Diamonds are a girls best friend...

Weben am Gewichtswebstuhl oder auch am Tischwebrahmen... wie man Stoff webt.

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Diamonds are a girls best friend...

Beitragvon Aidan » 05.06.2013, 15:53

Ja ich habe mich verliebt in Diamanten, genauer gesagt in Diamantköper oder auch den 2/2 broken diamond twill.
Wahnsinnig gerne würde ich etwas mit dieser Bindung weben. Da das Gewebe nicht allzu breit zu werden braucht frage ich mich ob sich das nicht mit drei Kämmen herzustellen ist?
Soweit ich das verstanden habe brauche ich vier Schäfte oder?
Das wären dann wohl drei Kämme und das "natürliche Fach"? sollte ich dafür vier Kämme brauchen ist das auch kein Problem. Eine Vorlage für mein Wunschmuster habe ich im Netz auch gefunden, aber ich habe keine Ahnung wie ich die Fäden durch die Löcher und Schlitze bringen muss damit sich das Muster ergibt.
Ich kann mir nicht vorstellen, wie ich das machen muss damit es hinhaut, oder geht das vielleicht gar nicht?
Mein Problem ist vor allem bei den Kettfäden die ja über zwei Schussfäden gehen müssten die ja durch zwei Löcher bei zwei verschiedenen Kämmen gefädelt werden... aber irgendwie geht das wohl nicht so oder? Ich meine, wenn ich einen der beiden hinteren Kämme hochhebe dann hält der vordere Kamm die Fäden die bei ihm ebenfalls durch ein Loch gehen unten obwohl sie nach oben müssten?
Hoffentlich habe ich das jetzt so umschrieben, dass ihr wisst was ich meine!

Habe ich einen Denkfehler oder müsste ich für mein gewünschtes Muster dann doch zusätzlich mit der Hand noch nachhelfen (also Fäden zusätzlich hochheben)?
Vielleicht kennt ja jemand eine Möglichkeit diese Bindung mit einfachen Mitteln zu weben? Ich habe leider nicht genug Platz für ein Webstuhlmonster.

Sollte das tatsächlich mit drei oder vier Kämmen hinhauen kann mir dann vielleicht veranschaulichen wie ich die dann schären müsste?
Ich bin mir fast sicher gelesen zu haben das jemand Diamantköper auf der Kromski Harfe webt, also müsste das gehen oder? Oder meinte die Person vielleicht sie würde Rautenköper weben, der geht mit zwei Kämmen, habe ich bereits erprobt!

Ich hoffe so sehr ihr könnt mir weiterhelfen! Ich verzweifle gerade fast an meinem Unwissen und vermutlich an 1000 Denkfehlern!
Tausend Dank an alle die sich durch den Text gelesen haben, bin gerade übermüdet weil ich die ganze Nacht nicht von dem Gedanken ablassen konnte und vermutlich hört sich das was ich geschrieben habe nur für mich noch sinnvoll an, aber ich bin sooo neugierig ob das hinhauen könnte!

Liebe Grüße Aidan
Aidan
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Beitragvon wetterleuchten » 05.06.2013, 16:21

Hi Aidan,

von der Möglichkeit Köper mit zwei Kämmen zu weben habe ich schon gehört und schleiche da immer mal wieder drum herum. Allerdings graut mir vor der Vorstellung alle Kettfäden durch die vielen Schlitze und Löcher von zwei Kämmen zu fädeln.
Ich denke fast, mit Litzenstäben und einem aufklappbaren Redekamm wär man insgesamt besser bedient und zumindest der Kircher Grundwebrahmen lässt sich auch relativ einfach dahingehend aufrüsten.
Langer Rede kurzer Sinn, ich schiebe entsprechende Experimente, sowohl mit mehreren Kämmen (die bei 80 cm Webbreite ja auch nicht ganz billig sind) als auch mit Litzenstäben, immer wieder auf die lange Bank.

Trotzdem würd mich das interessieren. Wenn du schon Köper mit zwei Kämmen gewebt hast, lässt du die frei in der Kette hängen oder sind sind einer oder beide im Kammhalter? Und ginge das auch mit einem einem 40/10 und einem 60/10- Kamm? Weil, ich habe nur die zwei.

Und was meinst du mit "natürliches Fach"? Beim Kammweben gibts doch nur Hoch- oder Tieffach?. Jedenfalls kenne ich den Begriff nur vom Gewichtwebstuhl.
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Beitragvon Aidan » 05.06.2013, 16:53

Jetzt bin ich richtig erleichtert, dass das Thema nicht nur mich beschäftigt!

