Leder-Riemen von 6 Metern Länge: Wie geht das???

Leder-, Fell- und Rohhautbearbeitung findest du hier.

Moderator: Moderatoren

Leder-Riemen von 6 Metern Länge: Wie geht das???

Beitragvon wurm » 23.01.2009, 14:36

Hallo, ich streifte eben durch eBay, und sah dieses Angebot. (Die Sichtbarkeit dieses Links endet natürlich in 90 Tagen).
Das sieht wirklich wie Leder aus, aber aus welcher 6-Meter-Kuh haben die das geschnitten?
Kennt sich da einer aus?
Benutzeravatar
wurm
Gräfin / Graf
Gräfin / Graf
 
Beiträge: 540
Registriert: 04.05.2006, 09:04
Wohnort: Berlin, Prenzlauer Berg

Beitragvon Hayahebse » 23.01.2009, 15:08

:biggrin:

Nun, Lederriemen kann man hervorragend aus einem großen Oval herausschneiden, sozusagen "immer im Kreis" den Rand entlang. Wenn das Lederstück zu klein wird merkt man dann auch die Rundung am Riemen.

lg von Alexa :)
Alles Leben ist Problemlösen ... Popper (Philosoph)
... und Kampf gegen den Schmutz! Poppova (Putzfrau)
Benutzeravatar
Hayahebse
Dame / Ritter
Dame / Ritter
 
Beiträge: 244
Registriert: 10.05.2007, 21:29
Wohnort: Wiesbaden

Beitragvon wurm » 23.01.2009, 16:11

Ach so, das wird dann irgendwie gerade gestreckt, geklopft oder gebacken, daß man die Rundung nicht mehr bemerkt, ja? Und wie macht man das?
Benutzeravatar
wurm
Gräfin / Graf
Gräfin / Graf
 
Beiträge: 540
Registriert: 04.05.2006, 09:04
Wohnort: Berlin, Prenzlauer Berg

Beitragvon Hayahebse » 23.01.2009, 16:20

Wenn das Stück Haut groß genug ist, merkt man die Rundung eigentlich nicht. Kann aber sein, dass es da auch noch irgendwelche Tricks zum Strecken gibt. Vielleicht gibts ja hier noch wen, der das weiß.
Alles Leben ist Problemlösen ... Popper (Philosoph)
... und Kampf gegen den Schmutz! Poppova (Putzfrau)
Benutzeravatar
Hayahebse
Dame / Ritter
Dame / Ritter
 
Beiträge: 244
Registriert: 10.05.2007, 21:29
Wohnort: Wiesbaden

Beitragvon Kattugla » 23.01.2009, 18:18

Mein Liebster souffliert mir gerade, dass es sich bei dem Stück um Pressleder handeln dürfte. Lederkrümel, Bindemittel und eine Walze...
Zu erkennen an der wildlederartigen fusseligen Rückseite und der narbenfreien gewalzten Oberfläche. Und am etwas anderen Geruch... was man aber erst merkt, wemmer das Teil gekauft hat.
Bild"Verlasse dich nie auf das Bier eines gottesfürchtigen Volkes!" (Quark)
mein Wichtel-Fragebogen
Benutzeravatar
Kattugla
Moderator
Moderator
 
Beiträge: 1480
Registriert: 15.02.2008, 16:13
Wohnort: im Taunus

Beitragvon Tjorven » 24.01.2009, 08:44

Ja, das könnte sein - billige Hundeleinen zum Beispiel sind aus Preßleder, das sieht immer völlig gleich aus und läßt sich durch die Behandlung auch nicht gut fetten oder so.

Man sieht das auch, wenn man versucht, eine Stelle anzufeuchten (Spucke halt) und die nicht dunkler wird.

Ist aber virtuell ein bißchen schwierig...

Ich würde die Finger da von lassen. Die längsten Riemen aus GUTEM Sattlerleder, die ich kenne, das sind Fahrleinen für Kutschen und die sind immer aus mehreren Stücken (vernäht oder mit Schnallen).
Derjenige, der etwas zerbricht, um herauszufinden, was es ist, hat den Pfad der Weisheit verlassen. J.R.R. Tolkien
Benutzeravatar
Tjorven
Purpurträger/Purpurträgerin
 
Beiträge: 2198
Registriert: 24.12.2005, 12:00
Wohnort: Seesen

Beitragvon Snorri Varnarsson » 26.01.2009, 09:33

Ich würde da auch die Finger von lassen. Da werden kurze Stücke angeschrägt und dann verklebt. Ist zwar fast unsichtbar, hält aber nichts aus. Also als Gürtel kannst Du jede Klebestelle nachnähen, weil die über kurz oder lang aufgehen.

Beste Grüsse

Snorri Shoemaker
Glauben, heißt nicht wissen....
Benutzeravatar
Snorri Varnarsson
Magd / Knecht
Magd / Knecht
 
Beiträge: 38
Registriert: 20.04.2008, 08:11
Wohnort: Kloster Lehnin

Beitragvon Gnom » 07.06.2009, 17:14

Hallo,

Rundriemen für Nähmaschinen oder quadratische Riemen werden spiralig aus der Haut ausgeschnitten, wie Hayahebse schrieb.

Bei breiten Riemen war es bis vor wenigen Jahrzehnten üblich, Rindhäute zu sog. Bahnen zu verkleben. Wie Snorri schreibt, sorgfältig ausgeschärft und dadurch fast unsichtbar. Aus den Bahnen hat man dann die Riemen geschnitten. Diese Klebungen sind aber nicht unbedingt schlecht. Ich habe so einen langen Riemen von einer alten Mühle zu Hause, der Jahrzehnte lang gelaufen ist. Von den Klebestellen sieht man noch nichts. Die Verbindung mit den Metallhaken ist dann an der Stelle, wo der Riemen vom Benutzer auf genau der richtigen Länge zusammengefügt wurde. Das Ausrecken der Lederriemen dient eher kaum dazu, gebogene Schnitte geradezuziehen, sondern vermindert die nachträgliche Dehnung des Riemens unter der Zugspannung im eingebauten Zustand. Die Firma Nikolaus Lenhart in Wien stellt auf Bestellung solche Riemen noch her.

Es gibt heutzutage auch die angesprochenen Pressleder. Die Qualitäten, die ich kenne sehen auf den zweiten Blick ziemlich künstlich aus. Von der mechanischen Beanspruchbarkeit bin ich auch nicht überzeugt. Jedenfalls erinnert der Griff kaum an Leder, sondern je nach Sorte eher an eine Gummiplatte oder Holzschliffkarton.

Lie Grü,
Norbert
Du kannst nicht zweimal in den selben Fluss steigen.
Gnom
Dame / Ritter
Dame / Ritter
 
Beiträge: 186
Registriert: 05.01.2006, 08:28
Wohnort: Wien

Beitragvon Dilara » 15.06.2009, 07:58

Hallo, ich möchte auch verschiedene Lederbänder (5cm breit) aneinander kleben. Welchen Kleber nehme ich dafür?
Dilara
 


Zurück zu Häute & Felle

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast