Pflege von Fellen

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Pflege von Fellen

Beitragvon Juno » 12.10.2010, 14:49

Hallo!
Auf dem Markt am letzten Wochenende haben wir auf unseren Fellen geschlafen. Besonders die Schaffelle haben sich dabei etwas verfilzt. Da ich in einem anderen Fred gelesen habe, ich solle meine Felle striegeln, wenn ich lange Freude daran haben will, hab ich das mal gemacht - leuchtet ja auch ein, wenn ein Tier sein Fell nicht pflegt oder pflegen lässt, verfilzt es total. Ich hab mein Putzzeug von den Pferden noch und da mal den Mähnenkamm, den Nadelstriegel und die Wurzelbürste rausgesucht. In der Reihenfolge hab ich das Schaf auch vorsichtig damit behandelt. Es hat dabei fast keine Haare verloren, aber es wirkt irgendwie stumpf... den ganz leichten Schimmer, den es immer hatte, hat es verloren. Aber so ein hartes, filziges Fell will ich ja auch nicht.
Was mach ich denn jetzt? Kann ich da vielleicht sparsam etwas lanolin einarbeiten, macht das Sinn? Oder hab ich beim Striegeln was falsch gemacht?
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Und noch ne Frage: Ich hatte ein wunderschönes Mufflon-Fell mit toller Musterung, dass bei den ganze glatten Haar schön herauskam. Jetzt haben wir einmal mit den Köpfen drauf geschlafen und die Haare sehen aus wie bei einem Rosetten-Meerschwein :buhaeh: Beim Rentier ist da gar nix passiert... Kann ich das noch irgendwie retten?
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Beitragvon Isa » 13.10.2010, 12:40

Hi Juno,

klar kannste Lanolin einarbeiten, aber dawirst du wohl ein wenig suchen müssen bis du welches gefunden hast, das in einarbeitungsfähiger Form angeboten wird... sofern du nämlich keine medizinische gegerbten Felle hast kannst du die nicht einfach mit Lanolin Zusatz waschen, sondern musst dir eine andere Form aussuchen, wie du das Lanolin aufbringst, Salbe würde ich sagen scheidet aus, am besten wäre eine Sprühlösung, die gut dosierbar und großflächig fein versprüht und eingearbeitet wird (streicheln), frag am besten bei einem Fachgeschäft für Pelzmäntel, was die so zur Pflege nehmen, vielleicht gibt es da Fertigprodukte.
Was dein Rosettenmuflon angeht, ich würds bügeln, ja kein scheiß bügeln. Auf der Wollstufe mit Dampf oder einem feuchten Tuch drunter. Durch die Feuchtigkeit stellen sich die Haare ein wenig auf und können in die richtige Richtung gebügelt werden, bei der Wollstufe (is ja für tierische Haare gedacht) passiert auch nix.
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Beitragvon Pia » 13.10.2010, 21:39

Zum Bügeln: Die Hitzestufen vom Bügeleisen sind, naja, nur Richtlinien, man kann Wolle auch mit der Leineneinstellung bügeln, man muss nur schnell und geschickt genug sein, das Gegenteil geht auch: man kann Wolle sicherlich auch mit K-Seide-Einstellung verderben

Von Dampf halte ich nicht viel! Dampf kann elend heiß sein und könnte dem Fell schaden. Ich halte es für sinnvoller das Haar (nicht das Leder!) leicht anzufeuchen und in Form zu kämmen und trocknen zu lassen, wenn das nicht hilft statt trocknen lassen vorsichtig mit Hitze arbeiten, Föhn oder Bügeleisen
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Beitragvon Isa » 14.10.2010, 10:48

Pia hat vollkommen recht, Dampf kann auch ein Problem werden, kommt halt immer aufs Bügeleisen an, mit meinem habe ich gute Erfahrungen gemacht aber bei einem Versuch bei meiner Mutter gings voll in die Hose und ich habe lieber mit feuchtem Tuch drunter gearbeitet. Also immer erst testen!!! Aber die Idee mit anfeuchten und fönen hat auch was, meine Felle müssen eh aufgehübscht werden, da werde ich das mal testen...
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Beitragvon Juno » 14.10.2010, 11:13

bei den stumpfen schaffellen hab ich mir überlegt, dass ich noch meine Hände mit Lanolin eincremen könnte, etwas einziehen lasse und dann die Felle streichle... das sollte doch eine schön sparsame Methode sein. Ich probie alle eure Tipps einfach mal an ner unauffälligen Stelle aus.
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Beitragvon Juno » 14.10.2010, 12:32

So, ich konnte Herrn Mufflon zwar nicht auf den Stand bringen, auf dem er mal war, aber wesentliche Verbesserungen hab ich erreicht.
Material: Wasser, Kamm, Fön, Bügeleisen. :buegeln:
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Jetzt sieht man: aus irgendwelchen Gründen hat sich der "Scheitel" im hinteren Bereich vom Aalstrich etwas nach rechts verschoben.
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Beitragvon Pia » 14.10.2010, 12:57

Na, das sieht doch wieder sehr manierlich aus! :wideeyed:

Das mit dem Lanolin funktioniert bestimmt
Vielleicht spart es etwas Zeit und Arbeit das Lanolin mit einem weichen Tuch oder Schwämmchen sparsam zu verteilen und dann noch mal mit einer Naturborstenbürste (bei Menschenhaar wird Wildschwein, zu Recht, hochgelobt) nachzuarbeiten, dadurch wird das Fett ganz fein verteilt
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Beitragvon Juno » 14.10.2010, 17:32

Mein Vater hat da noch so einen Dachshaarrasierpinsel... :devil:
Erfahrungsgemäß sind Tierhaare immer besser als jedes synthetische Material... ich schwöre auf ultrateure Marder- und Rinderohrhaarpinsel.
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Beitragvon Pia » 14.10.2010, 18:07

[ot]Zum Malen?
Ist ja interessant

Ich hab mich bisher noch nicht an Öl rangetraut, sondern nur mit Acryl gematscht (das meine ich durchaus wörtlich), da wird ja durchaus Synthetik empfohlen und ich bin auch ganz zufrieden[/ot]
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Beitragvon Juno » 14.10.2010, 18:18

[ot]
Pia hat geschrieben:Zum Malen?
Ist ja interessant

Ich hab mich bisher noch nicht an Öl rangetraut, sondern nur mit Acryl gematscht (das meine ich durchaus wörtlich), da wird ja durchaus Synthetik empfohlen und ich bin auch ganz zufrieden


Ich male auch nicht mit Öl, soo toll sind die gar nicht... sicher kann man mit ihnen tolle Effekte erzielen, aber sie sind schwierig zu handlen, brauchen eeeewig zum trocknen und gegen gute Acrylfarben ist nichts zu sagen. Warum da Synthetikfasern empfohlen werden, weiß ich nicht... ich male nur noch mit Echthaar- (bzw. Echtborsten-) pinseln.
In meinem Avatar sieht man auch was acrylgemaltes - mit den guten Pinseln ;-) [/ot]
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