August 18 2017

Häkeln wir mal ein Hundekissen

Seit der TdF bin ich fleißig mit Stashabbau beschäftigt, weil es ja immer schneller geht zu spinnen als den Kram dann am Ende auch zu verwursten. Die riesigen Berge Garn, die hier rumliegen, haben mich alle Spinnradbremsen ziehen lassen, die ich hab, und seitdem wird gestrickt, gehäkelt und demnächst auch wieder gewebt. Würde ich jetzt noch weiter spinnen, kämen mir aus allen Schränken die Garne entgegen und ich würde aller Wahrscheinlichkeit nach den Im-Garn-ersoffen-Tod erleiden. Also ran an die Nadeln. Was geht schnell? Womit bekommt man richtig Garn weggeschafft? Richtig: Mit einem Hundekissen.

Zuerst wird das Garn in zwei gleichschwere Knäule geteilt, damit genug für zwei gleichgroße Kreise da ist. Dann häkeln wir mit fettem Garn und Häkelnadelstärke 12 einen Kreis, aber nicht Reihe für Reihe sondern spiralförmig (keine nächste Reihe ansetzen). Das geht ganz flott, wenn man Stäbchen häkelt. Und dann braucht man natürlich einen zweiten Kreis in der gleichen Größe. Wie groß, das hängt vom Hund ab. Es sollte aber etwas größer werden, als es am Ende sein soll, weil wir den ganzen „Bezug“ dann nämlich in der Waschmaschine noch filzen (sonst wär der ja nach den ersten zwei Pfotenbesuchen und ein bißchen Reinbeißen gleich kaputt). Man kann das Teil auch oval machen, dann fängt man halt nicht mit einem Kreis sondern mit einer Reihe an – kann ja jeder machen, wie er will, das hier ist eh nur ein Prototyp sozusagen. Der erste Versuch.

Anyway, wenn beide Kreise die gewünschte Größe haben, legt man irgendwas dazwischen (kleines Handtuch, Tennisbälle o.ä., damit es auch innen filzt aber nicht zusammenpappst), und häkelt die beiden Kreise zusammen. Zum Heften habe ich bei der Größe einfach Nadelspiele genommen, normale Heftnadeln wären für sowas ja viel zu winzig. Ach ja, eine Öffnung muss man schon lassen, damit man den Inhalt wieder rausbekommt und das Ganze zum Schluss noch ausstopfen kann. Hat man die vergessen, kann man am Rand auch einfach wieder ein Stück aufschneiden.  Läßt man die Öffnung, sollte die mit einer großen Sicherheitsnadel verschlossen werden, dann kommt das Ding in die Waschmaschine bei 60° Normalprogramm.

Wenn der Waschgang fertig ist, bekommt man ein gefilztes Kissen, das dann nur noch z.B. mit Rohwollresten gefüllt werden muss. Öffnung zunähen und – zack – Hundekissen fertig. Jetzt fehlt nur noch der Hund.

Mai 9 2017

Mission Monsterkorb

Das Gute an so einem Monstertruck wie dem Minstrel Great Jumbo Flyer Aufsatz ist ja, dass man monstermäßig fettes Garn in nullkommanix spinnen kann für irgendwelche größeren Sachen. Denn merke: Wer fett spinnt, wird schnell fertig. Mit Spinnen und mit den Dingen, die danach kommen mögen.

Nun gibt es ja Leute, die kaufen sich irgendwelche Fasern, befinden die dann nicht für halsweich genug und dann landet das ganze Kilo Irgendwas-Unflauschiges ganz unten im Stash. Weil man ja spinnt, um sich danach einen Cowl zu stricken oder Socken oder vielleicht auch mal einen Kuschelpulli. Aber wenns kratzt, fliegts in die Ecke.

Ich finde das ja schade, denn es gibt doch soooooo eine große Menge *mit ausgebreiteten Armen die Spannweite zeich* an Dingen, die man außerhalb des Kuschelflausch-Areals anstellen kann, wenn man ein bißchen Phantasie entwickelt oder lange genug Zeitschriften und Onlineplattformen nach Ideen durchwühlt.  Irgendwas findet sich immer. Ich habe jedenfalls letztens was zum Thema Körbe häkeln aus Textilgarn gefunden, was ich ganz interessant fand, wenn man mal das Textilgarn weglässt. Schließlich produzieren wir unser Zeugs selbst, hab ich mir gedacht. Und die blöde IKEA Tasche voller Garne im Arbeitszimmer ging mir ja auch schon ne Weile auf den Keks.

