Wie seid ihr zur Brettchenweberei gekommen?

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Wie seid ihr zur Brettchenweberei gekommen?

Beitragvon Jessy » 19.01.2014, 16:28

Hallöchen allerseits,

ich habe demnächst ein Kunstgeschichtsprüfung zum Thema "Brettchenweberei in der heutigen Zeit".
Dazu würde ich gerne von euch wissen, wie ihr zur Brettchenweberei gekommen seid und was euch motiviert euch damit zu beschäftigen.

Würde mir super weiterhelfen, wenn ihr euch kurz Zeit nehmen würdet, mir eure Geschichte zu erzählen ;-)
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Beitragvon Klara » 19.01.2014, 18:47

Ich habe mit Spinnen angefangen und dann musste ich ja was finden, um die Fäden zu verarbeiten. Brettchenweben bot sich an, weil man keinen Webstuhl dazu braucht. Ich hab's allerdings sehr schnell wieder bleibenlassen, weil ich a) keine Anbindepunkt hatte b) das Fäden einziehen so ätzend fand und c) vier mal vor, vier mal zurück furchtbar langweilig ist. Ausserdem hatte ich nie verstanden, was eigentlich vor sich geht.

Letztes Jahr habe ich wieder angefangen, weil's zum Certificate of Achievement in Handweaving gehört, und meine Spinnfreundinnen sich auch dafür interessiert haben. Einzugsmuster mag' ich immer noch nicht, aber hell-dunkel mit Endlosaufzug ist Klasse! Ich bin froh, die Technik zu kennen, weil man damit wirklich stabile Bänder hinkriegt - vielleicht will ich ja mal Alpakahalfter mit passender Führleine weben ;)

Ciao, Klara
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Beitragvon NeedleMind » 19.01.2014, 21:02

Klara hat geschrieben:hell-dunkel mit Endlosaufzug ist Klasse!


Kannst Du denn bitte mal ein paar Bilder davon hier einstellen?

André
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Beitragvon blue » 19.01.2014, 21:32

Jessy es wäre schön wenn du dich in unserem Mitgliederbereich Vorstellen würdest.
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Beitragvon indolora » 20.01.2014, 06:10

... mit Kunstgeschichte hat das aber rein gar nichts zu tun ;)

Ich bin Lehrerin von Beruf. Das ist sehr unproduktiv und teilweise frustrierend... wobei ich nicht über meinen Job oder die Jugend von heute klagen will, sondern es einfach nur feststelle.

Mit Handarbeiten stelle ich etwas Schönes her und sehe ein Resultat. Das ist meine Motivation für jegliche Handarbeit... das Produkt... und Webborten können sehr, sehr schön sein (wovon ich, als Anfängerin, allerdings noch sehr, sehr weit entfernt bin).

Speziell zum Brettchenweben bin ich gekommen über einen Bekannten, der lange Zeit in der Reenactment-Szene unterwegs war und über einen anderen Bekannten, der Schaukampf macht (na ja, ehrlich gesagt habe ich diese "Bekannte" beide kurz nach der Trennung von meinem Mann in einer Sinngle-Börse aufgegabelt, aber habe heute keinen Kontakt mehr zu ihnen). Vorher hatte ich mit Mittelalter "und so" so gar nichts am Hut. Ich entschloss mich, mir ein Kleid zu nähen (wobei es wirklich kein Gewand, sondern ein Kleid ist und kein bisschen A... auch dabei habe ich genau das gewählt, was mir gefällt) und mal den ein oder anderen - wie nennen das die Leute hier? - Kirmes-Markt zu besuchen.
Auf der Suche nach Schnitten und Mustern bin ich dann über Flinkhands Seite gestoßen und habe mir angesehen, was das mit den hübschen Borten auf sich hat. Und so habe ich es einfach mal mit Restwolle versucht, mit Brettchen zu weben. Schnell merkte ich, dass meine Oberweite zu groß ist, um am Gürtel weben zu können... oder meine Arme zu kurz... letztlich ist das einerlei... und so bastelte ich mir ein Hilfsgestell zum Weben aus dem Seitenteil eines Ikea-Regals, stellte meine erste tragbare Borte her und war erst mal zufrieden.

