separate Ärmel im "Erec"?

Hier geht es um mittelhochdeutsche Literatur und um die Übersetzung von Begriffen.

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separate Ärmel im "Erec"?

Beitragvon Claudia » 18.09.2007, 16:37

Ich habe gerade eine Mailanfrage bekommen zu einer Erwähnung von abknöpfbaren bzw. zumindest separaten Ärmeln im "Erec". Es soll wohl erwähnt sein, daß viele Fahnen, Schleier und Ärmel aus Liebe verschenkt worden seien. Hat eine von den Mittelhochdeutsch-Spezialistinnen eine Ahnung, welche Stelle gemeint sein könnte?
Wenn ja, wüßte ich gern den Originaltext, damit man mal sehen kann, was das eigentlich heißt. Bei dem Brusttuch kam ja letzten Endes auch was ganz anderes raus...
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Beitragvon Flinkhand » 18.09.2007, 17:30

Öhm ... du kannst also auch nicht sagen, wo genau die Stelle im Erec ist? Da werden wir wohl erstmal eine Weile suchen müssen - der Erec ist ja nicht gerade kurz :undecided:
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Beitragvon Claudia » 18.09.2007, 18:06

Ich hab das auch nur als Frage per Email bekommen und ehrlich gesagt keine Ahnung vom Erec :blush:

Die Anfragerin hat das gelesen in "Das Mittelalter auf der Nase. Brillen, Bücher, Bankgeschäfte und andere Erfindungen" von Chiara Frugoni.
Offenbar wird dort die genaue Stelle auch nicht weiter angegeben *seufz*
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Beitragvon Flinkhand » 18.09.2007, 20:45

Ich werde mal querblättern, vielleicht finde ich die Stelle ja.

Stay tuned :biggrin:
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Beitragvon Ermelind von Riuwental » 19.09.2007, 08:03

Hier kann man nach Stichwörtern suchen. In V. 8239 gibt es "ermel" (die Episode mit den 80 Witwen), aber da steht bloß, dass die nicht eingefasst sind. Hm, mehr findet er nicht.
dehein ermel noch ir sête
enwas in gebrêset:

Ich frag mal meinen Dozenten, ob der ne Ahnung hat, wo das mit dem Lösen des Ärmels vorkommen könnte. Vielleicht gibt es auch eine Konkordanz.
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Beitragvon Ermelind von Riuwental » 19.09.2007, 15:47

Also, nachdem mich der Dozent ausgelacht hat, weil ich in einem Handarbeitsforum bin (Banause!), konnte er mir auch die Frage nicht direkt beantworten, meint aber, es könnte sein, dass im Engelhardt die Hauptperson einen Ärmel als Wimpel an der Lanze trägt.
Und er hat mir ein Buch empfohlen, ich glaube von Elke Brüggen. Vermutlich dieses: Kleidung und Mode in der höfischen Epik des 12. und 13. Jahrhunderts. :lesen: Und, oh Wunder! Es gibt das Buch in der UB. Ich werde es gleich mal vorbestellen.
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Beitragvon Flinkhand » 19.09.2007, 18:11

Ich bin auch noch nicht wirklich fündig geworden ... den einzigen Hinweis auf einen "Ärmel", den man befestigen kann, finde ich in Zeile 2285 ff. Da geht es aber um das Einrüsten eines Schildarmes und nicht um Damenkleidung. Im Original steht auch nicht "ermel" sondern "ein mouwe". :-|
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Beitragvon Lirana » 19.09.2007, 19:11

öhm, :blush:
ich werf mal ein, dass "ermel" nicht gleichbedeutend sein muss mit dem heutigen Begriff Ärmel; ähnlich wie o. gesagt beim Brusttuch.
Aber ich kann mich erinnern, dass mein Großvater einen fetten rheinischen Dialekt gesprochen hat und da sind "Mauen" immer das, was wir als Ärmel bezeichnen. Ist vielleicht dann ein Anhaltspunkt?


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Beitragvon Ermelind von Riuwental » 19.09.2007, 21:12

Ich habe mouwe nochmal im Text überprüft, aber das sind alles belge sehr dicht beieinander und es bezeichnet da Teile der Rüstung, wenn auch teilweise aus Zobel (V. 2306).
Ich schau halt morgen mal in das Buch von der Elke.
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Beitragvon Andreas zu Stemberg » 19.09.2007, 23:19

Voralllendingen muss eine Dichtung nicht zwangsläufig auch die Realität widerspiegeln. Will sagen, daß selbst wenn Textsstelle gefunden wird und sprachliche Zweifel ausgeräumt sind heißt es noch lange nicht, daß es der damaligen Realität entsprach. Stephen King Bücher sind ja auch nicht real, auch wenn sie in einem realitätsnahen Setting geschrieben sind ;)
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