Also ich muss jetzt wohl gestehen, dass ich bis jetzt in „Inka Technik“ gewebt habe. Die Kettfäden habe ich an einem Holzstock in Grüppchen angebunden dann beide Kämme aufgezogen und dann an einem zweiten Holzstock wieder in Grüppchen angebunden und dann eigentlich gearbeitet wie beim Brettchenweben ohne Webrahmen. Ging eigentlich ganz gut, bei längerer Kette einfach um den Holzstock drehen, lässt sich gut mitnehmen und kostet quasi nix.
Daher kann ich dir deine Frage nicht sicher beantworten, ich denke bei mir hängen beide Kämme, …. Irgendwie…. Ich ziehe den hoch den ich brauche oder drücke beider hinunter. Einen Kammhalter hätte ich mir noch nicht einmal gewünscht, hält auch so ganz gut. Vielleicht hängt das aber auch von mehreren Faktoren ab ob man so was braucht oder nicht.
Das Fädeln dauert zwar etwas ist aber noch überschaubar finde ich, bei einer Leinwandbindung muss doch auch immer ein Faden durch einen Schlitz oder ein Loch hier ist es halt ein zweiter Kamm der bezogen werden muss und hin und wieder müssen zwei Fäden durch einen Schlitz.

Es gibt also drei Möglichkeiten wie sich ein Faden durch die Kämme bewegen kann:
1. hinterer Kamm Loch, vorderer Schlitz
2. hinterer Kamm Schlitz, vorderer Loch
3. hinten durch den Schlitz und vorne ebenfalls

so ergibt sich auch das „dritte Fach“
die drei Positionen für die Kämme:
1. hinterer Kamm oben, vorne unten
2. hinterer Kamm unten, vorne oben
3. beide Kämme unten

bei einem weiteren Kamm würden sich noch viel mehr Kombinationen ergeben, aber ich bekomm es einfach nicht auf die Reihe wie ich für den Diamanten fädeln müsste.

Irgendwie denk ich muss das doch gehen oder? Solche Bindungen wurden doch früher auf dem Gewichtwebstuhl gewebt, dann müsste es auch mit der „Inka Methode“ gehen…
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Beitragvon wetterleuchten » 05.06.2013, 18:45

Danke, das mit den Kämmen werde ich dann doch mal probieren. Irgendwann :devil:
So ganz verstehe ich deine "Inkamethode" aber doch noch nicht. Die Stäbe müssen doch irgendwie befestigt sein? Sonst bekommst du die Kette ja nicht unter Spannung *grübel*.
Von welcher Webbreite reden wir eigentlich?
Und die Kammhalter, joa, die kannst du getrost vergessen, die machen natürlich nur Sinn, wenn man einen festen Rahmen hat, an dem man sie befestigen kann. Aber mit frei hängenden Kämmen kann ich auch leben, falls ich mal die Doppelkammethode probiere. (Weil extra ein zweites Paar muss ich dafür nicht haben).
Trortdem neige ich immer noch eher dazu, eher die Kettfäden an Litzenstäbe zu knüpfen. Das erscheint mir weniger umständlich, kann mich aber auch täuschen. Zumindest vom Gewichtwebstuhl her gedacht machts aber mehr Sinn.
Und ob man jetzt jeden Kamm oder jeden Stab einzeln habt/senkt, ist doch wurscht, oder?
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Beitragvon Aidan » 05.06.2013, 20:54

Ich arbeite fast immer im Schneidersitz außer ich sitze an der Nähmaschine da war es naheliegend die Methode anzuwenden:
http://siebenlaendersiebenmonate.blogspot.de/2011/05/cusco-und-das-heilige-tal-der-inkas.html
meine bisherige Breite war etwa 15cm. Geht aber meines Wissens noch viel viel breiter weil die Damen u.a. so auch Tragetücher machen.

Ich setzte mich immer in/auf eine Art Schlaufe weil ich ungern etwas um den Bauch gegürtet habe wenn ich sitze, vor allem weil da dann doch Zug drauf ist. Beim Weben war ich angenehm von der gleichmäßigen Fadenspannung überrascht. (beim Brettchenweben hat mich das aber schon öfters genervt darum steht auch ein Brettchenwebrahmen auf meiner Liste ganz oben)

Ich muss gestehen ich bin autodidaktischer Anfänger ich hab ein paar Begriffe aus ewig alten Büchern aus der Bücherei aufgeschnappt und hab Kämme gebaut und losgelegt... Der Litzenstab überfordert mich jetzt...
Du hast nicht zufällig einen guten Literatur Tipp für mich? Egal ob Buch oder online, vielleicht sollte ich mich doch weiter einlesen. Ich hab hier zwar eins ausgeliehen aber das scheint mir sehr webstuhllastig...
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Beitragvon Silvia » 05.06.2013, 21:04

Das Problem ist, das Du 4 Schäfte brauchst.
Schau mal "C" ist hier Dein Schaft:
http://www.spirasolaris.ca/bsplm1.gif
Googel doch mal nach "Backstrap Loom", da findest Du solche Gurtwebgeräte. Die meisten Bilder erklären das Prinzip ganz gut.

