Hochdorf Band nach 'Bunte Tuche'

Hier geht es um Bänder nach historischen Vorlagen. Wer hat Vorlagen, aus welcher Zeit gibt es welche Funde?

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Hochdorf Band nach 'Bunte Tuche'

Beitragvon SilviaAisling » 08.02.2014, 13:20

Moin, Moin,

schon lange habe ich damit geliebäuget, vor zwei Wochen habe ich mich dann endlich drangesetzt und habe das Band Hochdorf TC 106 nach dem Buch des Keltenmuseum Heuneburg 'Bunte Tuche gleißendes Metall - Frühe Kelten der Hallstattzeit' gewebt.

Da das Original nur ein kleines Fragment ist, hatte ich ein wenig 'künstlerischen Freiraum', den auch genutzt habe, um drei verschiedene Versionen zu weben.

Hier ist das Ergebnis:
Bild

Die ursprüngliche Musteranleitung ist aus dem Buch 'Bunte Tuche'

Und wer noch mehr Bilder gucken möchte, der findet sie auf meiner Seite:
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Beitragvon Peregrina » 08.02.2014, 17:10

Das ist schön geworden!

Dabei fällt mir auf - dasselbe Muster, nur mit einem Faden gewebt und mit einer Raute drumherum ist das Gleiche wie auf dem breiten Band am blauen Tuch. Das kann durchaus die gleiche Hand gewesen sein, was meinst Du?
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Beitragvon SilviaAisling » 08.02.2014, 17:16

Das kann sehr gut sein - Hochdorf hat ja sehr viele Muster, die sich sehr ähnlich sind. Allerdings gibt es ja auch Gruppen, die behaupten, dass ein Teil der Stoffe und der brettchengewebten Borten, südeuropäische Importwaren sind, weil die Schafe in Deutschland damals einfach keine so feine Wolle hergaben.

Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob die brettchengewebten Borten wirklich importiert wurden, oder ob man nur die Wolle eingeführt hat, denn ich kenne nur brettchengewebte Bänder aus Italien, aber nicht von dem Haupthandelspartner der Hochdorf-Kelten, den Griechen.

Ich bin jedenfalls sehr froh, dass dies ein Motiv ist, das vollkommen unproblematisch ist ;-)
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Beitragvon Peregrina » 08.02.2014, 18:07

Zum Teil sind die Bänder ja aus Dachshaar, und das gibts auch in heimischen Wäldern. Also Wolle als Importware kann ich mir durchaus vorstellen, vielleicht sogar schon fertig gefärbt.
Aber ich denke, die Bänder sind so stilverwandt, daß sie aus derselben Werkstatt kommen können, egal wo die nun gewesen ist.
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Beitragvon SilviaAisling » 08.02.2014, 19:06

Ich frage mich immer, wie viele Dachse für den Fürsten sterben mussten.

Denn eigentlich eignet sich nur das weiche Fell unterm Bauch zur weiteren Verarbeitung zu verwebbaren Fäden. Und ich glaub nicht, dass man die Tiere rupfen kann.

Oder gab es auf der Kline ein Tuch mit Dachsfell und die Haare sind (man kennt es ja von Katzenhaaren) überall hängen geblieben und haben einige Untersuchungsergebnisse verfremdet? Man hat ja von vielen Textilien nur Fragmente geborgen...

Egal, das Grab ist nach all den Jahren immer noch spannend und ich würde mich sehr freuen, wenn man nach über 20 Jahren die Textilfunde noch einmal mit moderner Technik untersuchen würde.
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Beitragvon Peregrina » 08.02.2014, 21:35

Dachse kann man auch essen. Man hat sie also nicht nur wegen des Fells umgebracht, denke ich.
Aber eine Neuuntersuchung wäre wirklich toll! Dann gibts bestimmt viele neue Erkenntnisse (und auch ein paar lange Gesichter, wenn man sich von liebgewordenen Vorstellungen verabschieden muß ;-) ).
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