsinn enthält oder auch einfach nur teuer ist und vielleicht irgendwann als Müll im Ozean treibt. Deshalb habe ich mir überlegt, wie ich Hundespielzeug selber machen kann und bin ziemlich schnell aufs Filzen gekommen. Wolle ist gefilzt megahaltbar.

Hier kommen deshalb jetzt ein paar Beispiele, was man aus Wolle so alles machen kann.

Welches Spielzeug fällt Dir als erstes ein, wenn du an einen Hund denkst? Jepp. Ein Ball. Tennisbälle sind Mist, weil sie Sachen wie Glasfasern enthalten, die die Zähne kaputtmachen. Außerdem kann der Hund den Ball zerfetzen und frißt dann vielleicht das Plastik im Inneren. Deshalb sind gefilzte Bälle toll! Die sind aus reiner Schurwolle und ziemlich unverwüstlich – man kann sie sogar waschen. Wie ich die Bälle hier oben auf dem ersten Bild gefilzt habe, seht Ihr in diesem Youtube Video. Ihr braucht dafür nur Schafwolle (vielleicht gibts bei Euch einen Schäfer in der Nähe, der die sogar kostenlos abgibt), Seife und warmes Wasser. Ich habe Kammzüge genommen, die ich da habe und die nach Öko-Tex Standard gefärbt wurden. Solche Kammzüge bekommt Ihr auch bei mir im Shop.

Als Zweites fällt mir ein Beißring ein – der hier ist zugegebenermaßen nicht ganz was geworden, weil er in der WaMa auseinandergegangen ist, aber er ist immer noch brauchbar. Ich hatte auch schon erfolgreich einen gefilzt, der ist gerade aushäusig in Gebrauch. Dafür nehmt Ihr mindestens drei Stränge Kammzug in ausreichender Länge (das Ganze schrumpft beim Filzen ganz schön, ca. um 1/3) und wickelt die zu einem „Seil“, am besten alle drei ein bißchen versetzt. Die Enden legt Ihr dann zum Ring und dreht die mit ein (das hab ich diesmal anscheinend nicht ganz ordentlich gemacht *hust*). Das Ganze wird dann mit Wollgarn aus reiner Schurwolle (kein Superwashzeugs!) fest umwickelt, damit es hält, bis es filzt. Willkommen beim Kasus Knacksus, der hier nicht ganz funktioniert hat. Auch der Beißring-to-be kommt zu den Bällen in die Waschmaschine.

Aus drei Strängen Kammzugwolle (ca. je 1 Meter oder etwas weniger) kannst du auch ein Ziehseil machen. Einfach die drei Stränge oben fest zusammenknoten, dann einen Zopf flechten und unten wieder einen festen Knoten machen. Und ab zu den anderen Sachen in die WaMa. Wenn Du keine Lust zum Filzen mit Kammzügen hast, hier noch eine andere Idee: Strickfilzen oder Häkelfilzen. Dafür nimmst du dir einfach Wollgarn, das filzt (also reine Schurwolle, die nicht Superwash ist) und strickst oder häkelst ein Irgendwas, was deinem Tier vielleicht gefällt. Ich habe hier einfach eine Wurst gehäkelt, wie eine Socke ohne Ferse. Vor dem Verschließen des Teils oben habe ich dann einfach ein altes T-Shirt genommen, was ich davon brauchte zusammengerollt (der untere Teil hat gereicht) und in die Wurst gestopft. Das kam dann – wie sollte es anders sein – mit den anderen Sachen in die WaMa.

Noch 3 Tennisbälle für die Reibung dazu (es geht auch mit alten Frotteehandtüchern), und dann bei 60° Vollwaschgang ganz normal mit Vollwaschmittel waschen. Die Ergebnisse seht Ihr oben im ersten Bild und auch in diesem Youtube Video.

Sicher habt Ihr auch noch eigene Ideen, was man machen kann. Für Hunde sind gefilzte Sachen jedenfalls super geeignet, gerade wenn man keinen Bock auf Plastik hat. Und wenn Ihr was füllen wollt, dann nehmt einfach Stoffreste aus Naturstoffen wie Baumwolle, Leinen oder Wolle, z.B. alte T-Shirts oder ausrangierte Jeans dafür.

September 5 2017

So geht das mit den Säurefarben!

Färben ist ja so kompliziert, haben sie gesagt. Macht so viel Dreck und Arbeit, meinen sie. Dabei stimmt das gar nicht! Es ist total easy, wenn man das richtige Material hat. Es gibt ja eine Menge Möglichkeiten, wie man mit Säurefarben färben kann, z.B. im Backofen oder in der Microwelle, aber ich färbe immer im Topf. Weil ich das am einfachsten finde und ich da auch richtige Mengen färben kann nicht immer nur so Kleinkram.

