Töpfern von Geschirr und Spinnwirteln

Vom Tongewicht für den Gewichtswebstuhl über den Tonwirtel für die eigene Spindel bis zum Kugeltopf - hier wird getöpfert!

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Töpfern von Geschirr und Spinnwirteln

Beitragvon Tjorven » 20.09.2004, 07:41

Einen wunderschönen guten Morgen,

wer hat Erfahrung mit dem Herstellen von Schüsseln und Bechern fürs Frühmittelalter??? Welcher Ton, Glasur ja/nein oder nur von innen, welche Glasur (Wikingerzeit)?
Außerdem würde ich mir gern mehrere Ersatzwirtel für meine Handspindel machen, gibt´s da Erfahrungen oder Tricks zur Herstellung?

Ich habe seit der Schulzeit keinen Ton mehr angefaßt, aber der Winter wird lang und so ein bißchen Gebrauchsgegenstände herstellen müßte doch gehen... soll auch keinen Schönheitspreis gewinnen, aber zweckmäßig sein.

Bin für Anregungen dankbar!

Gruß Tjorven
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Beitragvon Ingo » 20.09.2004, 10:26

Hallo, ich hänge gleich noch eine Frage dran:

wie wird gewährleistet, dass z.B. das Loch in einer Wirtel für den Spindelstab nach dem Brennen die richtige Größe hat bzw. ändern sich die Maße beim Brennvorgang?

Noch einen schönen Tag

Gruß, Ingo
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Beitragvon N.R.U. » 20.09.2004, 12:55

Sabine hat geschrieben:
Hallo Ihr beiden,
habe gerade meine vierte Spindel fertig, muß aber gestehen, daß ich den Ton nich gebrannt habe, sondern sog. lufttrocknenden Ton genommen habe (kann man auch für 10 Min. bei 150 ° C im Ofen trocknen. Geht wunderbar.

Stimmt, normaler Ton schrumpft beim Brennvorgang. Aber da meine Spindelstäbe ja auch ein wenig konisch zulaufen (ich schnitze sie mir aus kleinen Ästen, die ich beim Spazierengehen so finde ;o)), schiebe ich die Wirtel einfach ein bischen höher hinauf, bis sie wieder fest sitzt.

Liebe Grüße
Sabine
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Beitragvon Tjorven » 21.09.2004, 08:41

Super Idee, den Ton einfach nur trocknen zu lassen - bin ich noch gar nicht drauf gekommen!!! Man setzt sich ja eh zum Spinnen nicht unbedingt in den Regen und die Lebensdauer von Spinnwirteln ist (zumindest bei mir...) sowieso begrenzt.
Probiere ich auch auf jeden Fall aus!!!
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Beitragvon N.R.U. » 21.09.2004, 13:01

Sabine hat geschrieben:Hallihallo,

schade, da Experiment mit dem zweifarbigen Spinnwirteln aus Ton ist leider etwas schief gegangen, da die beiden Tonsorten unterschiedlich schrumpfen. Die kleinen Perlen auf der einen Wirtel konnte ich zwar wieder ankleben, der Ring um die zweite fiel runter und das war's .
Ich experimentiere aber noch ein bischen weiter.

Liebe Grüße
Sabine
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Beitragvon Flinkhand » 21.09.2004, 13:59

Hallo zusammen,

ich hab von Tonarbeiten auch keine Ahnung, aber ich weiß, daß in Düppel ein paar Spinnwirtel nicht verwendet werden können, weil das Loch nach dem Brennen nicht mehr zu den Spinnstäben gepaßt hat *seufz*. Ergo denk ich mir, daß man es anders herum machen sollte: Erst den Wirtel kneten und brennen, und dann den dafür geeigneten Spinnstab herstellen. Ich denke, so wird ein Schuh (ähh, eine Spindel) draus.

Viele liebe Grüße,
Claudia,
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Beitragvon Ingo » 21.09.2004, 18:05

Hallo Sabine,

mir ist da heute folgendes eingefallen:

Was spricht eigentlich dagegen, bei einem Wirtel aus ungebranntem Ton, diesen gleich auf dem Spindelstab zu modellieren. Es wäre doch z.B. eine einfache Hilfe, quer zur Achse des Stabes eine kleine Bohrung zu versehen, dort ein kurzes Hölzchen (z.B. geköpftes Streichholz) durchzustecken (soll auf beiden Seiten des Stabes gleichmäßig herausragen) und auf/um dieses Stäbchen herum die Wirtel zu formen - das hätte den Vorteil, das eine Kontrolle über gleichmäßige Form der entstehenden Wirtel durch Drehbewegung des Stabes um die Längsachse ständig erfolgen kann, die Wirtel hätte genau die richtige "Bohrung" und sitzt auf dem "ummauerten" Querholz richtig fest - dann nur noch auf dem Stab trocknen lassen (einfach an der Luft oder "beschleunigt" in der Backröhre?).

Frage an Sabine: welche Art Ton benutzt Du dafür, ich habe letztes Jahr "Bastelton" (weiß ) bei Blume 2000 günstig bekommen - geht der für sowas ?

@Claudia: gute Idee, die Cheffin hat mitgedacht

Noch einen experimentierfreudigen Tag

Dieser Beitrag wurde am 21.09.2004 - 19:07 von Ingo aktualisiert

Gruß, Ingo
Ingo
 

Beitragvon N.R.U. » 22.09.2004, 08:04

Sabine hat geschrieben:
beide Tonsorten stammen von Hobby Time.
Der weiße (etwas härtere Ton, da muß man mit viel Wasser gut kneten) heißt Keramiton/Modellierton und der zweite heißt Soft-Ton. Der arbeitet sich wie Knetgummi und ist, wie der Name sagt, herrlich weich. Deiner müßte also auch gehen. Let's have a try!

Deine Idee mit dem verzapfen ist gut, brauche ich aber nicht, da die Wirteln halten *staun*. Selbst als meine kleine Tochter sie gestern in den Fängen hatte, flog keine durch die Luft . Im Moment habe ich eine Tellerwirtel in der Mache: den Spindelstab durchgesteckt und das untere Ende ein bischen tropfenförmig zur Spitze hin gezogen, also auch relativ spitz zulaufen lassen. Hält. Die Verzierungen (kleine weiße Kügelchen und "Striche/Würste" habe ich vorher schon trocknen lassen und dan eingearbeitet. Jetzt halten sie !

Viel Spaß
Sabine
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Beitragvon Mina » 23.09.2004, 07:56

Nur so ein Gedanke ...

Wäre Spindelbauen (Tonwirtelherstellung und Spinnstäbe schnitzen) nicht ein gutes Thema für unser Flinkhandtreffen?

@Sabine: Wie zeitaufwendig ist die Herstellung ... schaffen wir das an einem verlängerten Wochendende?

Liebe Grüße
Mina
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Beitragvon N.R.U. » 24.09.2004, 17:14

Sabine hat geschrieben:
Hallo Mina,
spielend!!!!! Das aufwendigste ist halt nur, ein paar hübscher gerade gewachsene Stöckchen zu finden ! In 20-30 Minuten ist das Ding fertig und kann dann trocknen. Können wir ja gerne machen!!!

Liebe Grüße
Sabine
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