Sprang: Erste Schritte und Infos

Hier geht es um Sprangtechnik!

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Beitragvon Claudia » 26.01.2006, 19:24

So, hier gehts weiter zu den Stulpen aus Sprang, die im Beinwickel-Thread angesprochen wurden:
http://flinkhand.de/forum/viewtopic.php ... highlight=

Marta Hoffmann schreibt dazu in "The Warp Weighted Loom":
...the fringed skirt from Egtved and the sprang stocking or sleeve from Tegle thus had the same type of starting border as a number of well-known textiles. The tablet-woven border at the lower edge of the stocking or sleeve must have been woven at the centre of the original piece. When the work was approaching this point, warps for two tablet bands must have been set up across the central part of the sprang warp to each side of the unworked threads. The warp threads were cut one at a time, and the two ends used as weft for the tablet-woven edges. This method agrees with that known from the lower edges of woven fabrics: the warp thread is taken through the band twice, first to the edge, and then back, so that the finishing edge is twise as thick as the starting edge. In woven fabrics, the ends are usually cut off close to the point where the band and the cloth met, but in sprang, which would easily unravel if the thread should work loose from the tablet-woven border, it seems that they were darned in and out of the threads in the border and back into the sprang, probably with a needle. In the Tegle piece, a number of ends that have become undone can be seen, and a few oblique stitches still remain."


In einer Fußnote schreibt sie zum Schären der Sprang-Kette:
"Modern experience shows that the woven starting border proves an unusually effective method of holding the ends and spacing them evenly. Ragnhild Trætteberg, who has made a copy of the sprang piece from Tegle, found that a boder of this type resulted in much better warping than the method in use today. In warping on the sprang-frame, she stretched the warp for the tablet-woven bands at the top and bottom of the frame, and the warp for the sprang itself was arranged by drawing a loop from a ball of yarn lying on the floor – in the manner employed by the Lapps when warping for a woven fabric – between the warp threads of the bands. At the lower edge, she slipped the loops over a cord.”


Die erwähnte Kordel , über die man die Schlaufen zieht, muß lose an der Unterkante des unteren Brettchenbandes mitgeführt werden und jedesmal durch die neue Schlaufe geführt werden. Beim Fachwechsel und Anschlagen muß man dann darauf achten, daß die Kordel sauber an die Kante des Brettchenbandes angezogen wird. Das muß ich auch mal probieren (im Winter, wenn ich Zeit habe... :devil: )
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Beitragvon Claudia » 27.01.2006, 11:21

Noch was zur Datierung der Stulpen: 3. - 5. Jh.
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Beitragvon Rigana » 27.01.2006, 12:10

Aber wenn dort eine Kordel ist, bildet der Schussfaden doch kleine Schlaufen an der alleruntersten Unterkante des Sprangstücks, oder?

Welchen Zweck erfüllt diese Kordel?
Bleibt die Kordel dort, oder wird die nach Beendigung oder während der Arbeit entfernt?

Übrigens: der Winter ist bald rum :devil:

Liebe Grüße,
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Beitragvon Claudia » 27.01.2006, 13:11

Nein, die Schlaufe, die man vom Knäul zieht, wird im Ganzen durch das Fach beider Brettchenbänder gezogen, so daß zwei Fäden in jedem Fach liegen. Wenn man jetzt nichts weiter tun würde, müßte man die Schlaufe aus dem zweiten Brettchenband etwas raushängen lassen, sonst würde sich ja das Band aufdröseln. Damit man trotzdem nur bis zur Kante des zweiten Bandes einlegen muß, zieht man die Schlaufe nur bis kurz hinter die Kante des zweiten Bandes durch und schiebt dann durch das rausguckende Ende der Schlaufe eine Kordel. Dann wird die Schlaufe wieder etwas kürzer gezogen, so daß sie mit der Kante des Brettchenbades abschließt. Dadurch wird die Kordel eng an den Rand des Bandes gezogen und fällt gar nicht mehr auf.

Vorteil bei dieser Vorgehensweise ist halt,
1. daß man das Knäul, von dem der Faden kommt, nicht durch die Fächer der Brettchenbänder hin- und herfuddeln muß - bei einem Sprangstück von der Größe eines Beinstulpens muß man schon ein ganz schön großes Knäul haben, das paßt dann womöglich nicht durch die Fächer, selbst wenn man es auf lange Schützen wickelt.
2. Es liegen immer zwei Fäden in jedem Fach
3. Es geht viel schneller, als wenn man hin- und herweben muß.

Übrigens: der Winter ist bald rum

Ich habe schließlich nicht gesagt, in welchem Winter :biggrin:
Aber der Gewichtswebstuhl geht erst mal vor.
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Beitragvon Babette » 07.02.2006, 13:53

Hab da was gefunden:

Sprang Tunika

:anbet:
Das Leben ist nicht fair :-)
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Beitragvon Rigana » 07.02.2006, 13:58

Aber hallo!!! :eek:

Soweit komme ich bestimmt nie mit Sprang. Da fehlen einfach die Nerven...

Liebe Grüße,
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Beitragvon Claudia » 07.02.2006, 14:33

boaaaaah. :eek: Warum nur gibts bei uns nicht solche tollen Funde?
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Beitragvon FaethorFerenczy » 07.02.2006, 18:19

Das teil ist jenseits von gut und böse!
Im neuen lavendelschaf ist übrigens auch eine spranganleitung drin.
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Beitragvon Johanna von Callmunz » 07.02.2006, 19:06

Hallo,
ist das in der Zeitschrift Lavendelschaf, oder auf der HP ?

LG
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Beitragvon FaethorFerenczy » 07.02.2006, 19:12

Hi Johanna.
Der artikel wird in der februarausgabe der zeitschrift stehen. Hab mir die zeitschrift schon vorreserviert, ich hoff das ich sie bald krieg, dann kann ich ja berichten wie der artikel ist. Hab noch nicht mit sprang angefangen, muß auch ehrlich sagen das ich bei den anleitungen von schlabow und Gerhardt-Wenzky nicht so ganz durchgestiegen bin. Jetzt probier ichs mal mit der anleitung im Schäfchen.
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