Mai 16 2017

Der Kardierpunk spuckt Marmorbatts

Tja, was macht man mit dem ganzen Haufen Reststückchen aus Kammzügen, die man nicht verkaufen kann, weil es unschöne Endstücke oder nur noch weniger als 100 g einer Charge sind? Genau: Die werden erstmal gesammelt. Im Flinkhand Shop hab ich dafür ne große Tüte, da stopf ich alles rein, was Rest ist, und irgendwann platzt die Tüte dann aus allen Nähten. Dann weiß ich, es ist wieder so weit. Ich habe keine Ahnung, wie viel es genau ist – habs jetzt auch nicht gewogen, aber drei Kilo kommen da bestimmt zusammen, wenn nicht noch mehr. Beim letzten Verwursten hab ich einfach alles in Stückchen gerissen und wild durcheinander kardiert – daraus ist dann auch die Trapezjacke entstanden – aber davon hab ich immer noch Garnreserven übrig, da brauch ich wirlich nicht noch mehr von. Deshalb greift jetzt Plan B: Bißchen vorsortieren.

Also habe ich die bunten von den naturfarbenen Kammzügen getrennt (die Guten ins Kardiertier, die „Schlechten“ sind erstmal nur bunt und warten noch auf den jüngsten Kreativtag). Die Naturfarben hab ich also an meinen Kardierpunk verfüttert (siehe Foto rechts oben), und der hat mir dafür richtig geile Marmorbatts ausgespuckt. Der Kardierpunk heißt seit heute so, weil – na guckt Euch das Bild doch an!

OK, da ist jetzt alles Mögliche drin in den Marmorbatts, von Whitefaced Woodland über BFL mit Seide, deutsche Merino und Cheviot und was weiß denn ich, also die ganze Querdurchdengemüsegartenpalette. Sogar Alapaka. Ich hab mich bemüht, die Dinger möglichst weiß mit einem Hauch von allem anderen zu gestalten, damit aus den Resten was Edles wird. Wie Marmor eben.

Und weil das Auge ja mit kardiert, hab ich immer außen die Mischungsreste – also so Zeugs mit Seide oder Tencel drin – platziert. Weil dis so schön glänzt 🙂 Und jetzt sehen die Batts aus wie gerollter Marmor. Jetzt kann ich nur hoffen, dass das beim Spinnen nicht so furchtbar verpampst. Geplant sind nämlich leichte naturfarbener Akzente im ansonsten eher wollweißen Garn. Aber wer weiß schon, was dabei herauskommt, solange er es nicht probiert hat. Also, demnächst in diesem Theater: Mal gucken was das Spinnrad daraus macht.



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Veröffentlicht16. Mai 2017 von Wollunke in Kategorie "Du spinnst ja!

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