Sprangwerke über 2 Meter lang?

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Sprangwerke über 2 Meter lang?

Beitragvon wurm » 03.09.2006, 18:11

Ich habe heute in Düppel bei unserer Sprangerin etwas neues gesehen. Neu für mich, vielleicht ist es für Euch ja alter Käse. Sie hat die Sprangkette nicht von oben bis unten im Rahmen gespannt, sondern jeweils von unten über den oberen Rahmen hinweg umgeklappt. Doof ausgedrückt. Also vorne hoch, oben rüber und hinten wieder bis unten. Dadurch kann man Gürtel Sprangen, die 2 bis drei Meter lang sind. Das wäre ja senkrecht gespannt gar nicht möglich. Als Beleg für diese tolle Idee sagte sie mir, daß sie im Archiv desMuseums für Völkerkunde in Berlin ein Gesprang von solcher Länge gesehen hatte, und sich dann selbst überlegte, wie man das hinkriegt, ohne zwei Meter lange Arme zu haben.
Die Verkreuzung der Fäden arbeitet sie dabei immer vorne, und führt dann den Stab nach hinten, so daß diese Verkreuzung dort spiegelbildlich ankommt. Man kann dabei super kontrollieren, saß oberer und unterer Sprang dieselbe Höhe haben, was ja immer ein Dauerproblem ist! So liegen oberer und unterer Sprang deckungsgleich übereinander, und werden immer auf die gleiche Höhe gebracht.
PS: Sprangketten wurden auch gern mit Brettchenkante aufgezogen. Ich dachte, das sei allgemein bekannt, aber weil selbst unsere Sprangerin es nicht wusste, merke ich es hier an.
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Beitragvon marled » 03.09.2006, 20:21

In Eindhoven habe ich dieses Jahr eine Frau gesehen, die eine Sprangkette zwischen zwei Bäume aufgespannt hat, war bestimmt vier Meter lang. Sie hat nicht vertikal, sondern horizontal gearbeitet und ist zum Übertrag immer zwischen den beiden Bäumen hin und hergelaufen. Sie hatte einige ihrer, man muss schon sagen Kunstwerke auch dort ausgestellt, leider hatte ich keinen Fotoknips dabei :-(
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Beitragvon AvS » 04.09.2006, 07:32

Ich glaube, das habe ich (als optischer Mensch) noch nicht ganz verstanden, wie dann die Kette auf dem Rahmen war. Kannst du das irgendwie aufzeichnen oder so? *grübel*
Auf die Sache mit dem Brettchenschiffchen bin ich selbst auch bei meinem zweiten Probestück gestern gekommen - sonst ist das ja immer so eine Fummelei.
Wie schafft man es eigentlich, die Seiten ordentlich zusammenzunähen / -verbinden? Die Spannung ist ja aus dem Netzgeflecht raus. Ist das Glückssache? Spannt ihr das fertige Netz neu?
Und wie groß sind eure Rahmen? Hatte als Probeexemplar einen A5-großen, aber das ergibt ja noch lange kein Haarnetz, was da rauskommt.
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Beitragvon Claudia » 04.09.2006, 13:09

Collingwood beschreibt sehr schön solche langen Aufzüge. Im Bildteil ist u.a. eine Rumänin dargestellt (Ende der 50er Jahre), die ihre Sprangkette ringförmig in Überkopfhöhe über einen Baumast gespannt hatte und um die Spannung zu halten, unten ein Holzscheit drinhatte auf das sie mit dem Fuß trat. Das Aufketten funktioniert dabei wie beim Aufketten auf einem Rundwebstuhl, also immer von unten um den Ast, dann um ein Hölzchen rum, zurück über den Ast, um das untere Spannholz, bis zum Umkehrhölzchen und wieder zurück.

Das gibts auch auf webstuhlartigen Dingern. Der Clou ist, daß nach jeder geflochtenen Reihe ein Hölzchen reingelegt wird. Wenn mehrere Hölzer drin sind, transportiert man mit Hilfe der Hölzer Reihe für Reihe oben über den Ast zum Umkehrholz. Unten rum genauso (glaube ich, das habe ich jetzt nicht mehr im Kopf).
Collingwood hat auch Diagramme dazu, die zeigen das noch besser.
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Beitragvon AvS » 04.09.2006, 15:22

Es scheint, ich brauche das Buch .... ;)
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Beitragvon wurm » 04.09.2006, 16:56

ich glaube das, was die Rumänin da in dem Buch macht, ist genau dasselbe wie das, was ich in Düppel gesehen habe. Sie hat die Hölzchen auch über die Oberkante nach hinten geführt.
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