Wenn du färben willst, brauchst du:

  • Einen Topf, möglichst groß, mit viel Bodenfläche, z.B. einen Einmachtopf
  • Säurefarben, ich nehme die von Ashford
  • Essig, klarer Haushaltsessig, z.B. Branntweinessig von ALDI
  • Schüsseln zum Einweichen der Wolle
  • Gläser zum Mischen der Farben
  • Löffel zum Mischen der Farben und zum „Wolle schieben“
  • Eine ca. 100 ml Spritze (ohne Nadel), wie man sie z.B. bei Amazon bekommt
  • Handschuhe: Einweghandschuhe zum Arbeiten mit den Farben und mit der Wolle, und vorzugsweise robuste Haushaltshandschuhe, die Hitze abkönnen, z.B. „Der Robuste“ von Vileda.
  • Ach ja, und Wolle. Kammzugwolle, Vlies oder auch Wollgarn. Wie du magst. Ich nehme Kammzüge.
  1. Wolle zopfen
    Bevor ich mit dem Färben anfange, nehme ich mir meinen Kammzug und mache daraus einen Zopf. Also wie beim Luftmaschenhäkeln.
    Wichtig ist, dass das ganz locker gezopft wird, weil alle zusammengequetschten Stellen am Ende möglicherweise weiß bleiben, also immer schön locker bleiben, dann kommt da auch Farbe dran.
  2. Wolle einweichen
    Damit die Wolle Farbe annehmen kann, muss sie naß sein. Also richtig naß, nicht nur einmal übergossen oder so. Dafür muss sie ordentlich einweichen. Bevor du die Wolle ins Wasser stukst, mach einen Tropfen Spülmittel ins Wasser, das bricht die Oberflächenspannung des Wassers und die Wolle wird besser durchtränkt. Lass sie ruhig mindestens 20 Minuten schwimmen und drück sie immer mal wieder mit beiden Händen unter Wasser, bis keine Luftblasen mehr herauskommen. Luft in der Wolle bleibt nämlich am Ende auch weiß.
  3. Farben mischen
    Während die Wolle Wasser zieht, kannst du schon mal die Farben mischen. Dafür nehme ich Marmeladengläser (300 ml) und so einen kleinen Coctaillöffel, ein normaler Teelöffel geht aber auch. Für die Farbe, die du haben willst, brauchst du für ein Glas ca. einen halben Teelöffel von der Ashford Farbe. Mein Cocktaillöffel gibt das ungefähr her. Die Farbe kommt jetzt ins Glas und wird mit ganz wenig warmem Wasser gemischt, damit sie sich löst. Du kannst frei nach Kreativität mischen, hier auf den Bildern ist Gelb mit einem Hauch Rot, damit es nicht ganz so Gelb wird am Ende sondern mit einem Hauch Orange. Seht Ihr ja dann. Hat sich die Farbe (einigermaßen) im Wasser gelöst, gebe ich ca. 2 Finger breit Essig dazu und rühre weiter. Und dann wird das ganze Glas einfach mit warmem Wasser aufgefüllt. Das mache ich in vier Farben, und wie gesagt, die kann man mischen, um noch viel mehr Farbtöne zu bekommen als es fertig schon gibt. Das Rot ist z.B. aus einer Hälfte Rot und einer Hälfte Pink mit einem halben Esslöffel schon vorgemischtem (also flüssigem) Navyblau. Man kann sich da richtig gut auskeksen mit den Farben.

    4. Wolle auslegen
    Jetzt wird erstmal die eingeweichte Wolle ausgedrückt. Dafür ziehe ich mir die Einmalhandschuhe an, weil meine rauhen Hände dann nicht an die Wolle kommen und die Handschuhe auch keine Noppen haben, die die Fasern auseinanderfusseln würden. (Falls jemand noch ne andere Idee hat für Handschuhe ohne Noppen, dann her damit, ich verwende nur sehr ungerne Wegwerfzeugs). Die gezopfte Wolle lege ich spiralförmig auf dem Boden meines großen Einmachtopfs aus (hier auf dem Bild seht Ihr 400 g, das sind 2 Zöpfe à 200 g zusammen).

    5. Jetzt kommt die Farbe drauf
    Die Farbe ziehe ich in die Spritze und „male“ mir damit mein Bild auf die ausgelegte Wolle. Für meine 400 g verwende ich die Hälfte aus jedem Glas (die zweite Hälfte nehme ich dann für die nächsten 400 g). Sobald die Farbe auf der Wolle ist, mußt du sie gut in die Wolle eindrücken. Auf keinen Fall reiben, damit zermatscht du nur die Wolle. Drücken sorgt dafür, dass die farbige Flüssigkeit besser verteilt wird. Guck auch die Unterseite an, die muss auch voll farbig sein – da ist weiter unten auf dem Bild noch einiges an Drückarbeit zu tun.

