Bauanleitung Brettchenwebstuhl

Was man nicht kaufen kann, muß man sich eben selber bauen. Hier geht es darum, wie man sich Werkzeuge und Arbeitsgeräte von der Dreule bis zum Gewichtswebstuhl selber bauen kann.

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Bauanleitung Brettchenwebstuhl

Beitragvon Flinkhand » 25.02.2004, 14:01

Hallo zusammen,

ich arbeite schon seit einem Jahr mit dem Ashford Inkle Loom und bin mit dem Webstuhl nicht ganz zufrieden, weil die Stabilität der Konstruktion bei hoher Spannung oft zu wünschen übrig läßt. Da der Webstuhl oben keine stützende Querverbindung hat, stellen sich die beiden vertikalen Holzpflöcke immer ein wenig schräger, so daß sich das ganze Konstrukt \"nach innen\" biegt und sich die Stäbe so neigen, daß die Kettfäden Gefahr laufen, irgendwann einfach runter zu rutschen (so extrem ist es zwar nicht, aber die Tendenz dazu ist da). Dadurch daß das Ganze schief wird, hab ich dann natürlich auch keine gleichmäßige Spannung mehr auf allen Kettfäden ...

Nun such ich immer noch nach einer Alternative, sozusagen der \"eierlegenden Wollmilchsau\" aller Brettchenwebstühle. Avhy hat mir einen Bauplan geschickt, der auf dem Modell von Staudigel basiert, und ich denke, ich werde das mal bei meinem Ritter in Auftrag geben.

Nun hätte ich aber auch gern mal gewusst, womit Ihr denn arbeitet, was Eure Erfahrungen mit den einzelnen Webstühlen sind und ob irgendwer schon diese eierlegende Wollmilchsau, den Webstuhl der Webstühle, gefunden hat.

Viele liebe Grüße,
Claudia,
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Beitragvon N.R.U. » 25.02.2004, 15:28

Sabine hat geschrieben:Hallo Claudia,
ich webe jetzt seit einiger Zeit an dem Staudigelwebrahmen. Zwar rutschen mir nicht die Fäden ab, aber die vertikalen Hölzer verziehen sich bei großer Spannung ebenfalls. D.h, schon bei 22 Brettchen hängt dass innerste Brettchen durch, während das letzte eingeschorene Brettchen noch ordentlich gespannt ist. :o((

Besagte Freundin (Keltin) hat einen Nachbau aus dem Internet, bei dem die Querhözer durch ein Gegenbrett gestützt werden. Sie ist diesbezüglich sehr zufrieden!!! Aber der hat (glaube ich) andere Macken. Vielleicht loggt sie sich ja noch ein. Habe die Empfehlung weitergegeben und sie weiss auch von Deiner Anfrage, nach GTT Mustern. Na, mal sehen... Sie war jedenfalls interessiert!
Viele liebe Grüße
Sabine

P.S. Ich glaube, Alheydis hat ein ähnliches Problem, wie Du und hat da eine Lösung mit einem eingeschlagenen Nagel, aber da soll sie lieber selber was zu schreiben - gelle?

Viele Grüße von einer total verschnupften Sabine
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Beitragvon Flinkhand » 25.02.2004, 16:09

Das mit dem Gegenbrett habe ich mir auch schon überlegt. Es muß einfach eine Möglichkeit geben, daß sich die vertikalen Hölzer nicht unter der Spannung "drehen". Eine Möglichkeit wäre ja, den Rahmen von beiden Seiten her mit Hölzern zu stützen, also auf beide Seiten der Stäbe vertikale Hölzer zu setzen, aber dann kann man nicht mehr so gut schören ... aber vielleicht geht es ja auch mit zwei horizontalen Hölzern, eins vor und eins hinter den vertikalen Hölzern. Dann müßten sie doch eigentlich bombenfest sitzen, oder?

Hm, sonst noch jemand eine Idee?

Viele liebe Grüße,

PS: Bitte keine bakterienverseuchten Knutscher, wenn ich bitten darf!
Claudia,
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Beitragvon Johanna von Callmunz » 25.02.2004, 16:28

Hallo zusammen,

also ich webe auf dem Rahmen vom Staudigel und mir ist das Problem auch bekannt, ich lasse meine Bänder bis ca. 3 cm vom Rahmen "wegrutschen", löse dann die Spannung schiebe das Band und die Kettfäden wieder Richtung Rahmen und spanne neu, das Spiel solange bis ich fertig bin. Das Problem tritt allerdings nur bei sehr hoher Spannung auf.
Ich kann die Spannung auch viel feiner einstellen als das Staudigel macht, denn ich hab die Spannvorrichtung umkonstruiert.
Natürlich wäre der genau gleiche Rahmen auf der Gegenseite das Beste, nur Staudigelsrahmen ist nicht garade so preiswert, dass man sich davon mehrere leisten kann.
Wenn sich jemand jedoch noch ein Gegenstück basteln oder kaufen will, einfach nach dem Schären und vor dem Spannen, das Gegenstück auf die Hölzer aufstecken und schon dürfte es klappen.

Noch Fragen dazu, bin gerne bereit zum Experiment.

