Seifenrezepte und Zutaten

Wie man Seife selber macht und wie man gute Düfte da hineinbekommt.

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Beitragvon Kattugla » 24.03.2009, 20:16

"Klassisch" wars bei der Seife ja auch keine Natronlauge aus der Apotheke. :blush:

Eine taugliche Lauge gibt eine Lösung aus Holzasche, die zum Einsumpfen angesetzt und dann abgeseiht wird.
Entscheidend ist der pH-Wert, da muß ich nochmal nachforschen, wie weit über 7 der sein muss.
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Beitragvon Radegunde » 25.03.2009, 09:44

Oh ja gerne!! Ich liiieebe klassische Rezepte!
Ich hatte schon einmal eine Lösung aus Holzasche zum Färben verwendet - (und nur das Abseihen vergessen, sodass es hinterher ganz viele Holzkohlekrümel überall in der Wolle gab :wacky:)
Wenn mir das bei Seife auch passieren sollte, wird es vermutlich eine Seife mit Peeling-effekt :-)
Andererseits fängt ja eine Holzaschenlösung nicht von selbst an zu kochen; muss man das Ganze also auf den Herd stellen oder ist auch eine Kaltrührung möglich?

Grüssle
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Beitragvon Kattugla » 25.03.2009, 13:09

Das mit dem Kochen ist bei der Aschelösung nicht.
Kommt erst später. :blush:

Jetzt ist mir auch wieder eingefallen, wo ich das schonmal gelesen hatte: http://www.smon.de/Selbstversorgung5.htm
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Beitragvon Kattugla » 26.03.2009, 00:59

Hab gerade nochmal bei meinem laborantierenden Schatz nachgefragt:

Beim Aufschlämmen und Abseihen der Asche entsteht eine Lauge, die vom pH-Wert allemal Richtung 14 geht, also sicher zum Verseifen taugt.
Hauptbestandteil ist Kalilauge. Reste lassen sich mit Essigessenz neutralisieren, was entsteht, ist Kaliumacetat, das ist ökologisch unbedenklich.

Natronlauge kann man als Kristalle oder Tabletten beziehen, da ist die Lagerung recht sicher, der Vorteil ist, dass Du immer nur die Menge an Natronlauge ansetzt, die Du auch brauchst.
Ist übrigens mal ne lustige Idee, mit Natronlauge Laugengebäck herzustellen - die Bäcker nehmen dazu nämlich auch die ganz "böse" Natronlauge NaOH. 3%ig.
Sollte doch was übrigbleiben, kannst Du das analog zur Aschelösung mit Essigsäure neutralisieren, das entstehende Natriumacetat ist ebenfalls ökologisch unbedenklich.

Zu bedenken gebe ich allerdings noch folgendes: kaliumhaltige Laugen ergeben beim Verseifen eher Schmierseife. Schöne Stückseife bekommst Du in der Tat nur mit einem hohen Natriumanteil in der Lauge.

Ach ja: in jedem Fall Gummihandschuhe anziehen! ;-)
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Beitragvon Radegunde » 26.03.2009, 09:12

Liebe Chemiespezialisten,
Beim Verseifungsprozess braucht man die OH-Gruppen von der Natronlauge, mit Soda funktionier das ganze nicht.

Würde es denn funktionieren können, wenn ich zum Soda auch noch Wasserstoffsuperoxyd hinzufüge (ich glaube, das ist H2O3, aber ich bin mir nicht ganz sicher)?

Hallo Kattugla,
ich hab' mich gestern durchs Internet gewühlt und die Information gefunden, dass die Ägypter eine Mischung aus Holzaschelösung und Natriumkarbonat verwendet hätten - leider gab es keine sonstigen Hinweise, wie eine daraus gesiedete Seife nun aussieht (Schmier- oder Stück oder etwas dazwischen)
Es gab leider auch keine Mengenangaben (seufz)

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Beitragvon Kattugla » 26.03.2009, 10:22

Radegunde hat geschrieben:...Hallo Kattugla,
ich hab' mich gestern durchs Internet gewühlt und die Information gefunden, dass die Ägypter eine Mischung aus Holzaschelösung und Natriumkarbonat verwendet hätten - leider gab es keine sonstigen Hinweise, wie eine daraus gesiedete Seife nun aussieht (Schmier- oder Stück oder etwas dazwischen)
Es gab leider auch keine Mengenangaben (seufz)...

Da haben wir dann ein Detail, wo es plötzlich wichtig wird, ob historische Rekonstruktionen in einem lokalen Kontext stehen. :cool:
Die heimischen Harthölzer produzieren in der Tat eine kaliumhaltige Asche.
je weiter Richtung Süden Du kommst, umso natriumhaltiger wird das Holz.
Da werden die Ägypter schon Stückseife gehabt haben. Aus mediterraner Holzasche, die als Baum eben nie Minusgrade erlebt hat...
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Beitragvon Carola » 26.03.2009, 11:05

Vielleicht wurde die Seifenlauge deshalb gesalzen? Könnte es sein, dass sich das Natrium löst und die Seife fester macht?
www.igwolf.de
jetzt auch auf facebook: www.facebook.com/pages/IG-Wolf-eV/181515928555627
Versuch es erneut. Scheitere wieder. Scheitere besser.
(S. Beckett)
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Beitragvon Kattugla » 26.03.2009, 13:09

Carola hat geschrieben:Vielleicht wurde die Seifenlauge deshalb gesalzen? Könnte es sein, dass sich das Natrium löst und die Seife fester macht?

Das gelöste Natriumchlorid sollte sowas wie eine Pufferlösung sein, wenn mich nicht alles täuscht, also den pH-Wert stabilisieren, wenn Die Zutaten nicht so genau stimmen.
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Beitragvon Schneiderschneck » 26.03.2009, 16:52

Salz macht bei "normaler" Lauge die überschüssige Lauge schwer, so dass die fertige Seife oben schwimmt, und bei Kalilauge oder Aschenlauge, mit denen sonst nur weiche Seife machen kann, wird die Seife fest. Hier ist das ganz nett beschrieben, auch mit dem ph-Wert:
http://www.seifen.at/Kernseifen.htm und http://www.dammer.info/Seifenherstellun ... lalter.pdf


Aber nochmal zurück zu meiner Frage: warum sollte ich Seife nicht in einem normalen Edelstahltopf kochen, der doch hinterher viel sauberer ist als vorher? :devil:
Ich meine, Edelstahl hat keine Poren, in denen sich Lauge oder was auch immer festsetzen kann und beim nächsten Spaghettikochen den Topf überschäumen lässt...
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Beitragvon Kattugla » 27.03.2009, 02:03

Die "Profis" nehmen nur Edelstahl - von wegen der chemischen Eigenschaften der Lauge...
Hier noch was von Leuten, die da tonnenweise Erfahrungen angesammelt haben:
http://forum.naturseife.com/
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