Elisenhof E- 417

Hier geht es um Bänder nach historischen Vorlagen. Wer hat Vorlagen, aus welcher Zeit gibt es welche Funde?

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Elisenhof E- 417

Beitragvon steffi241 » 12.06.2006, 07:23

Hallo, auch wenn das jetzt vielleicht von euch keiner braucht, oder einige die Seite schon kennen, ich poste es trotzdem mal.
Steinmaus hat das Muster aus dem Hansen "repariert" und in eine vernünftige Schreibweise gebracht. Zeitlich irgendwas zw. 6- 8 Jhd., genau weiß ich das nicht.
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Beitragvon Rigana » 12.06.2006, 13:32

Danke für den Hinweis, Steffi :-)

Mich interessiert das Muster schon länger, aber ich habe mir noch nicht die Mühe gemacht, es umzuschreiben.

Leider weiß ich auch nicht die Datierung dieses Bandes :wacky: Hansen ist in seinem Buch immer so undeutlich... Weiß da jemand mehr?

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Beitragvon Hallveig » 24.09.2006, 17:28

Hallo!
In dem Fundbericht "Textil- und Schnurreste aus der frühgeschichtlichen Wurt Elisenhof" wird der gesamte Komplex der Textilfunde auf das 8. Jahrhundert n.Chr. datiert. Das Band E-417 ist allerdings nicht typisch für Elisenhof, sondern das einzige seiner speziellen Art, welches dort (und überhaupt in Deutschland!) gefunden wurde...

Unser Zierband ist bisher das einzige seiner Art, das auf deutschem Boden gefunden wurde. Sein Fundort Elisenhof liegt an der Mündung der Eider in die Nordsee, also an einem Schiffahrtsweg, der nach Haithabu führte, jener Stadt, die im Handelsaustausch zwischen Skandinavien und dem ostbaltischen Raum einerseits und dem fränkischen Reich andererseits eine gewichtige Rolle spielte. Damit stellt sich für unser Band die Frage, ob es aus dem skandinavisch-baltischen Raum oder aus dem Westen an seinen Fundort gelangt ist oder ob gar an einheimische Fertigung gedacht werden darf.

(Seite 70 des Fundberichtes).

Das Band E-415 hingegen finde ich persönlich viel interessanter ;-)
offenbar hat eine einheimische einfache Weberin versucht, irgendwann gesehene Prachtbänder aus einfacher Wolle nachzuweben...

und in dem Steinmaus-Webbrief fehlt zum E-417 leider der Rand... :gruebel: aber ansonsten dürfte das gut hinkommen mit dem Muster...

Gruß
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Beitragvon steffi241 » 24.09.2006, 18:48

Hallo Hallveig,

super Infos! :-)

Hallveig hat geschrieben:und in dem Steinmaus-Webbrief fehlt zum E-417 leider der Rand...


Ja, das ist das Problem von Egon Hasen und seinen Interpretationen im Buch Tablet weaving. Steinmaus hat lediglich den dort abgedruckten Webbrief "repariert" (denn fast alle Musterbriefe sind fehlerhaft).
Hansen interpretiert einige Bänder doch sehr frei :motz: , ich habe jetzt schon bei einigen Bändern die Originalfundstücke gesehen (in den Funderichten) und manche sehen ganz anders aus. Lediglich manche Mustersequenzen ähneln. :wacky:

Aber sind denn in dem Buch über die Schnurreste von Elisenhof gute Bilder und Beschreibungen der Funde, also Webart usw.? Ich habe das Buch nämlich noch nicht ausgeliehen.
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Beitragvon Hallveig » 25.09.2006, 06:32

Guten Morgen!
In dem Fundbericht dreht es sich überwiegend um Stoffe, Garne, Säume, Stiche und Schnüre (geflochten, gedreht), die Brettchenborten nehmen nur insgesamt 7 Seiten (A4) in Beschlag.
Allerdings sind die Borten recht genau beschrieben und mehrfach fotografiert (leider nur schwarz-weiß, aber die Farbgebung wird ja auch beschrieben).
Würde ja hier mal einiges reinstellen, aber eben gerade hat sich mein Scanner/Kopiergerät (neu! :scheisskram: ) verabschiedet... *grml*

Auf jeden Fall lohnt es, sich den Bericht zu holen; er gibt z.B. auch mehr zu den Wickelbändern (17 Funde) her, als die Haithabu-Funde....

Noch einmal zum E-417 (kleiner Ausschnitt aus der Beschreibung von S. 69):

Die Außenkanten werden von je 2 S- und Z-Strängen gebildet, wie sie beim Weben mit 4-Loch-Brettchen entstehen, wenn alle 4 Löche bezogen sind. In den beiden Randpaaren stehen die Brettchen nicht parallel nebeneinander, sondern sind einander spitzwinklig zugekehrt.
Die beim Drehen entstehenden Zöpfe oder Stränge zeigen daher in jeder Kante S- bzw. Z-Struktur. Die Zahl der Kettzwirne zwischen den Kanten ließ sich infolge der extrem dichten Webung nicht mit Sicherheit bestimmen, sie dürfte 18 oder 19 S-Zwirne umfassen. Um das auf der Bandvorderseite klar erkennbare, plastische hervortretende Flechtornament herzustellen, wurden die Kettgarne zwischen den soeben beschriebenen Kanten jeweils nur in 2 Löcher der Webbrettchen eingezogen, und zwar in 2 Löcher, die in der Flucht einer Kante liegen. Es können hierbei auf Vierkantbrettchen verwendet worden sein, die überhaupt nur an den 2 Ecken einer Kante gelocht waren. Wir kennen solche Brettchen aus dem Dejbergfund.....


Gruß,
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Beitragvon Rigana » 25.09.2006, 08:48

Handelt es sich bei diesem Fundbericht um den Artikel von Hundt? Ist das eine eigenständige Publikation oder ein Artikel?

Ich sollte mir den doch mal ausleihen.

Liebe Grüße,
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Beitragvon Beate » 25.09.2006, 09:31

Das ist ein eigenständiges Buch:
"Die Textil- und Schnurreste der frühgeschichtlichen Wurt Elisenhof" v. Hans-Jürgen Hundt aus der Reihe: Studien zur Küstenarchäologie Schleswig-Holsteins
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Beitragvon Flinkhand » 25.09.2006, 18:17

@Hallveig: So neugierig ich auch bin, BITTE KEINE GESCANNTEN SEITEN AUS BÜCHERN HIER EINSTELLEN!!!! Das verstößt gegen das Copyright! ;-)
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Beitragvon Hallveig » 26.09.2006, 05:54

Oha, das habe ich fast vergessen... :-) keine Sorge, ich werde dran denken!
Gruß
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Beitragvon Wyvern » 26.09.2006, 08:07

Aber abtippen und abmalen geht. :devil:
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