Gruß

Johanna
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Beitragvon N.R.U. » 25.02.2004, 16:45

Alheydis hat geschrieben:Ich habe nur einen Nachbau vom Ashford (Papa sei Dank). Ich habe in den oberen vertikalen Pflock einfach links und rechts einen Nagel reingeschlagen .... Runterrutschen tut es jetzt zwar nicht mehr, aber dafür hängen die Fäden dann alle auf einer Seite
Die Bauzeichnung für den Staudigel habe ich Daddy jetzt auch mal rübergeschickt, er soll ihn mir nachbauen. Ich werde ihm das Problem mal schildern, vielleicht fällt ihm dazu etwas ein Er wird wie immer begeistert sein

Viele Grüße
Alheydis
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Beitragvon Flinkhand » 25.02.2004, 16:59

@ Johanna: Na das interessiert mich jetzt aber brennend: Wie hast du denn die Spannvorrichtung umkonstruiert? Ich suche immer noch nach einer guten Lösung, und mir will einfach nichts Gescheites einfallen *gespanntbin*. Ich weiß nicht, ob es notwendig ist, die gesamte Gegenseite "aufzusetzen" - vielleicht reicht ja da auch ein Holz mit 2 Löchern für die beiden obersten Stäbe, was meinst du?

@Alheydis: Ja, frag mal deinen Vater! Ich bin ja mal neugierig, ob nicht vielleicht doch noch mal ein perfektes Konstrukt herauskommt.

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Beitragvon N.R.U. » 25.02.2004, 16:59

Sabine hat geschrieben:Einen wunderschönen guten Abend (*schnief*)
hier ein paar LINKS aus dem Internet (Bauanleitungen, Schemazeichnungen u. ä.)
bauanleitung-NC-Peters

Toli's Webstuhl
Das ist übrigens der Webstuhl, den meine Freundin benutzt. Da rutschen keine Bänder runter, da verzieht sich nichts (*hatschi*), aber die Bänder werden nur 2,5 m lang (glaube ich). Allerdinge kann sie unheimlich VIELE (!) Bretter einziehen

Dann natürlichGuntram's Webstuhl, den man/frau auf seiner Website findet. Allerdings auf englisch....
Guntram's

...und ein Bild vom Oseberg-Webstuhl:
oseberg
So, ich hoffe, die LINKS funktionieren
Let's have a try
Sabine
P.S. Uuups, neuer Versuch

Dieser Beitrag wurde am 25.02.2004 - 18:00 von Sabine aktualisiert
Dieser Beitrag wurde am 25.02.2004 - 18:03 von Sabine aktualisiert
Dieser Beitrag wurde am 25.02.2004 - 18:10 von Flinkhand aktualisiert
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Beitragvon Flinkhand » 26.02.2004, 14:22

Die Konstruktion von NC Peters hab ich ehrlich gesagt nicht richtig begriffen

Toli's Webstuhl ist ähnlich wie der Ashford aber an beiden Seiten dicht (kann ich also nicht schön schären)

Guntram's ist schön einfach, aber ich webe am besten mit ziemlich hoher Spannung, und da weiß ich nicht, ob ein Gewichtswebstuhl dafür das richtige ist ...

Und wie reguliert man die Spannung beim Oseberg-Modell?

Wenn ich mich dran setze und die Arbeit ein funktionstüchtiger Eigenbau werden soll, dann überlege ich mir vorher genau, welche Ansprüche ich hab und wie man sie am besten umsetzen kann. Ist also irgendwie alles noch nicht die eierlegende Wollmilchsau

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Beitragvon Tanya » 26.02.2004, 19:20

hmmm ... aber wenn man Tolis Webstuhl so baut, dass man das eine Brett einfach so abnehmen kann, während die Querstreben nur im anderen Brett fest verankert sind, müsste man doch genausogut wie am Ashford (den ich übrigends auch verwende und genau dasselbe Problem hab ... ich webe seitdem mit weniger Spannung) die Fäden einziehen können. Und wenn alles an seinem Platz ist, setzt man das lose Brett ein, macht es irgendwie schnell fest und kann mit viel Spannung weben ... oder nicht?

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Beitragvon N.R.U. » 26.02.2004, 19:35

Sabine hat geschrieben:Tjaaaa, meine Freundin ist auch nicht hundertprozentig mit diesem Webstuhl zufrieden, da er die Arbeit nur unwesentlich erleichtert. Wenn das Band erst mal aufgespannt ist, kann man halt mal schnell aufhören, zum Handy hechten oder das Kind vom heissen Herd wegholen.

Der Nachteil ist, soweit ich das ganze beurteilen konnte war: Sie hat die Bretter wie üblich eingeschoren, gekämmt, oben mit einem starken Gummiband versehen, um die Querhölzer gelegt und das Gummiband am unteren Ende der Kettfäden unter Spannung befestigt. Ein riesengroßer Nachteil ist mir dabei aufgefallen, man kann nicht nachspannen. Wenn das Gummiband ausgedehnt ist, hat man ein Problem. Aber die Freundin sagte, bei 2 m, wäre das noch nicht so schlimm..................
Ihr letztes Band umfasste an die 50 Brettchen, die gleichmäßig gespannt waren und nicht abrutschten.

M.a.W. jeder Webrahmen hat irgendwo einen Pferdefuß, glaube ich.
Viele Grüße
Sabine
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