    6. Mehr Flüssigkeit zugeben
    Ist die Farbe einigermaßen eingedrückt (ganz wirst du es wohl noch nicht hinbekommen haben), kommt jetzt noch Essigwasser obendrauf, damit die Wolle auch wirklich überall Farbe bekommt. Dafür nimmst du dir ca. 8 Teile warmes bis heißes Wasser und ca. 2 Teile Essig (also z.B. in einem Meßbecher 800 ml Wasser und 200 ml Essig – bitte pi mal Daumen, ich messe das nicht ab, ist nur so n Annäherungswert) und gießt das langsam und auch nicht alles auf einmal auf die Wolle. Fang an den Stellen mit den hellen Farben an, wenn die ein bißchen verschwimmen ist das nicht so schlimm. Dabei immer weiter schön die Wolle drücken, damit alle weißen Stellen verschwinden (auch auf der Unterseite gucken!). Nach und nach auch die dunkleren Farben etwas mehr anfeuchten, aber achte darauf, nicht zu viel Wasser zu nehmen, damit dir die dunklen Farben nicht in die Hellen laufen und die dann verschwinden. Du musst nicht den ganzen Liter Essigwasser verwenden, nur soviel wie nötig, damit sich die ganze Farbe verteilt.

    7. Und jetzt Dampf drunter machen
    Jetzt gibt dem Topf auf dem Herd volle Kanne Hitze und mach den Deckel auf den Topf. Keine Angst, die Wolle verbrennt nicht, die ist ja auch naß. Nach ca. 20 Minuten solltest du schon mal gucken, wie weit deine Färberei ist. Es wird aber nicht gerührt oder das Ganze sonstwie bewegt! Nimm dir einen Esslöffel und schieb die Wolle an einer Stelle etwas vom Rand weg. Wahrscheinlich sind die hellen Farben schon völlig absorbiert worden, aber die dunklen Farben brauchen in der Regel länger. An den Stellen ist das Wasser sicher noch voller Farbe. Wenn das so ist, kannst du mehr Essigwasser dazugeben, am besten direkt auf die Stellen, wo das Wasser noch voller Farbe ist. Dann kommt der Deckel wieder drauf und du wartest nochmal ca. 10 Minuten. Alles in allem dauert es ungefähr eine halbe Stunde, bis die ganze Farbe absorbiert ist. Wenn dann irgendwo noch Farbe im Wasser ist, kipp nochmal einen ganzen Liter Wasser drauf (jetzt brauchst du nicht mehr darauf zu achten, auf welche Farbe du es gießt), und bei Bedarf auch einfach noch mehr Essig. Essig schadet der Wolle nicht, also keine Scheu.

    8. Alles klar? Dann ist alles klar!
    Wenn die Wolle die ganze Farbe absorbiert hat und das Wasser klar ist wie auf dem Foto (und nicht vorher!), kann sie raus aus dem Topf und schwimmen gehen. Raus aus dem heißen Topf geht am besten mit den hitzebeständigen Handschuhen, aber achte darauf, dass dir kein kochend heißes Wasser an den Handschuhen entlang auf die Arme läuft. Das tut nämlich scheiße weh. Und nicht so viel an der Wolle rubbeln, die ist sonst nicht mehr schön. Hau die Wolle in eine Schüssel zum Zwischenparken. Ich mache immer Wasser in die Badewanne, da kann die Wolle dann ein kurzes Bad nehmen. Eigentlich ziehe ich die Zöpfe nur einmal kurz durchs Wasser, damit der Essiggeruch rausgeht und ich sicher sein kann, dass keine Farbe „ausblutet“. Wenn dem so ist, ist die Wolle noch nicht fertig gefärbt und muss wieder zurück in den Topf zum Kollegen „Mehr-Essig“. Aber wenn es so aussieht, wie hier auf dem Bild, dann kommt sie raus und wird ausgedrückt (dann wieder mit den Einweghandschuhen an).

    9. Ausbreiten zum Trocknen
    Wenn die Zöpfe gut ausgedrückt sind und nicht mehr so viel Wasser enthalten, kommen sie „auf die Leine“. Dafür werden jetzt endlich die Zöpfe wieder entflochten (sonst trocknet das nicht so gut). Die gefärbten Kammzüge lege ich dann vorzugsweise auf einen Wäscheständer, weil sich so – im Gegensatz zu hängenden Kammzügen – kein Wasser unten in der Wolle sammeln kann und alles schneller trocknet. Und das wars. Gar nicht so schwer oder?

    10. Wenn was übrig bleibt
    Hast du noch Farbe übrig, vielleicht sogar mehrere? Kein Problem! Farben kannst du in zugeschraubten Gläsern ewig aufheben. Hast Du Reste ähnlicher Farben (z.B. Blau und Grün oder Lila und Rot), kannst du die auch gleich zusammenkippen und bekommst so ein Glas mit einer neuen Mischfarbe. Und auch die kannst du bis zu deiner nächsten Färbeaktion aufheben.

