Wie seid ihr zur Brettchenweberei gekommen?

Das Forum zum Thema Brettchenweben für Anfänger und Profis.

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Beitragvon Dachs » 22.01.2014, 15:32

Ich entwerfe und fertige seit Mitte der 1990er Kostüme für verschiedene Zwecke. Eine der Ziertechniken, die mich besonders begeistert, ist das Brettchenweben. Insbesondere die Auswertung textiler Relikte in dieser Technik hat seinen Reiz.

Im letzten Jahr habe ich mich mit der Rezeptionsgeschichte des Brettchenwebens befasst. Das Ergebnis ist ein Vortrag und die Schriftfassung dazu:

http://archaeotechnik-crumbach.blogspot ... i-der.html
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danke schön

Beitragvon Jessy » 23.01.2014, 12:12

supi, vielen lieben Dank für die zahlreichen Antworten. Das wird mir sehr für meine Prüfung weiterhelfen.

Ich habe auch meine Vorstellung im Mitgliederbereich sofort nachgeholt, nachdem ich es gefunden habe :)
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Beitragvon kypert » 24.01.2014, 14:07

Heisann!
Ich bin zum Brettchenweben eher durch Zufall gekommen. Nach zwei Jahren in der Oberstufen-Hölle wollte ich mich endlich mit dem beschäftigen, was mich interessiert: Kunst und Norwegen. Deshalb studiere ich (norwegische) Traditionskunst :-) Und Brettchhenweben ist ein wichtiger Betandteil der Ost-Norwegischen Traditionskunst, und dadurch auch Teil meines Studiums. Was mich am Brettchenweben begeistert, ist die Ästhetik. So ein Beltestakkgürtel ist echt beeindruckend!

Noch ein Bisschen was über Brettchenweben in der heutigen Zeit in Norwegen:
In den norwegischen Trachten und Volkstrachten tauchen Brettchenwebereien auf, so etwa hårvippa (ein ca. 3m langes Band, das um die Haare gewickelt wird), dem Gürtel zur Øst-Telemark bunad oder dem beltestakk. Ein guter Beltestakk-Gürtel, der mehr als 10cm steht, kann einem in Oslo locker über 6000kr bringen. Brettchenweben ist übrigens auch ein Teil der Bunadtilvirker-Ausbildung (=Trachtenschneider). In Norwegen floriert das Trachtengeschäft, weil es momentan wahnsinnig "in" ist, eine Tracht zur Konfirmation zu bekommen.
Und natürlich gibt es diverse Kirchentextilien, wie Taufbänder etc.
In meinem Studium habe ich Sonja Berlin kennengelernt, eine Künstlerin, die vom Brettchenweben lebt. Kannst du ja mal googlen, sie hat ein paar sehr interessante Werke.
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Beitragvon Dachs » 24.01.2014, 14:22

Hallo Kypert,

Du schreibst "Traditionskunst" für den Bereich Norwegen. Wie wird für diesen Bereich "Tradition" definiert? Geht die Verwendung der Technik auf die "Wiederentdeckung" im späten 19. Jahrhundert zurück, wie auf Island, in Schweden etc.?

viele Grüße
Sylvia
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Beitragvon kypert » 24.01.2014, 15:15

Das stimmt, Beltestakk (erfunden ca. 1840) und Øst-Telemarksbunad gehen in der Tat auf die nationalromantische Phase zurück. Ob das Brettchenweben in früheren Trachten benutzt wurde, müsste ich nachlesen.
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Beitragvon SilviaAisling » 24.01.2014, 18:49

Kypert: Das würde mich auch sehr interessieren.

Und wie ich ans Brettchenweben komme? Ich habe schon immer gerne Handarbeiten gemacht und als ich vor 20 Jahren einen Freund hatte, der sich fürs Mittelalterhobby interessierte, da habe ich mich nach einem Handwerk umgesehen, das ich machen könnte, während er spielen war…
Da ist mir das Brettchenweben über den Weg gelaufen.
Den Freund habe ich schon lange nicht mehr, aber diese alte Handwerkstechnik mit ihren unzähligen Techniken (von denen ich noch lange nicht alle beherrsche) hat mich fasziniert und diese Faszination hat mich bis heute nicht losgelassen.

Es ist einfach ein tolles Gefühl, wenn unter meinen Händen etwas schönes
entsteht. Dabei kann ich den Webstuhl auch mal ein halbes Jahr in die Ecke
stellen, ohne dass dadurch etwas schlecht wird oder verdirbt.
Ich bin nett, höflich, liebenswert und zuvorkommend
und garantiert nicht ironisch ;-)

http://aisling.biz/index.php/start
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Beitragvon Dachs » 25.01.2014, 14:02

Danke, Kypert.

Hast Du eventuell Literatur Tipps für mich was genau diese "Wiederentdeckung" betrifft?
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Beitragvon kypert » 28.01.2014, 16:39

So. Ich hab in der Mittagspause mal ein paar Bücher in der Bib überflogen (schwedisch- urgh, so eine grässliche Sprache :wacky: ), und in einem Buch stand tatsächlich ein Absatz über Norwegen drin, in den meisten Büchern geht es -oh Wunder- um Schweden oder Island, oder Wikinger. Und das Brettchenweben ist dort erst Anfang des 19. Jhds. wieder aufgekommen, eben in Form dieser Gürtel, davor war da lange Zeit nichts.
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Beitragvon Brettchenweber » 29.01.2014, 18:24

Hallo Miteinander!

Mich würde interessieren ob diese Gürtel (die toll aussehen) tatsächlich mit Brettchen gewoben wurden, denn die Bilder die Google ausspuckt schauen viel eher nach Kammweben aus, so wie dies auch bei den österreichischen Trachtenbändern der Fall ist, die statt Krawatten verwendet werden. Hat vielleicht jemand dazu ein altes Bild ??
lG
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Beitragvon Dachs » 30.01.2014, 15:17

Danke kypert :biggrin:
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