April 21 2016

Kleiner Buntkoller

klecks4Endlich Sonnäää! *zappel* Wurde ja auch Zeit. Wenn mir die Sonne die Nasenspitze kitzelt, bekomme ich immer Lust zu färben. Also ran an die Färbegläser, Säurefarbe ausgepackt, Wolle gezopft und den Essig rausgekramt. Heute war Merino-Bambus-Tag. Am besten werden die Farben immer mit Musik. Nein, ich bin nicht so ein esoterisches Irgendwas, ich finde nur, dass alles, was mit guter Laune gemacht ist, gleich viel besser wird. Da is Liebe drin, und das sieht man eben. Nicht so wie in der Werbung – die lügen ja meistens, zum Beispiel beim Landliebe Joghurt. Den Maschinen ist es Wurscht, wie das Wetter is oder ob Musik läuft, die rühren den Joghurt immer gleich. Aber wenn man was selbst klecks2macht, dann sieht man am Ergebnis schon, ob das auch Spaß gemacht hat.

Also ich hab jedenfalls heute Kaleidoskope gefärbt. Die heißen so, weils beim In-den-Färbetopf-gucken immer ein bißchen nach Kaleidoskop aussieht. Vor allem, wenn man den Topf dann auch noch dreht, aber das kann ich hier nich zeigen. Ich dreh den Topf auch nur, weil die Heizplatte vom Ceranfeld nicht so groß is wie der Topfboden. Wenn dann auf einer Seite klecks3Hitze fehlt, wird gedreht.

„Und wenn du lange in einen Färbetopf blickst, blickt der Färbetopf auch in dich hinein.“ (frei nach Nietzsche). Und davon bekommt man ein ganz klein bißchen Buntkoller. Wenn man den ganzen Essig-Geruch dazu nimmt, ist das schon fast ein bißchen so wie Drogenkonsum. Aber in lustig und ungefährlich. Ohne Kater.

Inzwischen trocknen 1,6 kg Merino-Bambus Kammzüge auf dem Wäscheständer auf dem Balkon, und ich bin zufrieden. Wenn jetzt noch einer kommen würde zum Küche und Bad putzen, wärs perfekt, aber man kann ja nicht alles haben. Sagt man so. Warum das nicht klecks1geht, hab ich übrigens nie verstanden, und ich bin auch nicht 100% überzeugt, dass das überhaupt stimmt. Wie auch immer, ich muß jetzt noch die Farbkleckse wegwischen und das ganze Rührlöffel und Topf-Zeug wegräumen. Und dann geh ich auch wieder brav an meinem Trapez rumstricken. Und ich muß noch die zweiten 100 g vom Merino-Tencel navajo-zwirnen. Man kommt wirklich zu nix.


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Veröffentlicht21. April 2016 von Wollunke in Kategorie "Farbklecksereien

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