Also habe ich den Monstertruck angeworfen und an zwei Tagen ca. 1,6 kg Wolle versponnen und gezwirnt wie so ne Große. Da holt man sich beim Zwirnen am Ende, wenn die 700 g Spule voller wird, ganz schöne Wadenmuskeln, das kann ich Euch sagen. Aber der Plan sah vor, einen Monsterkorb zu häkeln, und dafür braucht man ja ne Menge Material.

Mit einem 6er Häkelhaken habe ich dann in einem Stich, von dem ich dachte, es wäre vielleicht ein halbes Stäbchen, mit einem flachen Kreis angefangen, was super ging. Ich hab mich da ans Nadelbinden gehalten, wo man einfach Maschen zunimmt, wenn man meint, dass es passt, und das klappt auch beim Häkeln. Dass mein Stich kein halbes Stäbchen war, ist mir aufgefallen, als ich schon ca. 800 g Garn verhäkelt hatte und das Ganze auch langsam Gestalt annahm. Um die 45 cm Durchmesser und schon 15 cm hochgehäkelt, als ich feststellte (man liest die „Gebrauchsanweisung“ bzw. das Häkelbuch ja immer erst hinterher), dass es „meinen“ Stich gar nicht gibt.

Was ich da gemacht habe, war ein Stäbchen aber ohne den Faden einmal um den Haken zu schlingen sondern irgendwie anders. Verratet das aber niemandem, alle denken ja immer, ich würde mich mit allem auskennen, was ich so mache. Dass das nicht stimmt, muss nun wirklich keiner wissen.

Anyway, für die Hände gabs dann auf jeder Seite noch einen Luftmaschenschlitz zum Hochhebenkönnen (und noch einen kleinen Korb dazu, den Ihr hier nicht seht), und dann ging das Riesenbaby mit drei Tennisbällen zusammen in die Waschmaschine bei 60° Grad. Die Tennisbälle hab ich nur zum Filzen, nicht etwa zum Tennisspielen. Das ist auch sowas, was ich gar nicht kann.

Und siehe da, nach dem Waschmaschinenfilzen (und dem Rauspopeln der ganzen sich selbständig gelösten und überall rumschwirrenden Faserreste aus der Waschmaschine), hatte ich einen Korb mit etwas über 40 cm Durchmesser. OK, wenn er leer ist, läßt er sich ein bißchen hängen, aber vollgestopft mit Wolle macht der ne gute Figur. Jedenfalls besser als die IKEA Tasche.

Was ich eigentlich sagen will ist: Man kann auch auch unkuscheligen Fasern geile Sachen machen, wenn man will. Mission Monsterkorb erfüllt.

Dezember 17 2016

Voll von den Socken

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Huh, ich hab ne Weile nichts geschrieben, das liegt am Sockenwahn. Irgendwie bin ich voll auf die Socke gekommen in den letzten Wochen. Toe-Up, Top-Down, egal, alles mal probiert. Der Mims und ich, wir sind inzwischen voll von den Socken und gut ausgestattet für den Winter.

Ich hab zuerst ja nur Toe-Up mit Bumerangferse gestrickt, das ist ja auch schick. Aber dann wollte ich natürlich auch wissen, wie das mit diesen stinknormalen Socken (Stinos) überhaupt funktioniert, also kaeltehilfe4mit Fersenwand und so. Weil sich Socken stricken immer so schwer angehört hat … dabei ist es gar nicht so schwer. Inszwischen gibts ja millionenmilliarden Möglichkeiten, wie man sich so ne Socke zusammenbasteln kann mit unterschiedlichen Fersen und Kappen und Mustern und elastischen Bündchen und Größenberechnungen und was weiß ich nich noch alles. Also mußten ein paar Bücher her.

Nach vielem Blättern, wälzen, lesen und Bildergucken, finde ich inzwischen den Genialen SockenWorkshop von Stephanie van der Linden (Link zu Amazon) als Buch zum Sockenstrickenlernen und Techniken sockenworkshopausprobieren am besten. Da stehen auch die ganzen Kleinigkeiten bebildert drin, die man sonst noch so braucht. Ich kann mir bei Top-Down nämlich nie merken, wie die letzten Maschen vorne am Käppchen  mit Maschenstich zusammengenäht werden, damits schick aussieht. Und auch sowas steht eben in dem Buch. Außerdem is da ne DVD drin, in der Stephanie auch zeigt, wie es geht. Obwohl ich persönlich finde, sie könnte ein bißchen mehr Leben in die DVD reinbringen, beim Zugucken schläft man sonst sehr leicht ein. Also ich jedenfalls.

