Felle zusammennähen

Leder-, Fell- und Rohhautbearbeitung findest du hier.

Moderator: Moderatoren

Felle zusammennähen

Beitragvon Roedebard » 05.12.2008, 00:00

Hi alle,

Problem: Zwei dickere Felle (konkret Schaffelle) zusammennähen, die dann eine Schlafunterlage werden sollen. Gplant ist auch noch eine Felljacke für den Winter, bei der dasselbe Problem auftreten dürfte.

Nach einigem Suchen hier im Forum, in Literatur und via google :lesen: bin ich bei meinem Problem nicht wirklich schlauer. Daher bin ich für alle Tipps dankbar. :wideeyed:

Die meisten Informationen die gefunden habe, scheinen sich auf dünne Hasenfelle u. Ä. zu beziehen, die ich einfach wie Stoff nähen würde.
Die Schaffelle sind aber etwas dicker. Auf Stoß nähen, wie es in einem anderen Thread hier vorgeschlagen wurde, scheint mir eine zu große Belastung für die Naht zu sein.
Auf Bildern sehen Pelzdecken eigentlich immer so aus, als wären sie auf rechts genäht und die Naht dann noch mal eingerollt. Das scheint mir bei dem dickeren LEder doch etwas aufwendig zu sein.

Die einzige eigene Idee, die ich bislang hatte besteht darin, ein Fell auf einen halben Zentimeter oder so abzurasieren (mein Bartschneider packt das) und dann das unrasierte Leder mit einer Doppelnaht auf das rasierte zu nähen (also links auf rechts). Das Haar versteckt den Faden und die Naht müsste einiges aushalten können. Aber irgendwiekommt mir das nicht optimal vor.

Danke
Ruhe einatmen – Unruhe ausatmen
Benutzeravatar
Roedebard
Magd / Knecht
Magd / Knecht
 
Beiträge: 5
Registriert: 14.08.2008, 14:02
Wohnort: Mannheim

Beitragvon Kattugla » 05.12.2008, 00:56

Rechts auf rechts zusammengenäht mit dem Steppstich kenne ich auch. Eingerollt ist da nix, das ist die Fellseite, die sich nach hinten aufplustert.
Halte ich auch für optimal, wenn es um die Belastung für die Naht bei `ner Schlafunterlage geht. Es sei denn, Du veranstaltest Tauziehen damit oder improvisierst ein Sprungtuch. Deine Variante macht - wemmer nacksch drauf liegt - vermutlich die eine oder andere Schubberstelle.

Wenn Du den Flor dort scheitelst, wo die Naht ist, damit die Haare ordentlich entweder vor oder hinter die Naht zu liegen kommen, drückt weder was, schubbern tut auch nix, weil überall fluffiges Schaf, und halten tut das allemal.
;-)
Bild"Verlasse dich nie auf das Bier eines gottesfürchtigen Volkes!" (Quark)
mein Wichtel-Fragebogen
Benutzeravatar
Kattugla
Moderator
Moderator
 
Beiträge: 1480
Registriert: 15.02.2008, 16:13
Wohnort: im Taunus

Beitragvon Dagmar » 05.12.2008, 07:17

Salve Roedebard,

ich habe auch schon einige Schafsfelle zusammengenäht. Du legst dabei Fell auf Fell. Wie der Stich heißt, weiß ich nicht, aber nach jedem Stich machst Du einen Knoten, indem Du Schlinge nach einem Stich nicht direkt fest anziehst, sondern beim nächsten Stich noch einmal durch die Schlinge gehst und den Faden noch einmal verknotest. So geht die Naht nicht auf, wenn irgendwann einmal der Faden reißt :-)

Nach dem Nähen dann das Fell mit einer Nadel wieder aus den Nähstichen rausziehen, so ist auf der Fellsteite nichts mehr von der Naht zu sehen.

Vale
Dagmar
Benutzeravatar
Dagmar
Dame / Ritter
Dame / Ritter
 
Beiträge: 114
Registriert: 27.09.2007, 06:24
Wohnort: Melsbach

Beitragvon meirah » 05.12.2008, 09:46

hallo Roedebard,
um die Naht möglichst haltbar zu machen kannst du Nahtbändchen verwenden, die Bändchen gibt es im Fachhandel. Sie werden an den Kanten aufgenäht und dann kannst du die Felle auch auf Stoß zusammen setzen da ein Aussreißen des Leders durch die Bändchen verhindert wird...
Gruß die Meirah
Benutzeravatar
meirah
Freifrau / Freiherr
Freifrau / Freiherr
 
Beiträge: 407
Registriert: 22.02.2008, 22:35
Wohnort: Essen

vorher versäubern!?

Beitragvon schlosswalker » 05.12.2008, 21:53

O.K. Das vernähen von Fellen liegt auch noch vor mir, aber anders als Lederabeiten ist es auch nicht.
Das Leder der Felle sollte eigentlich so stabiel sein das es nach dem vernähen nicht einreist. Sollte dies doch passieren ist das Leder dann SEHR dünn. Das Problem ist denke ich nur bei sehr dünnen Kanine Sommerfellen zu befürchten wo die eigentliche Haut immer etwas dünner ist. Schaffelle sind da bedeutend stabiler.
Ich kenne bisher auch nur die einfache Methode, die auch jede Gerberei nutz um Löcher zuzumachen.
Fell(haarseite) auf FellHaarseite) legen, mit einem einfachen Schlingenstich(Überwendlichstich) vernähen und gut ist.
Vorher die Haare des Fells von der eigentlichen Kante etwas zur seite(weg von der kante) bürsten. Dann braucht man nicht soo viele Haare nach dem vernähen aus der Naht fusseln. Und am ende kann man mit einem stück holt oder hammer die naht noch etwas plattklopfen.
Wenn Du ganz sicher gehen willst, dann versäuber die Kanten der Felle auch einfach mit einem Schlingenstich, dann zusammennähen. Das kann aber zu einer dickeren Naht führen die vielleicht drückt wenn man drauf liegt. Aber ich denke das muß man nicht.
Du kannst ja mal ein kleines Stück testnähen und dann schauen ob Dir die festigkeit reicht. Aber selbst wenn man Horizontalpauka auf dem Fell ausführt sollte es halten(-:

Grüße
Thomas
Wer sich nie verirrt, der entdeckt keine neuen Wege!!
schlosswalker
Dame / Ritter
Dame / Ritter
 
Beiträge: 103
Registriert: 18.08.2006, 00:00
Wohnort: Witten

Beitragvon Osric » 06.12.2008, 21:47

Hallo Roedebard, wie Dagmar es schrieb hab ich es auch gemacht.
Hab mir letztes Jahr einen kompletten Mantel aus Kaninchenfell genäht.
Auch hab ich mal ein Schaffell auf dickes Leder genäht, aber dazu hab ich die Technik benutz wie bei Schuhsolen da das Leder sehr dick war.
Achja, rasieren brauchst du es eigentlich nicht wenn du es nass machst und nach links kämmst kannst du es mit Haaren vernähen.
Hoch das Horn
Benutzeravatar
Osric
Freifrau / Freiherr
Freifrau / Freiherr
 
Beiträge: 382
Registriert: 28.12.2005, 18:51
Wohnort: Tawern


Zurück zu Häute & Felle

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron