Ladoga Objekt Nr. I / 7

Hier geht es um Bänder nach historischen Vorlagen. Wer hat Vorlagen, aus welcher Zeit gibt es welche Funde?

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Ladoga Objekt Nr. I / 7

Beitragvon SilviaAisling » 10.09.2015, 17:28

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Ich habe mich da an ein skandinavisch/russisches Band aus dem 10./12. Jhd. versucht.

Laut Buch ist es ein Köperband, aber ich bin der Meinung, dass es als Zweilochgewebe gewebt wurde.

Zuerst habe ich das Muster mit 8 Brettchen versucht, bin aber dann auf 7 'umgestiegen' weil das Muster richtiger aussah.

Mehr Infos gibt es auf meiner Homepage http://aisling.biz/index.php/galerie/historisch/fruehmittelalter/257-ladoga-objekt-nr-i-7
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Re: Ladoga Objekt Nr. I / 7

Beitragvon Tiamat » 10.09.2015, 18:37

Was für eine Arbeit :anbet:

Alleine der Größenvergleich mit den Cent-Stück... Hut ab :blink2:
Ich war es nicht und weiß auch nicht, warum es schief ging -.-
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Re: Ladoga Objekt Nr. I / 7

Beitragvon Celestin » 10.09.2015, 23:10

Das Band ist einfach wunderschön!
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Re: Ladoga Objekt Nr. I / 7

Beitragvon marled » 11.09.2015, 08:04

Diese Art von Muster kann man schön mit Webkamm machen, wie es Jahrhunderte später in diesen Regionen auch gemacht wurde. Beim Nachweben der gelesenen Muster habe ich festgestellt, dass die Anzahl der Musterfäden immer ungerade ist, vielleicht gilt das ja auch für die Zweilochtechnik!
Das Band ist jedenfalls sehr gelungen und meiner Meinung nach sehr dicht an der Vorlage/Fund.
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Re: Ladoga Objekt Nr. I / 7

Beitragvon Brynja » 11.09.2015, 10:38

Wow, das ist wunderschön!!
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Re: Ladoga Objekt Nr. I / 7

Beitragvon Ziiile » 11.09.2015, 11:39

marled hat geschrieben:Beim Nachweben der gelesenen Muster habe ich festgestellt, dass die Anzahl der Musterfäden immer ungerade ist, vielleicht gilt das ja auch für die Zweilochtechnik!

Beim Kammweben ist das wirklich so. Beim Brettchenbeben im Baltikum, wo Zweilochtechnik einfach DIE Technik ist, ist immer eine gerade Zahn der Fāden, nāmlich 4 oder 8,12,16, 20 usw. Die Finnen weben ihre historischen Bānder (nich als Zweiloch) aber mit ungerader Zahl der Brettchen. Gibt es da vielleicht einen Zusammenhang... :nixweiss:
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Re: Ladoga Objekt Nr. I / 7

Beitragvon Tjorven » 12.09.2015, 08:11

Sehr schön geworden, Silvia! Ich bewundere wirklich dein Durchhaltevermögen bei den Rekonstruktionen!
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Re: Ladoga Objekt Nr. I / 7

Beitragvon SilviaAisling » 12.09.2015, 11:31

Dankeschön für euer ganzes Lob.

Seitdem ich einen neuen Webstuhl habe, mit dem ich auch sehr kurze Ketten aufziehen kann, experimentiere ich noch mehr als bisher. Das Band hier ist gerade mal 1,20 m lang und war eine Woche Arbeit (ohne das Grübeln über die Anleitung zu berücksichtigen).

Ich kenne schon einige Bänder in zweilochtechnik, aber das hier ist das einzige mit einer ungeraden Brettchenanzahl. Ich hatte nach der Auswertung des Artikels im Buch auchgedacht, dass es eine gerade Anzahl sein müsste und hatte auch ursprünglich so aufgekettet.
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Re: Ladoga Objekt Nr. I / 7

Beitragvon ate » 13.09.2015, 14:10

Sehr fitzelig. Hast Du eine Lupenbrille beim Arbeiten aufgehabt? Toll.

LG Ate
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Re: Ladoga Objekt Nr. I / 7

Beitragvon SilviaAisling » 09.01.2017, 15:13

Ich habe festgestellt, dass einige der Borten aus Ladoga wesentlich dickeres Material benötigen, als sonst üblich.

I / 7 hatte ich ursprünglich mit meiner Standard 20/2 Wolle gewebt und hatte ein viel zu dünnes Band. Deswegen bin ich auf 9/2er Wolle umgestiegen.

Ich habe über Weihnachten ein weiteres Band gewebt, wieder recht einfach 3 Musterbrettchen in Zweiloch, an jeder Seite 4 Randbrettchen.

Ursprünglich hatte ich noch vermutet, dass es Köpertechnik sein könnte, aber nachdem ich über einen neuen englischsprachigen Artikel gestolpert bin, gehe ich davon aus, dass es Zweilochtechnik ist. Auch wenn die Autoren anders denken.


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