August 18 2017

Häkeln wir mal ein Hundekissen

Seit der TdF bin ich fleißig mit Stashabbau beschäftigt, weil es ja immer schneller geht zu spinnen als den Kram dann am Ende auch zu verwursten. Die riesigen Berge Garn, die hier rumliegen, haben mich alle Spinnradbremsen ziehen lassen, die ich hab, und seitdem wird gestrickt, gehäkelt und demnächst auch wieder gewebt. Würde ich jetzt noch weiter spinnen, kämen mir aus allen Schränken die Garne entgegen und ich würde aller Wahrscheinlichkeit nach den Im-Garn-ersoffen-Tod erleiden. Also ran an die Nadeln. Was geht schnell? Womit bekommt man richtig Garn weggeschafft? Richtig: Mit einem Hundekissen.

Zuerst wird das Garn in zwei gleichschwere Knäule geteilt, damit genug für zwei gleichgroße Kreise da ist. Dann häkeln wir mit fettem Garn und Häkelnadelstärke 12 einen Kreis, aber nicht Reihe für Reihe sondern spiralförmig (keine nächste Reihe ansetzen). Das geht ganz flott, wenn man Stäbchen häkelt. Und dann braucht man natürlich einen zweiten Kreis in der gleichen Größe. Wie groß, das hängt vom Hund ab. Es sollte aber etwas größer werden, als es am Ende sein soll, weil wir den ganzen „Bezug“ dann nämlich in der Waschmaschine noch filzen (sonst wär der ja nach den ersten zwei Pfotenbesuchen und ein bißchen Reinbeißen gleich kaputt). Man kann das Teil auch oval machen, dann fängt man halt nicht mit einem Kreis sondern mit einer Reihe an – kann ja jeder machen, wie er will, das hier ist eh nur ein Prototyp sozusagen. Der erste Versuch.

Anyway, wenn beide Kreise die gewünschte Größe haben, legt man irgendwas dazwischen (kleines Handtuch, Tennisbälle o.ä., damit es auch innen filzt aber nicht zusammenpappst), und häkelt die beiden Kreise zusammen. Zum Heften habe ich bei der Größe einfach Nadelspiele genommen, normale Heftnadeln wären für sowas ja viel zu winzig. Ach ja, eine Öffnung muss man schon lassen, damit man den Inhalt wieder rausbekommt und das Ganze zum Schluss noch ausstopfen kann. Hat man die vergessen, kann man am Rand auch einfach wieder ein Stück aufschneiden.  Läßt man die Öffnung, sollte die mit einer großen Sicherheitsnadel verschlossen werden, dann kommt das Ding in die Waschmaschine bei 60° Normalprogramm.

Wenn der Waschgang fertig ist, bekommt man ein gefilztes Kissen, das dann nur noch z.B. mit Rohwollresten gefüllt werden muss. Öffnung zunähen und – zack – Hundekissen fertig. Jetzt fehlt nur noch der Hund.

Mai 16 2017

Der Kardierpunk spuckt Marmorbatts

Tja, was macht man mit dem ganzen Haufen Reststückchen aus Kammzügen, die man nicht verkaufen kann, weil es unschöne Endstücke oder nur noch weniger als 100 g einer Charge sind? Genau: Die werden erstmal gesammelt. Im Flinkhand Shop hab ich dafür ne große Tüte, da stopf ich alles rein, was Rest ist, und irgendwann platzt die Tüte dann aus allen Nähten. Dann weiß ich, es ist wieder so weit. Ich habe keine Ahnung, wie viel es genau ist – habs jetzt auch nicht gewogen, aber drei Kilo kommen da bestimmt zusammen, wenn nicht noch mehr. Beim letzten Verwursten hab ich einfach alles in Stückchen gerissen und wild durcheinander kardiert – daraus ist dann auch die Trapezjacke entstanden – aber davon hab ich immer noch Garnreserven übrig, da brauch ich wirlich nicht noch mehr von. Deshalb greift jetzt Plan B: Bißchen vorsortieren.

Also habe ich die bunten von den naturfarbenen Kammzügen getrennt (die Guten ins Kardiertier, die „Schlechten“ sind erstmal nur bunt und warten noch auf den jüngsten Kreativtag). Die Naturfarben hab ich also an meinen Kardierpunk verfüttert (siehe Foto rechts oben), und der hat mir dafür richtig geile Marmorbatts ausgespuckt. Der Kardierpunk heißt seit heute so, weil – na guckt Euch das Bild doch an!

OK, da ist jetzt alles Mögliche drin in den Marmorbatts, von Whitefaced Woodland über BFL mit Seide, deutsche Merino und Cheviot und was weiß denn ich, also die ganze Querdurchdengemüsegartenpalette. Sogar Alapaka. Ich hab mich bemüht, die Dinger möglichst weiß mit einem Hauch von allem anderen zu gestalten, damit aus den Resten was Edles wird. Wie Marmor eben.