So, lange Zeit später überlegte ich mir, was man denn mal wieder machen könnte und mir fiel das Brettchenweben wieder ein. Mit dem selbstgebastelten Gestell wollte ich es aber nicht wieder machen, also bestellte ich mir beim Barden einen Webrahmen. In den Weihnachtsferien habe ich ihn dann zusammengebaut und bin einfach "angefixt"... ich will jetzt alles können und am besten alles auf einmal ;)
... und die Rekonstruktionen haben es mir ganz besonders angetan... wobei ich noch immer im Stadium Einzugsmuster, komplexes Einzugsmuster bin... Doubleface und broschieren übe ich :D

Ich denke, für eine Kunstgeschichtsprüfung kannst du da nicht ganz so viel gebrauchen ;)

LG Barbara
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Beitragvon Peregrina » 20.01.2014, 08:51

Zum einen habe ich damals die Ausstellung in Speyer "Europa um das Jahr 1000" besucht, wo ich zum ersten Mal bewußt Brettchenborten gesehen habe: liturgische Gewandverzierungen aus feiner Seide, wo mir vor Staunen der Mund offen stehenblieb ("Boah! Das will ich auch!").

Natürlich klappte das mit dem Brettchenweben nicht sofort. Das Buch, das ich damals hatte, taugte gar nichts, außerdem war ich noch nicht so versiert im Internet - die ersten Versuche landeten unbetrauert im Müll.

Dann passierte zweierlei. Zum einen hörte ich mit dem Rauchen auf und brauchte dringend Beschäftigung, zum anderen stieß ich auf Flinkhands Seite. Hier habe ich alles gelernt, was ich heute kann (und mir noch ein paar andere Werkelviren eingefangen). Und Rauchen muß ich definitiv nicht mehr :biggrin:
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Beitragvon Lise » 20.01.2014, 09:17

Als ich 2008 mit Reenactment angefangen stellte sich mir bald die Frage, was man so sinnvolles tun könnte, außer kochen... So als Frau im Lager.
Nachdem ich Spinnen und Fingerloop gelrent hatte, war ich neugierig auf andere Techniken und bin auf Flinkhands Seite über das Brettchenweben gestolpert.
Eine andere Darstellerin hat mir dann mal einen ganzen Abend lang Ohren vollgeheult, wie schwer, kompliziert, anstregend und frustrierend das wäre.
Das war mein Ansport mal auszuprobieren, ob das stimmt.

Und: Es hat mir vom ersten Moment an richtig viel Spaß gemacht!
Meine Lieblingstechnik ist übrigens die Broschur, das mache ich aber erst seit einem guten jahr.
Man umgebe mich mit Luxus.
Auf das Nötigste kann ich verzichten.
(Oscar Wilde)
;-)

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Beitragvon Klara » 20.01.2014, 11:02

NeedleMind hat geschrieben:
Klara hat geschrieben:hell-dunkel mit Endlosaufzug ist Klasse!


Kannst Du denn bitte mal ein paar Bilder davon hier einstellen?

André


Wozu? Es sollte hunderte von Web-Seiten zum Thema geben (inklusive YouTube-Videos) und Crocket und Collingwood beschreiben's auch. Während ich nicht mal weiss, wie man hier Fotos einstellt...

Ciao, Klara
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Beitragvon ate » 20.01.2014, 14:32

Ich bin nur dazu gekommen, weil ich anstelle von richtigem Fernsehen lieber Handarbeitsfernsehen im Internet gucke. Ich lese in vielen Blogs und habe dort Beispiele gesehen. So hat sich mal wieder ein Virus verbreitet. Ich würde mich aber als totalen Anfänger bezeichnen. Mit Mittelalter hat es bei mir gar nichts zu tun.

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Beitragvon Verry » 20.01.2014, 17:51

Ich habe das Brettchenweben vor ca. 5 Jahren auf einem Römermarkt gesehen, ein Anleitungsheft gekauft, es nicht verstanden und wieder weggeräumt. 2011 fiel es mir beim Aufräumen wieder in die Hände und Freund Google wurde befragt. So bin ich dann relativ schnell bei Flinkhand gelandet und das Virus nahm seinen Lauf, sodass ich auch relativ schnell eigene Muster geschrieben und einen Webrahmen gebaut habe. Gewissermaßen war das Brettchenweben die "Einstiegsdroge" für Mittelalter, denn die historischen Handarbeiten haben inzwischen mein ganzes Zimmer erobert, in dem derzeit drei Spinnräder und ein großer Webrahmen sowie ein Wollregal und zwei -Schränke stehen... von B wie Brettchenweben bis W wie Weben über Färben, Spinnen, Nadelbinden alles dabei.
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