20161106_202414Wie gesagt, ich hab alles mögliche probiert und hatte dann hier mehr Socken als Füße – aber dafür gibt es ja Bedürftige, denen man damit eine Freude machen kann. Die Facebook Gruppe Helfen WOLLEn zum Beispiel verteilt selbst gestrickte Socken, Handschuhe, Schals und Mützen an Obdachlose in Berlin, die freuen sich immer über Selbstgestricktes, das man ihnen bringt oder zuschickt. Vorzugsweise in Männergrößen, weil das die größte Gruppe an Obdachlosen ist.

20161106_072605Und dann ist da noch meine Großtante, die vor ein paar Wochen sage und schreibe 100 Jahre alt geworden ist. Das war ne hammerharte Party, das kann ich Euch sagen. Sie hat auch ein Paar Socken von mir bekommen, denn warme Füße braucht man immer, egal wie alt man ist. Vielleicht zieht sie sie ja auch an.

Wenn Ihr noch Sockenwolle oder Strickzeug braucht, ich hab inzwischen ein paar ordentliche Sortimente im Flinkhand Shop, auch viele unterschiedliche Nadelspiele – Ihr könnt ja mal stöbern gehen.

Oktober 16 2016

Yarnbombing mit Pollerfrömmsen

pollers1 Ich hatte es ja angekündigt und im August auch schon was zu den Vorbereitungen geschrieben: Im Herbst wird ein bißchen geyarnbombt (geyarnbombt *hihi*). Und das hab ich auch gemacht, und zwar am Freitag nachmittag, weil da endlich mal die Sonne schien und es trocken war. Hurrah!

Also habe ich mir meine Tüten mit den Pollerfrömmsen, die ich an mehreren Wochenenden auf der Addi gekurbelt hatte, gekrallt und bin losmarschiert zum S-Bahnhof Osdorfer Strasse in Berlin-Lichterfelde. Da wo die häßlichen Poller zwischen all dem anderen häßlichen Graffiti (es gibt ja auch schönes Graffiti, aber das am Bahnhof ist echt pollers2nur Rotz) rumstehen und vor sich hin rotten.

Und dann wurde übergestrumpft. War gar nicht so einfach, schon weil die ganzen Wollreste mal dick mal dünn ziemlich unterschiedlich waren und das ganze ja auch sitzen mußte. Insgesamt waren es acht dicke Poller – vier je Eingang – und dann noch acht Schmale, die am Wendekreis hinter dem S-Bahnhof aufgestellt sind.

Und alle waren sie am Glotzen. Lustig war, dass so ziemlich jeder auf einmal was dazu gesagt hat, obwohl normalerweise alle einfach vorbeirennen und keiner mit dem anderen spricht – aber das war dann wohl doch ein Grund für jegliche Art von Kommentar von „Na die werden jetzt nicht mehr frieren“ bis „Brauchen Sie pollersnoch Wollreste?“. Frauen mit Kopftüchern mit Kinderwagen guckten neugierig und etwas irritiert, wieso man denn jetzt die Poller wintertauglich einkleidet hier in Deutschland.

Tja, was soll ich sagen? Nach drei Stunden waren schon die ersten drei Pollerfrömmse runtergerissen, nach 20 Stunden sieben von den acht Dicken. Ich bin total frustriert deswegen und kann nur hoffen, dass die Idioten, die sich an meinen Pollerfrömmsen vergangen haben, die wenigstens irgendwo bei sich zu Hause wieder über andere pollers3Poller strumpfen statt sie einfach nur in eine Ecke auf der Strasse oder  in den Müll zu ballern.

Wenigstens habe ich Fotos gemacht. Wenn Ihr mehr Bilder sehen wollt, dann schaut mal auf Ravelry, in meinen Projekten. Vielleicht mach ich nochmal was. Dann aber nur noch mit Sekundenkleberkabelbindereinbetoniert, damit die nicht gleich wieder hopps gehen. Schönen Gruß an die Zerstörer, Ihr seid echte Arschgeigen.

