Mai 9 2017

Mission Monsterkorb

Das Gute an so einem Monstertruck wie dem Minstrel Great Jumbo Flyer Aufsatz ist ja, dass man monstermäßig fettes Garn in nullkommanix spinnen kann für irgendwelche größeren Sachen. Denn merke: Wer fett spinnt, wird schnell fertig. Mit Spinnen und mit den Dingen, die danach kommen mögen.

Nun gibt es ja Leute, die kaufen sich irgendwelche Fasern, befinden die dann nicht für halsweich genug und dann landet das ganze Kilo Irgendwas-Unflauschiges ganz unten im Stash. Weil man ja spinnt, um sich danach einen Cowl zu stricken oder Socken oder vielleicht auch mal einen Kuschelpulli. Aber wenns kratzt, fliegts in die Ecke.

Ich finde das ja schade, denn es gibt doch soooooo eine große Menge *mit ausgebreiteten Armen die Spannweite zeich* an Dingen, die man außerhalb des Kuschelflausch-Areals anstellen kann, wenn man ein bißchen Phantasie entwickelt oder lange genug Zeitschriften und Onlineplattformen nach Ideen durchwühlt.  Irgendwas findet sich immer. Ich habe jedenfalls letztens was zum Thema Körbe häkeln aus Textilgarn gefunden, was ich ganz interessant fand, wenn man mal das Textilgarn weglässt. Schließlich produzieren wir unser Zeugs selbst, hab ich mir gedacht. Und die blöde IKEA Tasche voller Garne im Arbeitszimmer ging mir ja auch schon ne Weile auf den Keks.

Also habe ich den Monstertruck angeworfen und an zwei Tagen ca. 1,6 kg Wolle versponnen und gezwirnt wie so ne Große. Da holt man sich beim Zwirnen am Ende, wenn die 700 g Spule voller wird, ganz schöne Wadenmuskeln, das kann ich Euch sagen. Aber der Plan sah vor, einen Monsterkorb zu häkeln, und dafür braucht man ja ne Menge Material.

Mit einem 6er Häkelhaken habe ich dann in einem Stich, von dem ich dachte, es wäre vielleicht ein halbes Stäbchen, mit einem flachen Kreis angefangen, was super ging. Ich hab mich da ans Nadelbinden gehalten, wo man einfach Maschen zunimmt, wenn man meint, dass es passt, und das klappt auch beim Häkeln. Dass mein Stich kein halbes Stäbchen war, ist mir aufgefallen, als ich schon ca. 800 g Garn verhäkelt hatte und das Ganze auch langsam Gestalt annahm. Um die 45 cm Durchmesser und schon 15 cm hochgehäkelt, als ich feststellte (man liest die „Gebrauchsanweisung“ bzw. das Häkelbuch ja immer erst hinterher), dass es „meinen“ Stich gar nicht gibt.

Was ich da gemacht habe, war ein Stäbchen aber ohne den Faden einmal um den Haken zu schlingen sondern irgendwie anders. Verratet das aber niemandem, alle denken ja immer, ich würde mich mit allem auskennen, was ich so mache. Dass das nicht stimmt, muss nun wirklich keiner wissen.

Anyway, für die Hände gabs dann auf jeder Seite noch einen Luftmaschenschlitz zum Hochhebenkönnen (und noch einen kleinen Korb dazu, den Ihr hier nicht seht), und dann ging das Riesenbaby mit drei Tennisbällen zusammen in die Waschmaschine bei 60° Grad. Die Tennisbälle hab ich nur zum Filzen, nicht etwa zum Tennisspielen. Das ist auch sowas, was ich gar nicht kann.

Und siehe da, nach dem Waschmaschinenfilzen (und dem Rauspopeln der ganzen sich selbständig gelösten und überall rumschwirrenden Faserreste aus der Waschmaschine), hatte ich einen Korb mit etwas über 40 cm Durchmesser. OK, wenn er leer ist, läßt er sich ein bißchen hängen, aber vollgestopft mit Wolle macht der ne gute Figur. Jedenfalls besser als die IKEA Tasche.

Was ich eigentlich sagen will ist: Man kann auch auch unkuscheligen Fasern geile Sachen machen, wenn man will. Mission Monsterkorb erfüllt.



Copyright Claudia Deutscher 2016. All rights reserved.

Veröffentlicht9. Mai 2017 von Wollunke in Kategorie "Du spinnst ja!", "Es heißt häkeln und nicht häckeln!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.