Mai 2 2017

Zeugs ins Wollgarn reinfriemeln

Ich hatte mir anno Tuck mal im Urlaub ein paar Armbänder mit bunten Holzperlen gekauft. Nicht weil ich die Armbänder schön fand sondern wegen der Perlen. Die waren von Anfang an dazu verdammt, in irgendein Garn zu wandern. Wer braucht auch schon Holzperlenarmbänder? Ich jedenfalls nicht.

Und da lagen sie nun, die Armbänder. Monatelang in einer Schublade in geduldiger Erwartung einer Eingebung, die dann auch in Form von Sandrine kam: „Laßt die Perlen tanzen!“ meinte sie auf Facebook und hatte auch schon allen möglichen Muschelkram und sowas für die Aktion parat.  Also wurde es Zeit, die Armbänder auseinanderzuschnippeln und die Perlen in eine Schüssel zu werfen.

Und dann kam der langweilige Teil: Perlen auf Faserstückchen auffädeln. In der Schüssel sah es gar nicht nach so vielen Perlen aus, aber holla! Wenn man jede Einzelne auffädeln muss, geht das ganz schön an den Geduldsfaden (was auch der Grund dafür ist, dass immer noch total viele Perlen übrig sind). Wie man die Perlen auf die Fasern bekommt? Mit einer Nadel, an die man einen Faden geknotet hat (beide Enden des Fadens zusammengeknotet). Dann legt man die Faser durch die Schlaufe des Fadens und benutzt den sozusagen als Einfädler. Und das dauert!

Aber als es dann endlich losging, wars eigentlich ganz einfach. Erstmal ein Spinnrad mit Megaeinzugsloch ausgraben, von denen ich ja mehrere hab. Nach Inspektion der verfügbaren Übersetzungen habe ich mich am Ende für das Lendrum entschieden, weil ich da eine relativ hohe Übersetzung trotz Jumbo auswählen kann. Der Rest war einfach: einen Faden spinnen, in den man ab und zu so einen Faserpuschel mit Perle drin zufüttert. Bevor ich an das Ende wieder neue Fasern angesetzt hab, habe ich da, wo die Perle im Garn ist, immer einen Knoten gemacht, damit die nicht abhaut oder rumbammelt oder sonstwas anstellt. Beim Reinziehn gabs jedesmal fröhliches Geklapper, und ein paar von den großen Stückchen musste ich schon mal durch den Sliding Hook Ring quetschen, weil die so unförmig sind.

Nachdem alle Perlen durch waren, hab ich flux noch eine zweite Spule mit Faden ohne Perlen drin gesponnen und schon konnte ich die beiden miteinander verzwirnen. Genug Drall hat das Ganze auch, ohne dass ich mir einen Abstrampeln musste. Auf der Spule sieht das noch nach voll vielen Perlen aus, aber im Garnstrang verteilen die sich schon etwas besser im Gewühl.

Und bevor jetzt die obligatorische „Watt machste denn jetzt damit“ Frage kommt: Ganz ehrlich? Ich habe keinen blassen Schimmer. Irgendwas wirds schon werden. Schließlich lagen die Armbänder ja auch erstmal ne Weile auf Eis. Mir fällt bestimmt was dazu ein, gar keine Frage. Nur eben noch nicht heute.



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Veröffentlicht2. Mai 2017 von Wollunke in Kategorie "Du spinnst ja!

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