Wenn Du noch nie ein Stück Tuch gewoben hast, solltest Du Dir den Gefallen tun und mit einer einfachen Leinwandbindung (siehe link) anfangen, und Dich dann hoch arbeiten.
Silvia
 

Beitragvon Allyfants » 05.06.2013, 23:32

Geht das nicht mit Brettchen vom Brettchenwebrahmen? Wenn du nur je ein Loch befüllst? Dann hast du bei 4 Drehungen vorwärts den Faden zweimal hintereinander oben und zweimal unten. Jedes Brettchen anders gedreht und du könntest das so runterweben. Das Hauptproblem ist natürlich, dass die Brettchen nicht so ohne weiteres in dieser Position bleiben. Eventuell wenn man die Brettchen auflegt auf ein Webbrett.

Oder habe ich das System des Diamantköpers jetzt nicht verstanden?
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Beitragvon Therese » 06.06.2013, 07:24

Hallo, doch das geht mit einem Webrahmen, aber für 2/2 Köper braucht man 3 Kämme. Eingefädelt wird Schaft 1 in das Loch vom Kamm vorn, Schaft 2 in Loch vom Kamm mitte, Schaft 3 in Loch vom Kamm hinten, Schaft 4 nur in 3 hintereinander liegenden Schlitzen. Die Lochfäden werden so auf die Schlitze verteilt, dass sie keine anderen Fäden behindern.
Als Literatur würde ich empfehlen Weaving with three rigid heddles von David McKinney.

LG
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Beitragvon Klara » 06.06.2013, 09:54

Also zuerst mal, ich kenne nicht den Unterschied zwischen Diamant- und Rautenköper. Aber dass 3 Kämme vier Schäften entsprechen, habe ich auch gehört. Allerdings, wenn kein Kammwebrahmen vorhanden ist, frage ich mcih auch, ob die Kämme überhaupt notwendig und sinnvoll sind.

Litzenstäbe sind (Holz-)Stäbe, an denen Schnüre (=Litzen) befestigt sind, mit denen bestimmt Kettfäden angehoben werden. Also im Prinzip wie am Webstuhl, nur ohne das Gestell drum rum. Wie man die Schnüre genau befestigt, kann man entweder in einem Buch wie Rachel Brown's "Weaving, Spinning and Dyeing Book" nachsehen (wer Englisch liest, legt sich das Buch am besten zu, bevor's unerschwinglich wird - zur Zeit ist es noch preiswert gebraucht zu kriegen, aber es wird nicht mehr gedruckt, soweit ich weiss), oder einfach experimentieren. Wichtig ist nur, dass die Litzen auf einem Schaft gleich lang sind.

Und dann gibt's natürlich noch Tischwebstühle, und Faltwebstühle (und Leute, die anbauen, um Platz für einen "grossen" zu haben).

Ciao, Klara
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Beitragvon Sandra » 06.06.2013, 14:56

Sowohl Rauten- als auch Diamantköper sind Variationen vom 2/2-Köper. (Ausnahmen mögen dies bestätigen, dass auch mit einem 2/1-Köper gearbeitet werden kann)
Rautenköper entsteht aus einem Spitzgratköper, während der Diamantköper aus dem Fischgrat entsteht. (http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6perbindung)
Der grundsätzliche Unterschied besteht darin, ob die "Spitzen" glatt aufeinander stoßen oder versetzt sind. Das hält natürlich 70% der Literatur und Weber(innen) nicht davon ab, die Begriffe nicht sauber zu trennen.
Beide Varianten sind eigentlich nur mit 4 Schäften zu weben, 3 Litzenstäbe sollten auch gehen. Nachdem ich aber ein großes Webmonster besitze, bin ich beim Thema Kämme überfragt.
Liebe Grüße, Sandra

Geschichte besteht aus einem Haufen Lügen über Ereignisse, die niemals stattfanden, erzählt von Menschen, die nicht dabei waren. (George Santayana)
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