Und weil das Auge ja mit kardiert, hab ich immer außen die Mischungsreste – also so Zeugs mit Seide oder Tencel drin – platziert. Weil dis so schön glänzt 🙂 Und jetzt sehen die Batts aus wie gerollter Marmor. Jetzt kann ich nur hoffen, dass das beim Spinnen nicht so furchtbar verpampst. Geplant sind nämlich leichte naturfarbener Akzente im ansonsten eher wollweißen Garn. Aber wer weiß schon, was dabei herauskommt, solange er es nicht probiert hat. Also, demnächst in diesem Theater: Mal gucken was das Spinnrad daraus macht.

Mai 9 2017

Mission Monsterkorb

Das Gute an so einem Monstertruck wie dem Minstrel Great Jumbo Flyer Aufsatz ist ja, dass man monstermäßig fettes Garn in nullkommanix spinnen kann für irgendwelche größeren Sachen. Denn merke: Wer fett spinnt, wird schnell fertig. Mit Spinnen und mit den Dingen, die danach kommen mögen.

Nun gibt es ja Leute, die kaufen sich irgendwelche Fasern, befinden die dann nicht für halsweich genug und dann landet das ganze Kilo Irgendwas-Unflauschiges ganz unten im Stash. Weil man ja spinnt, um sich danach einen Cowl zu stricken oder Socken oder vielleicht auch mal einen Kuschelpulli. Aber wenns kratzt, fliegts in die Ecke.

Ich finde das ja schade, denn es gibt doch soooooo eine große Menge *mit ausgebreiteten Armen die Spannweite zeich* an Dingen, die man außerhalb des Kuschelflausch-Areals anstellen kann, wenn man ein bißchen Phantasie entwickelt oder lange genug Zeitschriften und Onlineplattformen nach Ideen durchwühlt.  Irgendwas findet sich immer. Ich habe jedenfalls letztens was zum Thema Körbe häkeln aus Textilgarn gefunden, was ich ganz interessant fand, wenn man mal das Textilgarn weglässt. Schließlich produzieren wir unser Zeugs selbst, hab ich mir gedacht. Und die blöde IKEA Tasche voller Garne im Arbeitszimmer ging mir ja auch schon ne Weile auf den Keks.

Also habe ich den Monstertruck angeworfen und an zwei Tagen ca. 1,6 kg Wolle versponnen und gezwirnt wie so ne Große. Da holt man sich beim Zwirnen am Ende, wenn die 700 g Spule voller wird, ganz schöne Wadenmuskeln, das kann ich Euch sagen. Aber der Plan sah vor, einen Monsterkorb zu häkeln, und dafür braucht man ja ne Menge Material.

Mit einem 6er Häkelhaken habe ich dann in einem Stich, von dem ich dachte, es wäre vielleicht ein halbes Stäbchen, mit einem flachen Kreis angefangen, was super ging. Ich hab mich da ans Nadelbinden gehalten, wo man einfach Maschen zunimmt, wenn man meint, dass es passt, und das klappt auch beim Häkeln. Dass mein Stich kein halbes Stäbchen war, ist mir aufgefallen, als ich schon ca. 800 g Garn verhäkelt hatte und das Ganze auch langsam Gestalt annahm. Um die 45 cm Durchmesser und schon 15 cm hochgehäkelt, als ich feststellte (man liest die „Gebrauchsanweisung“ bzw. das Häkelbuch ja immer erst hinterher), dass es „meinen“ Stich gar nicht gibt.

Was ich da gemacht habe, war ein Stäbchen aber ohne den Faden einmal um den Haken zu schlingen sondern irgendwie anders. Verratet das aber niemandem, alle denken ja immer, ich würde mich mit allem auskennen, was ich so mache. Dass das nicht stimmt, muss nun wirklich keiner wissen.

Anyway, für die Hände gabs dann auf jeder Seite noch einen Luftmaschenschlitz zum Hochhebenkönnen (und noch einen kleinen Korb dazu, den Ihr hier nicht seht), und dann ging das Riesenbaby mit drei Tennisbällen zusammen in die Waschmaschine bei 60° Grad. Die Tennisbälle hab ich nur zum Filzen, nicht etwa zum Tennisspielen. Das ist auch sowas, was ich gar nicht kann.

Und siehe da, nach dem Waschmaschinenfilzen (und dem Rauspopeln der ganzen sich selbständig gelösten und überall rumschwirrenden Faserreste aus der Waschmaschine), hatte ich einen Korb mit etwas über 40 cm Durchmesser. OK, wenn er leer ist, läßt er sich ein bißchen hängen, aber vollgestopft mit Wolle macht der ne gute Figur. Jedenfalls besser als die IKEA Tasche.

Was ich eigentlich sagen will ist: Man kann auch auch unkuscheligen Fasern geile Sachen machen, wenn man will. Mission Monsterkorb erfüllt.

Mai 2 2017

Zeugs ins Wollgarn reinfriemeln

Ich hatte mir anno Tuck mal im Urlaub ein paar Armbänder mit bunten Holzperlen gekauft. Nicht weil ich die Armbänder schön fand sondern wegen der Perlen. Die waren von Anfang an dazu verdammt, in irgendein Garn zu wandern. Wer braucht auch schon Holzperlenarmbänder? Ich jedenfalls nicht.

