*A* Werkzeuge----

Was man nicht kaufen kann, muß man sich eben selber bauen. Hier geht es darum, wie man sich Werkzeuge und Arbeitsgeräte von der Dreule bis zum Gewichtswebstuhl selber bauen kann.

Moderator: Moderatoren

*A* Werkzeuge----

Beitragvon Grace » 09.06.2006, 06:53

Guten Morgen zusammen.
Ich wollte hier mal an die Holzwürmer ;-) unter uns eine Frage stellen. Ich suche historisch belegtes Werkzeug zum Schnitzen und zur Holzbearbeitung. Ich hab mal ne Weile gegoogelt, aber entweder fehlen die Belege oder die Angaben zur Zeit oder ich hab kein Bild davon.

Wie macht Ihr das auf Lagern, wenn ihr nebenher werkeln wollt? Was benutzt Ihr für Werkzeug, um zum Beispiel Löffel zu schnitzen..... Wie glättet ihr? Schleifpapier gabs ja nicht...

Vielen Dank

Liebe Grüsse Grace
Grace
 

Beitragvon Steve » 09.06.2006, 08:17

Die übliche Frage:

Welche Zeitstellung? Welche Kultur? :biggrin:

Allgemein gibt es metallene Holzbearbeitungswerkzeuge nachweisbar seit der Bronzezeit: Säge, Flachbeitel, Schlegel.

Die in Manching (mittlere bis späte Latènekultur) gefundenen Werkzeuge haben sich bis heute kaum verändert (ok, Drehbänke wurden "etwas" moderner), aber in einer keltischen Schnitzerwerkstatt fehlte kein Werkzeug, welches heutige Zimmerleute oder Küfer noch immer in Verwendung haben!

Ich denke mal, dass Holzwerkzeuge zeitlich unempfindlich sind - sie sollten nur nicht zu modern gefertigt wirken!

Ein hervorragendes Schleifmittel (für Holz) ist Schachtelhalm!
Steve
 

Beitragvon Grace » 09.06.2006, 08:23

Vielen Dank erst mal. Ich werde mich wohl so um die zeit 1414 Deutschland bewegen, möchte aber epochenübergreifend Sachen herstellen, da ich mir damit meine Ausrüstung finanzieren will.
Grace
 

Beitragvon Claudia » 09.06.2006, 10:13

Na ja, etwas haben sich die Werkzeuge schon verändert - z.B. findet man heute sicher keine Tüllenmeißel mehr etc. Auch Hobel sind für die meisten Zeiten nicht so einfach benutzbar.

Aber gerade fürs 15. Jh hat man eigentlich keine Schwierigkeiten, auf Illuminationen (z.B. Mendelsche Zwölfbrüderstiftung) oder Gemälden entsprechende Darstellungen zu finden. Im Fundgut kenne ich mich nicht so aus, da das 15. Jh. nicht so meine Baustelle ist - da müßten andere helfen.

Statt Schleifpapier wurden übrigens verschieden gekörnte Steine und für sehr feine Schleif- und Polierarbeiten die getrockneten Halme des Sumpfschachtelhalms verwendet.
Ackerschachtelhalm (Zinnkraut) geht begrenzt auch, aber die Stengel sind viel dünner und deshalb nicht so handlich zum Arbeiten.
Claudia
Gräfin / Graf
Gräfin / Graf
 
Beiträge: 682
Registriert: 04.01.2006, 17:19
Wohnort: Dresden

Beitragvon Sleipnir » 11.06.2006, 13:28

Für kleines Holzwerk, z.b. Löffelschnitzen nehme ich ein einfaches Messer,
da gibt es schöne Klingen bei Dick. Außerdem hat Dick im neuen Katalog auch eine ganze Menge chinesischer Werkzeuge - Schlagwort "Economy Tools" Unter anderem gibt es da auch einen recht günstigen Satz Stechbeitel mit Tülle, die sehen, finde ich, recht brauchbar aus.


LG Sleip
"Die Nacht bricht an und meine Wache beginnt. Sie wird erst mit meinem Tod enden. Ich bin das Schwert in der Dunkelheit.Ich weihe mein Leben und meine Ehre der Nachtwache, für diese Nacht und allen Nächte, die kommen werden."
Benutzeravatar
Sleipnir
Gräfin / Graf
Gräfin / Graf
 
Beiträge: 706
Registriert: 24.12.2005, 10:47
Wohnort: Irgendwo im Harz

Beitragvon Grace » 11.06.2006, 15:48

Vielen lieben Dank, damit kann ich schon was anfangen!

Wobei ich sagen muss, dass mich die Sache mit dem schleifen und polieren auf Lagern immer mehr fasziniert. Ich werde mal verschiedene Sachen ausprobieren und dann berichten, falls gewünscht, wie ein Anfänger damit klar kommt. ;-)

Liebe Grüße Grace
Grace
 

Beitragvon Gast » 11.06.2006, 20:58

Zum Thema Hobel: Hobel sind ab der Römerzeit in sämtlichen Variationen zu finden. Die Römer haben sozusagen den Hobel perfektioniert. Es gibt kaum noch Neuerungen seit den Römern. Also Sims-, Putz-, Schweifhobel alles ist da. Auch Korpuse aus Metall hat man schon bei den Römern gefunden. Wer etwas mehr zu verwendeten Werkzeugen wissen will. Dem empfehle ich das Buch von Barbara Grodde" Hölzernes Mobiliar der Vor- und Frühgeschichte in Nord- und Westeuropa".

Grüße
Blaubär
Gast
 

Beitragvon Grace » 11.06.2006, 21:18

Vielen Dank @ balubear. und auch an alle anderen, ich werde versuchen mir die entsprechende Literatur un dunserer Stadtbibliothek zu besorgen. und mich dann vor meinem nächsten Holz-Projekt schlaulesen...

Liebe Grüsse Grace

PS. Das ist das erste Forum, das sich so nett mit Beitägen und Pms auch um Laien und Frauen, dies mal mit Holz versuchen wollen, bemüht. Euch allen dafür einen super herzlichen Dank.
Grace
 

Beitragvon Jaegoor » 24.06.2006, 18:09

^Hi


ein ebenfals gutes Schleifmittel für Holz ist gegerbte Haihaut.

Ist nur sehr schwer zu bekommen.

Gruß Jaegoor
Bono melius
Benutzeravatar
Jaegoor
Jungfer / Knappe
Jungfer / Knappe
 
Beiträge: 79
Registriert: 05.04.2006, 21:48
Wohnort: Bergen


Zurück zu Werkzeuge und Gerätschaften

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron