Bäumen

Weben am Gewichtswebstuhl oder auch am Tischwebrahmen... wie man Stoff webt.

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Beitragvon Buetti » 07.06.2007, 21:33

Hallo an Alle

Ich hab mittlerweile Kleiner-längere Projekte fertig gestellt. Nun hab ich folgende Frage.
Ist das mehr oder weniger normal das ich(obwohl ich sorgfältig am Schärrahmen schäre) nach dem aufbäumen am ende Riesen längen unter schiede habe.
Bei meiner jetzigen Kette(2 X 268 doppelte Fäden 9 m lang) habe ich vom kürzesten Faden bis zu längsten fast 10 cm unterschied.
Grüße aus Frankfurt
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Beitragvon Sturmkuchen » 08.06.2007, 06:52

Hallo Buetti!
Mir geht es genauso. Ich schätze, es liegt daran, dass man beim Aufbäumen keinen gleichmäßigen Zug auf alle Kettfäden bekommt. Vielleicht liegt es auch daran, dass auf dem Scherrahmen die Kettfäden übereinander liegen und so mit der Zeit einfach länger werden durch den Abstand zum Rahmen.

Ich tüftel gerade an einer Möglichkeit, damit sich das ändert. Zum Glück geht mein Wohnzimmer in die Küche über und ich habe ca. 6 Meter, über die ich meine Kettfäden auslegen kann. Ich baue mir noch eine Leiste, in die ich in regelmäßigen Abständen Dübel einsetze, damit die Kettfäden da schon gleich lang sind (ich schere direkt am Webrahmen nach der Ashford Methode). Allerdings nur auf einer Breite von 80 cm.
Jetzt muss ich nur noch heraus finden, wie ich auf diesen sechs Metern Länge die Spannung halte, ohne immer jemanden um Hilfe bitten zu müssen.

Wahrscheinlich ist die Lösung viel einfacher.... :gruebel:
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Beitragvon marled » 08.06.2007, 07:55

Der Fehler geschieht meistens nicht beim Aufbäumen, sondern beim Schären!

Dadurch, dass die Kettfäden sich bei jeder Wendung (also unten am Zapfen, wo das Gangkreuz gebildet wird und am oberen Zapfen, wo das Fadenkreuz ist) übereinanderlegen, wird der Weg des einzelnen Fadens immer länger.
Das könnten man nur vermeiden, wenn man die Fäden sorgfältig NEBENeinander statt übereinander legt. Allerdings scheitert das an der Länge der Zapfen und geht nur bei sehr schmalen Ketten und dünnen Fäden.

Falls der Fehler bei euch doch durch das Bäumen entsteht, empfehle ich dringend viele!!!! Bäumlatten zu verwenden. Die äußeren Kettfäden neigen nämlich dazu, beim Aufrollen seitlich wegzurutschen. Dadurch wird die Strecke für die äußeren Fäden kleiner und es bleibt zum Schluss gegenüber denen in der Mitte mehr übrig.
Ich hoffe ich habe das verständlich beschrieben.
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Beitragvon Claudia » 08.06.2007, 10:30

Marled, wie kann man denn breitere Ketten schären, ohne diese Unterschiede zu bekommen?
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Beitragvon marled » 08.06.2007, 11:45

Ich muss mich übrigens verbessern: beim Schärrahmen findet diese Mehrlänge ja bei jedem Zapfen statt, nicht nur bei den Kreuzzapfen.

Für den Schärrahmen habe ich keinen wirklich funktionierenden Trick außer in zwei Partien schären, weitgehend vermeiden kannst du das meines Wissens nach nur mit einem Schärbaum.
Die großen nehmen nun sehr viel von dem sowieso meist begrenzten Platz weg, aber Ashford hat einen kleinen Tischschärbaum, der eigentlich für unsere Belange völlig ausreicht (außer du möchtest jetzt groß in die Stoffproduktion einsteigen).
Hier kann man sich den Schärbaum (warping mill, linke Leiste) anschauen und sieht auch gleich, dass die Fäden hier mehr Platz haben um sich nebeneinander zu legen.
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Beitragvon Buetti » 08.06.2007, 12:32

Danke für eure Antwort

Ich habe keinen Schärrahmen sondern so ein selbst konstruierten Schärbaum.Ähnelt dem Ashford Baum .Ich kann ihn nur flach zusammen klappen.
Das mit den Zapfen ist richtig. Ich musste diesmal auch auf zweimal schären da die Zapfen zu kurz waren. Vielleicht verlängere ich mir auch wenn nötig die Zapfen. Andererseits bin ich mir nicht sicher ob bei einem Schärbaum die Fäden nicht auch automatisch immer länger werden da du immer diese achten legen sollst damit die Fäden nicht all auf einander liegen. Ich habe auch noch nicht nachgemessen ob der letzte Faden länger ist als der erste.

Marled was verstehst du unter viel Kettleisten? Ich hab auf diesen 9m 6 Kettleisten verarbeitet. Da bei meiner letzten arbeit (Leinen) meine Randfäden viel zu stramm waren.
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Beitragvon marled » 08.06.2007, 12:39

Auf 9 m bräuchte ich mindestens 20!!!!!!!
Das mit den 8en ist meiner Meinung nach bei kurzen Ketten (unter 10 m) nicht nötig, auch wenn es in fast jedem Webbuch drin steht, außer du hast sehr dickes Garn.
Lieben Gruß
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Beitragvon Buetti » 08.06.2007, 14:25

Danke an Alle
Nach so wenig Kettleisten hoffe ich das meine Randfäden nicht wieder zu stramm werden und das das gut geht

nochmals Danke
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Beitragvon Lis » 20.11.2007, 07:29

Weiter oben steht etwas davon, dass die Kettfäden an der Seite vom Baum immer wegrutschen, und dadurch die Randfäden nach dem Bäumen lockerer sitzen als die in der Mitte. Habt ihr eine gute Technik entwickelt, wie man das umgehen kann? Ich dachte schon daran, kleine Winkel auf den Baum zu kleben...
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Beitragvon Sturmkuchen » 20.11.2007, 07:55

Gleichmäßig Papier oder Leisten beim Aufbäumen unter die Kettfäden schieben. Das reicht. Sie müssen nur rechts und links überstehen.

So einfach ist die gute Technik. Sorry, wenn's nicht magischer ist. :biggrin:
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