Und da lagen sie nun, die Armbänder. Monatelang in einer Schublade in geduldiger Erwartung einer Eingebung, die dann auch in Form von Sandrine kam: „Laßt die Perlen tanzen!“ meinte sie auf Facebook und hatte auch schon allen möglichen Muschelkram und sowas für die Aktion parat.  Also wurde es Zeit, die Armbänder auseinanderzuschnippeln und die Perlen in eine Schüssel zu werfen.

Und dann kam der langweilige Teil: Perlen auf Faserstückchen auffädeln. In der Schüssel sah es gar nicht nach so vielen Perlen aus, aber holla! Wenn man jede Einzelne auffädeln muss, geht das ganz schön an den Geduldsfaden (was auch der Grund dafür ist, dass immer noch total viele Perlen übrig sind). Wie man die Perlen auf die Fasern bekommt? Mit einer Nadel, an die man einen Faden geknotet hat (beide Enden des Fadens zusammengeknotet). Dann legt man die Faser durch die Schlaufe des Fadens und benutzt den sozusagen als Einfädler. Und das dauert!

Aber als es dann endlich losging, wars eigentlich ganz einfach. Erstmal ein Spinnrad mit Megaeinzugsloch ausgraben, von denen ich ja mehrere hab. Nach Inspektion der verfügbaren Übersetzungen habe ich mich am Ende für das Lendrum entschieden, weil ich da eine relativ hohe Übersetzung trotz Jumbo auswählen kann. Der Rest war einfach: einen Faden spinnen, in den man ab und zu so einen Faserpuschel mit Perle drin zufüttert. Bevor ich an das Ende wieder neue Fasern angesetzt hab, habe ich da, wo die Perle im Garn ist, immer einen Knoten gemacht, damit die nicht abhaut oder rumbammelt oder sonstwas anstellt. Beim Reinziehn gabs jedesmal fröhliches Geklapper, und ein paar von den großen Stückchen musste ich schon mal durch den Sliding Hook Ring quetschen, weil die so unförmig sind.

Nachdem alle Perlen durch waren, hab ich flux noch eine zweite Spule mit Faden ohne Perlen drin gesponnen und schon konnte ich die beiden miteinander verzwirnen. Genug Drall hat das Ganze auch, ohne dass ich mir einen Abstrampeln musste. Auf der Spule sieht das noch nach voll vielen Perlen aus, aber im Garnstrang verteilen die sich schon etwas besser im Gewühl.

Und bevor jetzt die obligatorische „Watt machste denn jetzt damit“ Frage kommt: Ganz ehrlich? Ich habe keinen blassen Schimmer. Irgendwas wirds schon werden. Schließlich lagen die Armbänder ja auch erstmal ne Weile auf Eis. Mir fällt bestimmt was dazu ein, gar keine Frage. Nur eben noch nicht heute.

März 29 2017

Saisonbeginn – ab ins Bunte

Gestern war es endlich endlich endlich mal sonnig und warm hier in Berlin. Sonst bekommt ja nur der Westen der Republik mal Färbewetter und wir hocken hier mit Ostwind im Regen rum. Jedenfalls bis vorgestern. Aber gestern wars dann so weit: Färbetopfsaisoneröffnung! Wenn das Wetter stimmt, stimmen am Ende auch die Farben (alte Wollunkenweisheit).

Unter dem Motto „Müdigkeit war gestern“ bin ich gleich rein in die Färbeküche und los gings mit den ersten Kammzügen der Saison. Bunt muss es werden. Ich hatte sogar noch vorgemischte Reste von der letzten Saison, aber die Ashford Farben halten sich ja ewig und drei Tage, wenn man die Gläser richtig zuschraubt. Also los gings. Ich mach ja immer 2 x 200 g in einen Topf mit der ersten Hälfte der gemischten Farben und dann nochmal 2 x 200 g mit der zweiten Hälfte der gleichen Farben. Ergibt nach olle Adam dem Riesigen 4 x 200 g einer Sorte aus einem Topf. Mit 800 g einer Sorte kann man dann auch schon richtig was anfangen.

Diesmal war Falklandwolle dran, die mag ich gern zum Färben und zum Spinnen. Nettes Zeug, nimmt die Farben gut an und fühlt sich gut an zwischen den Fingern. Falklandwolle ist übrigens ein Mix von den Falklandinseln, das ist ne Mischung aus Merino, Polwarth (auch ne Mischung aus Merino aber mit Lincoln drin) und auch Corriedale ist dabei. Wobei Corriedale ja auch wieder nur n Mix aus Merino, Lincoln und evt. Leicester ist. Das ist also Falkland. Der beste Grund für Falkland ist aber, dass die da unten keinerlei Chemie in die Böden oder in die Viecher pumpen, also hat Falkland sozusagen von Natur aus ein Bio-Siegel. Das nur am Rand, um zu zeigen, dass ich auch mal n Buch gelesen hab. In diesem Fall ist das Buch „The Fleece and Fiber Source Book“ (amazon Link).