September 26 2016

WPI? Wasn WPI?

wpi1

Die Amis machen ja immer alles anders als wir. Wenn wir ein Wollnknäuel oder einen Strang im Laden in der Hand haben, gucken wir erstmal, welche Lauflänge das Ding je 100 g hat, und dann haben wir ne Pimaldaumen-Vorstellung davon, welche Nadelstärke und welche Menge an Garn wir brauchen, um das zu stricken, was wir wollen. Also wenn ich sowas lese wie „420 m je 100 g“, weiß ich gleich: Dis is Sockenwolle. Oder 50 m je 50 g is schon ganz schön fett. So sortieren wir uns hier in unserer Logik die Wollgarne.

Die Amis aber nicht, die machen das anders. Bei denen gibt es z.B. „Lace“, „DK“ und „Bulky“ und so andere komische Begriffe, die uns hier überhaupt nix sagen. Und die werden in WPI gemessen. WPI ist ne englische Abkürzung und heißt „wraps per inch“. Was n Wrap ist, wissen wir spätestens seit Mc Donalds – ein Wickel. Und Inch ist englisch für die Maßeinheit Zoll. Und ein Zoll sind exakt 2,54 cm.

Also gucken die Amis nicht, wie die Lauflänge je 100 g ist sondern wie oft sie ein Garn nebeneinanderwickeln müssen, damit sie einen Zoll davon voll bekommen. Klingt komisch, ist auch ne ganz andere Herangehensweise. Es gibt dafür extra diese Yarn Gauge Teile (siehe Foto oben), mit denen man die WPI messen kann. Es reicht aber auch ein Lineal – und wenn keins mit Inch da ist, tuts auch eins in cm x 2,54. Und weil niemand so exakt ist, wie die Deutschen (von den Schweizern mal abgesehen), gibt es im Internet auch viele unterschiedliche Tabellen, wie viele WPI denn nun was ergibt.

wpi2Wir sagen ja z.B. immer, dass Lacegarn mindestens eine Lauflänge von 600 m je 100 g haben muß, sonst ist es kein Lace. In Amerika sagen sie stattdessen, dass Lacegarn mindestens 23 WPI und mehr haben muß, sonst ist es eben kein Lace. Im Grunde kommt das wohl mehr oder weniger auf das Gleiche hinaus. Könnte uns eigentlich auch Wurscht sein, wie die überm Teich da drüben so ticken mit ihrer Strickberechnung. Eigentlich. Denn uneigentlich treiben wir uns im Internet auch mal auf englischen Seiten rum (zum Beispiel auf Ravelry). Und dann haben wir erstmal keinen Plan, wovon die da überhaupt reden. WPI. Toll. Wickel ich mein Garn eben um ein Lineal. Und nu? Was mach ich jetzt damit?

 

Ganz einfach: Es gibt Dir bei den handgesponnenen Garnen eine Idee, welche Stärke du ungefähr hast und welche ca. Lauflänge auf 100 g. Und es hilft dir beim Finden einer passenden Nadelstärke. Außerdem kannst du mit dieser Methode dein Garn klassifizieren. Wenn du bei Ravelry also künftig nach einer passenden Anleitung für dein Garn suchst, kannst du z.B. nach Aran vorselektieren, wenn dein Garn 8 WPI hat. Dann bekommst du schon mal Vorschläge in der der ungefähren Stärke, die du hast.

Laut unterschiedlicher Quellen im Netzt (googelt mal wraps per inch table!) teilt sich das ungefähr (es gibt einige sehr unterschiedliche Listen) so auf:

gauge

Wie gesagt, das ist ein bißchen pimaldaumen, schon weil die Nadelstärke ganz doll davon abhängt, wir fest oder locker man strickt. Und es ist halt eine andere Logik. Aber man bekommt einen guten Einblick in die ca. Lauflänge eines Garns, wenn man die WPI Probe macht, und es hilft beim Finden der richtigen Nadelstärke beim Stricken oder beim Spinnen der richtigen Garndicke.

