März 19 2017

Wie Monster-Truck fahren

Endlich ist er da, der Great Jumbo Flyer für das Kromski Minstrel (Shop Link)! Lange genug drauf gewartet hab ich ja. Der sollte eigentlich im Januar kommen, aber dann gab es Probleme bei der Produktion, eine der Maschinen war defekt und musste repariert werden, wie das eben immer so ist, und ich war hier am zappeln. Aber diese Woche kam die Lieferung von Kromski endlich, und die Great Jumbos waren dabei.

Klar, ich musste ihn einfach sofort ausprobieren, sobald etwas Zeit dafür war. Also habe ich mir am Freitag nachmittag ein Kilo polnische Merino geschnappt und den Great Jumbo auf mein Minstrel montiert (Youtube Link).

Also das Minstrel an sich ist ja so ne zweifädige Gazelle mit ganz schön Bums, also ein Rad mit ordentlicher Übersetzung und flottem Drall auch zum dünn Spinnen. Da ist der Great Jumbo Aufsatz schon ne ganz andere Hausnummer.

Man kann den Great Jumbo sowohl einfädig mit Spulbremse als auch zweifädig bespinnen, was mich schon sehr wundert, weil normalerweise alle Räder mit richtig großen Spulen flügelgebremst sind. Das ist hier aber nicht der Fall. Ich Weichei habe gleich auf Spulbremse umgestellt, weil mir die Physik – was genau in der Physik weiß ich nicht, ich war in dem Fach immer ne Niete – also die Physik sagt mir, dass ein schwerer Flügel mit viel Wolle drauf, auch ne stabile fette Bremse braucht, weil da ganz viel Masse in Schwung gebracht wird oder so. Also bin ich auf einfädigen Betrieb mit Spulbremse gegangen.

Und los gings! Was für eine Umstellung! Das Ganze hat was von Monster-Truck fahren, wie Ihr in meinem Ich-fang-jetzt-an Video (Youtube Link) sehen könnt. Da muss man sich erstmal dran gewöhnen mit der popeligen Übersetzung von 4,8/1. Das ist als wenn man von einem Nissan Micra auf einen Monstertruck umsteigt. Aber dafür bekommt man da auch richtig fettes Garn bei raus. Hammer!

Nachdem ich den Bogen raus hatte, wurde das Spinnen richtig witzig, und ich hab innerhalb von drei Stunden 500 g Wolle auf die Spule gehauen (Youtube Link mit voller Spule). Und abends dann das Gleiche nochmal. Wenn man dünner spinnt, passen laut Hersteller sogar 700 g Wolle auf eine Spule, das glaube ich ungesehen. Aber ich habe ja auf voll fett gesetzt, da reichen 500 g locker aus. Das Trampeln wird am Ende auch etwas schwerer, is ja klar, bei der Masse.

Am nächsten Tag habe ich innerhalb von 3 Stunden das ganze Kilo verzwirnt (Youtube Link). Auch beim Zwirnen trampelte es sich bei fast voller Spule ein bißchen schwerer als bei leerer Spule, ist auch logisch. Aber es ging.

Und da ist er jetzt, mein Riesenhaufen voll fettes Garn. Drei WPI, der absolute Wahnsinn! Zum Weben bestimmt der Kracher, aber auch ne Strickjacke hab ich jetzt im Hinterkopf. Und wie immer weiß ich eben einfach noch nicht, was ich mit dem Monster-Truck-Garn anstellen werde. Im Moment hängt es frisch gebadet zum Trocknen auf der Stange, und dann werde ich es erst mal lieb haben.



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Veröffentlicht19. März 2017 von Wollunke in Kategorie "Du spinnst ja!

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