Und weil alles, was mit Liebe und Sonne gemacht ist, richtig geiler Scheiß wird, sind mir die ersten 1,6 kg auch supergut gelungen. Ich will die ja immer gar nicht verkaufen sondern am liebsten alle behalten, aber ich muss ja auch mal was essen. Also gibts die jetzt hier (Shoplink), bis sie alle sind.

Und dann wach ich heute auf und stelle fest, dass es das mit dem Frühling fürs Erste schon mal war. Regenwetter. Menno. Aber ich bin ja flexibel. Wenn das Wetter schon unter aller Kanone ist, kann ich wenigstens ein paar Batts (Shoplink) kurbeln. Hab ich dann auch gemacht. Richtig schöne, mit Seide und Bambus und so. Jeweils drei von einer Sorte. Und jetzt ist schon wieder abend, mir tut der Rücken weh, und ich merke meine Beine, aber ich habe schon einen granatenstarken Job. Muß ich ja mal sagen. Ich muss nur ganz doll aufpassen, dass ich die ganzen schönen Sachen nicht einfach behalte -,-

 

März 27 2017

Blendingboard Gefummel

Ich hatte mal wieder Bock auf Fasermalen und Resteverwursten. Also hab ich mein Blending Board (Shoplink) rausgekramt und angefangen. Alles was gerade greifbar war, Merino im Kammzug, Seide, Bahmbusfaser, immer rauf aufs Board. Eine Lage aufbringen und dann fleißig mit der Bürste reinkratzen, krch krch krch. Je bunter je bessser.

Mit der Methode kann man super alle möglichen Reste zu was Schönem zusammenpantschen, es kommt eigentlich immer geiler Scheiß dabei raus, egal was man nimmt. Der einzige Hintergedanke, den man haben sollte, ist der nach der halsweich-Frage. Also wenn es eine relativ kleine Menge werden soll, dann wird aus dem Garn ja meist später ein Cowl oder ein Tuch oder so. Und dann ist es gut, wenn nicht so viel robustes Zeug dabei ist, damits am Hals eben nicht kratzt. Ansonsten kann man hier seiner Fantasie oder seinem Restebestand freien Lauf lassen. Wie man mit dem Blending Board rumwurschtelt, hab ich auch schon mal auf Video festgehalten.

Das Ergebnis sind Rolags, das sind so dünne Faserröllchen, die man dann einfach an einem Ende packt und wegspinnt, wie sie gerade kommen. Also eigentlich keine Hexerei. Ich hab da auch schon mal ein Youtube Video zu gemacht, weil der ein oder andere denkt, man müßte da irgendwas anders machen als sonst. Muss man aber nicht. Läuft genauso wie alles andere auch ins Rad. Klar, die Rolags eignen sich auch prima für den langen Auszug, aber es geht genauso gut auch im Kurzen – kann also jeder so machen, wie er mag oder es am besten kann.

Ich hab wegen der Seide, die da unter anderem auch drin ist, ziemlich dünn ausgesponnen und dann – weils mir dann doch einen Tick zu dünn war *hüstel* – am Ende navajogezwirnt, auch wegen der Farbwechsel. Weil ja nur Kammzüge auf dem Board sind und die auch noch beim Abnehmen alle in eine Richtung gezogen werden, gibts beim dünn Spinnen auch so gut wie keine Knubbel, das geht ganz gut.

Das Ergebnis ist nicht schlecht, alles hab ich jetzt noch nicht gemessen, aber der erste Strang wiegt 78 g und hat eine Lauflänge von 200 m. Nur mal so als Hausnummer. Ab und zu braucht Frau halt mal was Buntes für die Seele, und da isses. Fazit zum Blending Board: Es ist ne Spielerei, die aber jede Menge Spaß macht und nicht nur zur Resteverwertung von in Ecken versteckten Fasern gut ist. Man kann alles Mögliche damit zusammenmixen.

März 19 2017

Wie Monster-Truck fahren

Endlich ist er da, der Great Jumbo Flyer für das Kromski Minstrel (Shop Link)! Lange genug drauf gewartet hab ich ja. Der sollte eigentlich im Januar kommen, aber dann gab es Probleme bei der Produktion, eine der Maschinen war defekt und musste repariert werden, wie das eben immer so ist, und ich war hier am zappeln. Aber diese Woche kam die Lieferung von Kromski endlich, und die Great Jumbos waren dabei.

Klar, ich musste ihn einfach sofort ausprobieren, sobald etwas Zeit dafür war. Also habe ich mir am Freitag nachmittag ein Kilo polnische Merino geschnappt und den Great Jumbo auf mein Minstrel montiert (Youtube Link).

