Glasuren im Mittelalter

Vom Tongewicht für den Gewichtswebstuhl über den Tonwirtel für die eigene Spindel bis zum Kugeltopf - hier wird getöpfert!

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Beitragvon Xia » 11.04.2006, 11:40

Hallo,

na wenn die Ausenwand feucht bleibt und man Getränke drin hat dann hat das einen Kühleffekt, das ist mir bekannt, aber das flüssige Zeug im Tonpott verdunstet auch.
Ich denke das sich David auf Laufen vom Inhalt darauf bezog, das wenn man das Tongeschirr anfasst, das die Hände befeuchtet sind oder sowas in der Art. Wenns tropft, dann ist schon ein Loch oder ein Sprung irgendwo drin ;-)

Liebe Grüsse, Xia
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Beitragvon David » 11.04.2006, 12:09

Die Flüssigkeit zieht in das keramische Material rein, der Scherben fühlt sich von aussen kühl-feucht an. Dichtgebrannte Keramik, wie Steinzeug, nimmt keine Feuchtigkeit ins Material auf.
Ich habe schonmal erlebt, daß die Flüssigkeit aussen in Tropfen aus dem Gefäß (also durch das Material) trat, das meinte ich z.Bsp. damit...

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Beitragvon Adele » 21.05.2008, 11:28

Ich hab in meinem schlauen Buch gelesen, dass man den lederharten Ton durch das kreisförmige Abreiben mit einem Halbedelstein oder einem alten Löffel glatt und dicht bekommt. Lt. Buch eine Technik, die schon vor dem Einsatz von Glasuren benutzt wurde, leider gibt es dazu keine Zeitangabe. Ist halt ein modernes Buch.
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Beitragvon iduna » 11.08.2008, 18:50

also ich hab gelesen, dass man sie durch auskochen mit Milch UND KALKMEHL dicht bekommt.

aber jetzt seid doch nicht so überhygienisch. ;)
ein bisschen dreck schadet keinem (und macht sicherlich resistent gegen allergien und stärkt das abwehrsystem)
:-)
wissen ist macht-
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können ist könig.

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Beitragvon Moira » 12.08.2008, 14:09

Die beste und hygieniste Art Keramik dicht zu bekommen ist sie nach dem Schrühbrand nochmal mit dickem Schlickerwasser auszuschwenken. danach wird das Gefäß nochmal getrocknet und gebrannt. den Vorgang kann man auch öfter wiederholen, aber meine erfahrung ist, daß ein bis zweimal schon ausreichend genug ist.

LG Moi
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Beitragvon Frieda » 03.12.2011, 15:57

Ist zwar ein alter Beitrag, möchte aber trotzdem meinen Senf dazugeben.

Eine Töpferware braucht nicht unbedingt eine Glasur. Wenn der Ton sintert, d.h. er verglast im Inneren, ist er auch ohne Glasur dicht. Es gibt inzwischen auch frühsinternde Tone, die teilweise schon ab 1100 °C verglasen. Die Glasur dient hier und beim Steinzeug (über 1250°C) nur als schmückendes Element.

Im MA wurde auch undichte Tonware als Geschirr verwendet. Aus hyg. Gründen überhaupt nicht schlimm, die Bakterien wurden regelmässig, durch das mehrmals tägl. Erhitzen abgetötet. Dies ist heutzutage ja selten realisierbar.

LG
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Hallo Glasuren Mittelalter

Beitragvon Gurkenkoenig » 07.08.2013, 21:03

Hallo allerseits bin noch net lange hier und weiß das es hier schon was zurück geht. Aber ich habe mich intensiv mit brenntewschnicken im Mittelalter beschäftig und habe sehr intressante sachen gefunden.

Salzbrand: der Salzbrand ist nicht ganz leicht... gefunden hat man es jedenfalls als man relativ Salzigeäste (also Äste von Pflanzen die recht viuel Salz enthalten) mit beim brand im Feuer geworfen hatte... da hat man erstmal erkannt das die Töpfereien anderes aussehen und dicht werden. Im Reihnland hat sich später denn der Salzbran weiterentwickelt und funde zeigen das es sehr viele varianten gibt die man warscheinlich ausprobiert hat um die richtige michung von Zalz und temperatur zu finden. Salzbrand ist einen Anflug glasur und muss eingestreut werden wären des Brandes damit die Salzkristalle zerplatzen und sich mit dem Aluminiumsilikat im Ton verbinden und einen glatte oberschicht bilden. Das Natrium im Salz ist also das Flussmittel, problem dabei enstehen auch giftige Chlorgase. Den Salzbrannt kann man nur mit offener Flamme machen ansonsten klappt es nicht.

Trotzdem gab es vor dem Salzbrand noch andere Metoden. Das sogenannte Sintern. Dabei wird die Töpferware fast auf 1800 C° erhitzt... kurz vorm schmelzen. dadurch schmilz die oberfläsche quasie glatt und die Poren schließen sich. Hierbei ist das Problem das man aufpassen muss das die Töpferware nicht zusamen sackt und komplett schmilzt.

Eine gängige Methode die eigentlich bevorzugt angewendet wurde ist Enboge. das ist genaugenommen sehr feine Tonsorten die bei lederfeuchter Tonware aufgetragen wird. Hierbei ist wichtig die richtige mischung. denn wenn sie nicht stimmt entshehen schnell risse oder es blättert einfach ab. Mit Enboge kann man übrigens auch schöne verzierungen machen. Die Tonware selber kann daduch dicht werden... allerdings ist es entscheiden welchen Ton man verwendet und welche Enboge.. das muss genau aufeinander abgestimmt werden.... Damals die Töpfer hatten Ihre eigenen Ton stellen und wussten genau wie sie den Ton behandeln mussten...

Sooo ich will hoffen das die hilfe nicht zu spät kam und das es weiterhilft.

Ich entschuldige mich im vorraus für rechtschreibfeheler, aber ich habe legastenie
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Beitragvon roskur » 08.08.2013, 09:55

legasthenie? na und

kein grund sich zu entschuldigen. ich kenne studierte leute, mit titel, die das auch nicht besser können - auch ein grund seine arbeiten mittels ghostwritern schreiben zu lassen.

ich hab jedenfalls verstanden, was du sagen wolltest.
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