Lederahle

Was man nicht kaufen kann, muß man sich eben selber bauen. Hier geht es darum, wie man sich Werkzeuge und Arbeitsgeräte von der Dreule bis zum Gewichtswebstuhl selber bauen kann.

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Lederahle

Beitragvon Ingo » 30.03.2005, 08:40

Für die Befestigung einer Laufsohle, sei es nun als zusätliche für einen Bundschuh oder alleinige für einen wendegenähten Schuh, würde ich immer eine abgewinkelte oder gebogene Ahle nehmen, um nicht an der Sohlenunterseite, sondern seitlich (aus der Schnittkante des Leders) mit dem Faden rauszukommen.

Da solche Lanzettnadeln im Ledergeschäft so richtig fett Geld kosten (besonders die abgewinkelten) , habe ich mir ganz fix eine selbst gemacht.

Dazu nehme man/frau einen dünnen Stahlnagel (ca. 1,3-1,5 mm stark und 30-35 mm lang, z.B. einen mit dem Stromkabelschellen auf Putz genagelt werden), schleife den Nagelkopf ab, biege mit einer/zwei Flachzangen das vordere Drittel (ca. 10 mm) in einem Winkel von 35 - 40° ab und schleife die Spitze auf einer Länge von 7-8 mm dreikantig spitz zu.

Die Ahle dann in einen "Handnähapparat" für Leder (Handgriff mit verstellbarer Aufnahme für Ahlen - gibt in Bastlerläden für wenig Geld) einstecken und los gehts.

Gruß, Ingo
Ingo
 

Beitragvon N.R.U. » 28.09.2005, 23:17

Jade hat geschrieben:
Eine Ahle für Lederbearbeitung ist toll und praktisch.
Wer richtig damit umgehen kann ist klar im Vorteil.

Wer es einfach haben will, stanzt schlicht und ergreifen die Löcher vor und nimmt eine große Nähnadel und vernäht die ganze Sache. Doppeltes Garn und das Loch verschwindet. In Verbindung mit gewachsten Garn,
(danach platt geschlagen) sieht man die Vorlochung fast überhaupt nicht mehr.
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Beitragvon Ingo » 29.09.2005, 08:09

Zu beachten ist dabei jedoch folgendes:

werden Löcher in Leder gestanzt, ist damit an dieser Stelle das Material weg, sind die Löcher zu groß gewählt, zieht sich da auch nichts mehr zusammen - dicht wird eine solche Naht nicht.

Um dem zu begegnen, sollte das Leder mit einer Nadel/Ahle (bei ungeschliffem Werkzeug) stumpf durchstoßen oder (bei geschliffenem Werkzeug) leicht trennend durchstoßen werden - dann (wie Jade schon sagte) einen gewachsten Faden durch, so zieht sich das Loch sicher zu, da hierbei kein Material weggenommen, sondern nur verdrängt wurde.

Gruß, Ingo
Ingo
 


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