Also das Minstrel an sich ist ja so ne zweifädige Gazelle mit ganz schön Bums, also ein Rad mit ordentlicher Übersetzung und flottem Drall auch zum dünn Spinnen. Da ist der Great Jumbo Aufsatz schon ne ganz andere Hausnummer.

Man kann den Great Jumbo sowohl einfädig mit Spulbremse als auch zweifädig bespinnen, was mich schon sehr wundert, weil normalerweise alle Räder mit richtig großen Spulen flügelgebremst sind. Das ist hier aber nicht der Fall. Ich Weichei habe gleich auf Spulbremse umgestellt, weil mir die Physik – was genau in der Physik weiß ich nicht, ich war in dem Fach immer ne Niete – also die Physik sagt mir, dass ein schwerer Flügel mit viel Wolle drauf, auch ne stabile fette Bremse braucht, weil da ganz viel Masse in Schwung gebracht wird oder so. Also bin ich auf einfädigen Betrieb mit Spulbremse gegangen.

Und los gings! Was für eine Umstellung! Das Ganze hat was von Monster-Truck fahren, wie Ihr in meinem Ich-fang-jetzt-an Video (Youtube Link) sehen könnt. Da muss man sich erstmal dran gewöhnen mit der popeligen Übersetzung von 4,8/1. Das ist als wenn man von einem Nissan Micra auf einen Monstertruck umsteigt. Aber dafür bekommt man da auch richtig fettes Garn bei raus. Hammer!

Nachdem ich den Bogen raus hatte, wurde das Spinnen richtig witzig, und ich hab innerhalb von drei Stunden 500 g Wolle auf die Spule gehauen (Youtube Link mit voller Spule). Und abends dann das Gleiche nochmal. Wenn man dünner spinnt, passen laut Hersteller sogar 700 g Wolle auf eine Spule, das glaube ich ungesehen. Aber ich habe ja auf voll fett gesetzt, da reichen 500 g locker aus. Das Trampeln wird am Ende auch etwas schwerer, is ja klar, bei der Masse.

Am nächsten Tag habe ich innerhalb von 3 Stunden das ganze Kilo verzwirnt (Youtube Link). Auch beim Zwirnen trampelte es sich bei fast voller Spule ein bißchen schwerer als bei leerer Spule, ist auch logisch. Aber es ging.

Und da ist er jetzt, mein Riesenhaufen voll fettes Garn. Drei WPI, der absolute Wahnsinn! Zum Weben bestimmt der Kracher, aber auch ne Strickjacke hab ich jetzt im Hinterkopf. Und wie immer weiß ich eben einfach noch nicht, was ich mit dem Monster-Truck-Garn anstellen werde. Im Moment hängt es frisch gebadet zum Trocknen auf der Stange, und dann werde ich es erst mal lieb haben.

März 14 2017

Buchtipp: Yarn-i-tec-ture

Yarn-i-tec-ture (verlinkt zu Amazon) ist ein sehr gelungenes Buch in englischer Sprache, das sich an Spinner richtet, die für ein bestimmtes Strickprojekt spinnen möchten. Also für die, die schon eine konkrete Idee haben, wie das Endergebnis aussehen soll. Jillian Moreno zeigt anhand vieler Beispiele, welchen Unterschied es macht, ob man im langen oder kurzen Auszug spinnt, welche Ergebnisse welche Fasern produzieren, wie unterschiedlich Garn aus Vlies im Gegensatz zu Kammzugwolle verstrickt aussieht und welche Varianten in Farbe und Haptik die unterschiedlichen Zwirntechniken hervorbringen.

Das Buch ist voller Beispiele, wie unterschiedlich Garne aus dem gleichen oder auch aus anderem Ausgangsmaterial werden können, je nachdem, wie man sie spinnt, zwirnt und nachbehandelt. Kleine gestrickte Quadrate zeigen hier immer wieder die Unterschiede im Endergebnis. Wie man genau das Wunschgarn bekommt, das einem für die neue Lieblingsjacke vorschwebt, wird hier ausführlich behandelt.

Im Unterschied zu anderen Spinnbüchern wird hier vor allem auf die Ausnutzung des Potentials des Spinnrads, des Faserangebots, der Farben und der Grundtechniken des Spinnens eingegangen, um auf ein bestimmtes Strickprojekt hinzuarbeiten. Statt der in vielen Spinnbüchern sonst üblichen Spinngrundkurs-Kapitel und Abschweifungen in die Welt des Färbens oder der Herstellung von Art Yarns gibt es in diesem Buch 12 Spinn-Strick-Anleitungen. Das ist ein neuer und wie ich finde sehr gelungener Ansatz, dem Spinnen eine konkrete projektbezogene Komponente hinzuzufügen statt einfach nur zu spinnen und „dann schauen wir mal, was daraus wird“.

Wer einigermaßen Englisch kann und seinen Spinn-Wissenschatz bereichern möchte , der sollte auf dieses Buch sein Augenmerk richten.