EDIT: Ich habe vor Kurzem noch was dazu gelernt: Für ein korrektes Ergebnis sollte man das Garn nicht auf die Yarn Gauge bzw. aufs Lineal aufwickeln sondern es aufrollen, damit es glatt liegen bleibt. Also Garn unten hinstellen und dann Lineal oder Gauge zum Befüllen drehen. So verdrillt sich das Garn nicht beim Aufwickeln, und das Ergebnis ist genauer. Wieder was gelernt 🙂

September 15 2016

Sockengröße ohne messen

groesseKennt Ihr noch die alte Faustregel von Oma, um zu gucken, ob die Socken passen? Faust machen und Socke rumwickeln, und wenns genau einmal rumgeht, dann passt sie? Das funzt ähnlich beim Toe-Up Sockenstricken:

Spitze stricken, hochstricken, Hand genau mit dem Ballen auf die Spitze auf die Socke legen. Also dass der Ballen genau die Rundung von der Spitze bedeckt.

groesse2Wenn du genau bis zum Ende der Hand hochgestrickt hast, fängst du mit der Bummerang-Ferse (hier verlinkt ein Youtube Video dazu von Elizzza) an. Und zack: Passt.

An zwei Nasen ausprobiert und funzt. Ich finde das voll praktisch, weil ich so komplett ohne Maßband Socken stricken kann, solange der Sockenträger mir ab und an mal die Hand reicht.

August 31 2016

Und immer muss man noch n Zweiten machen

mojo2 Socken stricken is doof. Nicht weil man Socken strickt, sondern weil man immer noch n Zweiten machen muß, wenn man gerade einen fertig hat. Ich weiß ja nicht, wies Euch geht, aber wenn ich was fertig hab, dann ist es total langweilig, sofort das Gleiche nochmal zu machen. Is ja schon durchgespielt. Kannste, what’s next? Aber nö, da muß dann immer noch so n zweiter Socken her. Wie unkreativ banal. Deshalb strick ich normalerweise auch nie Socken. Oder nur einen und dann ribbel ich alles wieder auf, weil nix fertig wird.

mojo1Das Blöde ist nur, dass ich die Dinger total gerne anziehe, und ich kann ja nicht ständig andere Leute bitten, mir Socken zu stricken, als wär ich zu doof dazu. Schließlich hat man ja auch seinen Stolz. Irgendwie. Und wie heißt es so schön? Der Winter naht! Also los, Socken stricken is toll, das is doch auch was fürn Urlaub, kannste mitnehmen und so. Hmpf.

Na gut, ich hab ich mir jetzt – im Sinne der Selbstüberlistung – eben mal dieses Neko Strickspiel anstelle eines Nadelspiels geschnappt und die Anleitung für Mojo Socken wieder rausgekramt. Da sind die beiden Socken nämlich ein bißchen unterschiedlich und vielleicht hilft das ja.

mojo3Die Anleitung ist einfach (der Hacken gefällt mir nicht so ganz, aber was solls. Wenn man sie einmal an hat, gehts wieder). Ja, und der Erste ist jetzt auch fertig. Und jetzt kommt der doofe Teil. Nummer zwei.

Aber das Strickspiel ist lustig. Drei gebogene Nadeln statt fünf Gerade. Kann man mit arbeiten. Das ist besonders was für Leute, die relativ locker stricken und immer gucken müssen, dass ihnen die Nadeln nicht abhauen. Oder für die, die mit Nadelspielen nicht richtig zurechtkommen.

Für die, die nicht wissen, wie das mit dem Strickspiel funktionieren soll, hier gibts dazu ein Youtube Video vom Erfinder.

Ich beiß jetzt jedenfalls die Zähne zusammen, und mach auch den Zweiten fertig. Denk ich.

August 27 2016

Die Trapezjacke ist fertig!

Dtrapez0ie Jacke besteht aus einem Trapez, das nach vorne zusammengeklappt wird, so dass eine Vorderseite kurz und die andere lang ist, während der Rücken unten schräg verläuft. Die Anleitung ist für Größe 38, aber beliebig veränderbar, wenn man mit einer Maschenprobe arbeitet und die Größe den eigenen Maßen entsprechend anpasst.Du kannst jedes beliebige Garn verwenden, das Dir gefällt. Ich habe handgesponnene Wolle genommen.

Nadelstärke 4.5 mm (US 7) oder was zu Deiner Wolle passt
Garnstärke 11 WPI (oder was Dir gefällt) – ich habe 600 g Garn verbraucht.
Du brauchst einen Knopf.

Beginne mit einer Maschenprobe. Ich habe die Angaben in cm gemacht, daher ist es wichtig, eine Maschenprobe zu machen, um auf die richtige Breite zu kommen. Der Rest wird einfach ausgemessen.

Gestrickt wird von links nach rechts, das heißt, du fängst mit der schmalen Seite an und schlägst Maschen für 44 cm (17.5 inch) an.

trapezplan

Nun wird kraus rechts gestrickt, die letzte Masche jeder Reihe wird nur abgehoben und nicht gestrickt (das gibt einen schöneren Rand).

Für das Bündchen strickst du 2,5 cm (1 inch) kraus rechts hoch und machst dann ein Knopfloch.

Das Knopfloch wird 2,5 cm (1 inch) vom oberen Rand entfernt platziert. Hierfür strickst du einfach da, wo das Loch hinsoll, 1 x 2 Maschen zusammen (k2tog) und 1 x abheben, abheben, stricken (ssk). In der nächsten Reihe werden dann einfach an der Stelle 2 Maschen aufgestrickt, so dass sie die Reihe wieder schließt. Weiter kraus rechts stricken, bis 5 cm erreicht sind.

trapez1Nun beginnst du mit dem Hauptteil:

Gestrickt werden immer 3 Reihen rechts und eine Reihe links. Auch hier wird weiterhin die letzte Masche jeder Reihe nur abgehoben und nicht gestrickt.

In jeder 4. Reihe nimmst du (auf der anderen Seite als da wo das Knopfloch ist) immer eine Masche zu, und zwar in der vorletzten Masche (kfb).

Variante: Wenn du deine Jacke nicht ganz so extrem schräg haben willst, kannst du auch in jeder 8. Reihe eine Masche zunehmen statt in jeder 4. Reihe.

trapez2Nach 35 cm (14 inch) gestricktem Muster bzw. 40 cm (16 inch) Gesamtbreite inkl. Bündchen machst du den ersten Schlitz für den Ärmel. (Für größere Größen entsprechend später). Dafür kettest du an der geraden Seite die für die Ärmel gewünschte Schlitzlänge an Maschen locker ab – bei mir waren das 44 Maschen, also 25 cm (10 inch). In der nächsten Reihe strickst du die gleiche Anzahl an Maschen wieder auf.

Nun strickst du 62 cm (25 inch) Rückenteil oder die gewünschte Breite weiter im Muster und nimmst auch weiter Maschen zu.

Nach diesen weiteren 62 cm (25 inch) machst du wie oben beschrieben den zweiten Schlitz für den Ärmel und arbeitest weiter im Muster.

Die lange Seite vom Vorderteil wird etwas schmaler als die Kurze, nämlich nur 23 cm (9 inch) oder die gewünschte Breite, um links – da, wo der Halsausschnitt liegen würde – abzuschließen. Nun strickst du weitere 5 cm (2 inch) kraus rechts und ohne weitere Zunahmen das Bündchen und kettelst dann ab.

trapez3Jetzt klappst du das Trapez an den Schlitzen für die Ärmel zusammen und nähst die Schulterseiten zusammen. An der langen Seite nähst du die 23 cm (9 inch) bis zum Bündchenan der Schulter zusammen (das Bündchen selbst nicht festnähen). Auf der kurzen Seite nähst du auch nur die ersten 23 cm (9 inch) an der Schulter zusammen.

Nun legst du das Gestrickte flach hin und legst den „losen“ kurzen Teil gerade hin, um (auf der linken Schulterseite) die richtige Stelle für den Knopf zu finden. Knopf dort annähen.

Jetzt fehlen nur noch die Ärmel.

Maschen direkt aus dem Ärmelschlitz aufnehmen (bei mir waren es 80 Maschen), Maschenmarkierer auf die Nadel setzen und im Muster (3 Reihen rechts, eine Reihe links) rund hochstricken. Nach 10 Rapporten jede 4. Reihe die ersten beiden und die letzen beiden Maschen der Reihe (also die beiden vor und hinter dem Maschenmarkierer) zusammenstricken bis sich die Gesamtzahl der Maschen um ein Viertel reduziert hat – also bei mir auf 60 Maschen. Weiter im Muster hochstricken, bis die trapez4gewünschte Ärmellänge erreicht ist. Dann noch 5 Krausrippen (also 10 Reihen abwechselnd 1 Reihe rechts und 1 Reihe links) stricken und nicht zu locker abketteln.

Den zweiten Ärmel genauso arbeiten.

Tasche: Für eine Breite von 18 cm (7 inch) Maschen anschlagen, eine Krausrippe stricken, dann im Muster (3 R re, 1 R li) 18 cm (7 inch) hochstricken, dann eine Krausrippe stricken und abketteln. Auf die lange Seite direkt neben dem Bündchen annähen, und zwar so, dass die breiten Rippen diesmal horizontal verlaufen und nicht wie bei der Jacke selbst vertikal.

Hier die Anleitung als PDF Trapez_de
Hier der Link zum Speichern auf Ravelry
Diese Anleitung darf nur zu privaten Zwecken verwendet werden.
© Claudia Deutscher 2016 www.flinkhand.de

August 25 2016

Vorbereitungen zum Yarnbombing

yb04Also diese Poller hier am S-Bahnhof sind doch total hässlich. Da muß man was machen. Ich weiß nicht, ob Ihr das mit dem Yarnbombing im Herbst gelesen habt, aber ich bin schon am Vorbereiten und Wollresteverwursten. Mit der Addi geht das ja auch total flott – 220 Reihen kurbeln, stäbchengehäkelten Deckel drauf, dran häkeln, Pollerfromms fertig.

yb01Das mit den unterschiedlichen Resten ist irgendwie doof, weil das Gestrick, das die Addi auskotzt, auch noch so dehnbar ist, und die Reste sind halt mal dicker und mal dünner. Deshalb weiß ich nicht sicher, ob das von der Länge her passt. Wenn nicht, wirds halt etwas gestukt, is ja auch egal.

Die Deckel für die Poller gehen übrigens total flott, wenn man doppelte Stäbchen häkelt (Was ich inzwischen auch kann, obwohl häkeln ja Omma is). Sieben hab ich fertig, vom Achten is der Deckel schon gehäkelt, aber so langsam dünnen meine Wollreste ganz schön aus. yb06Dabei wollte ich doch auch noch 8 Schmale machen, weil am Wendekreis auch noch schmale Poller rumstehen, die man auch gut befrommsen könnte. Das ist einfacher als vor Ort erst anzufangen, irgendwas zuzunähen. Da wirste ja nie fertig.

20160824_171446Bin ja mal gespannt, ob auch noch andere Leute bei der Aktion mitmachen. Damit der Herbst bei jedem vor der Haustür richtig schön bunt wird. Und noch viel gespannter bin ich, ob die Dinger dann da auch ne Weile drauf bleiben oder ob irgendwelche dienstbeflissenen Hamstibamstis von der Bahn die gleich wieder runterreißen.

Im Oktober hab ich den ganzen Kram dann auch sicher fertig und mach auch gleich Fotos (bevor die destruktiven Hamstibamstis vorbeikommen).  Also, wer macht noch mit?

Juli 30 2016

Yarnbombing im Herbst – wer macht mit?

800px-Yarn_Bombing_Bolardos_by_Teje_La_Araña_2

Ich hab da ne Idee: Jeder, der mitmachen möchte, sucht sich in seiner Wohngegend ein Objekt, das durch Yarnbombing verschönert werden soll und bestrickt oder behäkelt das dann. Das Objekt kann alles mögliche sein, ein Poller, ne Telefonzelle, Baum, Laterne, ein Stück Zaun, Irgendwas. Sucht Euch was aus und strickt oder häkelt das Ding dann zu.

Die Vorbereitungen können sowohl per Handstrick/Handhäkel, mit der Addi oder einer anderen Strickmaschine – ganz egal – gewerkelt werden. Objekt suchen, ausmessen, Vorbereitung zum Yarnbombing. Als Material sind diese ganzen blöden alten Poly-Wollreste im Schrank optimal nutzbar, je bunter um so besser.

Und dann ca. Mitte Oktober wird geyarnbombt und jeder fotografiert seins. Die Bilder – möglichst schöne Bilder! – tragen wir dann hier auf Facebook alle zusammen.

Die Aktion läuft über die Gruppe „Flinkhands Welt„, wer mitmachen will und der Gruppe noch nicht beigetreten ist, komme bitte in die Gruppe für diese Aktion. Da werden dann auch die Bilder in einem Album gesammelt.

Also, wer hat Lust, bei dieser Aktion mitzumachen?

(Bildquelle: Alvaro Léon, Madrid)