Webrahmen auf 4 Schaft umgebaut

Weben am Gewichtswebstuhl oder auch am Tischwebrahmen... wie man Stoff webt.

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Beitragvon Rigana » 12.03.2009, 18:29

:respect: Das ist Wahnsinn, Silvia! Ich freue mich auf weitere Fotos von dem Webstück.

800 Litzen mach ich wohl erst in sehr ferner Zukunft voll...

Liebe Grüße
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Beitragvon Cerid » 13.03.2009, 08:17

Boah Respekt!!! Habt ihr super gemacht.
Nur jeden Litzenschaft von Hand bewegen? Das stell ich mir fürchterlich vor. Da musst du ja immer aufstehen, oder? Die sind ja doch weit hinten am Webrahmen festgemacht. Oder geht das noch im Sitzen?
Auf jeden Fall super genial!!!!
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Beitragvon Silvia » 13.03.2009, 09:07

@ Cerid,nee das ist nicht viel schlimmer als beim Brettchenweben nur größer...OK für meine "Größe" hätte ich den Litzenschafthalter ein Ideechen weiter vorne anbringen können...aber die Löcher waren halt schon von Werk aus,im Rahmen.
Das könnte ich dann irgendwann mal ändern.

@ Sanja klar kannst Du mich fragen.Der Anschlagkamm ist gekauft. Die Stangen auf denen die Litzen sitzen sind aus dem Baumarkt,ich habe Hohle gekauft,die sich aber unter Spannung leicht durchbiegen,die werde ich auch irgendwann verstärken oder austauschen.Diese Stangen sind in Buchenholzleistchen eingesetzt und mit ner Schraube fixiert.Du solltest die Leisten,oben rund oder oval machen,das werde ich auch noch,das ist handlicher beim arbeiten.

Ich freu mich auch schon auf mein erstes richtiges Tuch !
Silvia
 

Beitragvon Sanja » 18.05.2010, 21:40

So, es hat etwas über ein Jahr gebraucht, seit Silvia mich hier so inspiriert hat, aber jetzt webe ich auch auf vier Schäften! *Stolz!* :devil:

Vor dem LItzen knüpfen hatte ich einen Mordsbammel, aber nachd en ersten zwanzig hatte ich meinen Rhythmus gefunden, und habe sie an drei, vier Abenden auf dem Sofa neben dem Fernsehen geknüpft. Und dann lagen sie ein Jahr lang rum, weil ich nicht so recht wusste, wie es weitergehen sollte mit den Schäften und dem Schafthalter.
Silvias Methode mit den Alurohren fand ich total clever - leider ging sie für mich nicht, weil ich einen Meter Webbreite habe, und keine Methode finden konnte, mit der ich die Rohre vernünftig hätte verlängern können.
Ich habe dann richtige Schaftrahmen aus Holzleisten gebaut. Das wird zwar etwas umständlich, wenn ich doch nochmal nachrüsten will, aber es geht, und mit 800 Litzen sollte ich auch erstmal eine Weile auskommen. Nach meinem 38/10er Gatterkamm habe ich gerade sowieso das Gefühl, Chiffon zu weben. :-)
Dann wurden noch einige größere Umbaumaßnahmen fällig: Umeine gleichbleibende Webebene zu haben, musste ich Kett- und Warenbaum versetzen und Brustbäume anbringen, was ich trotz meiner mäßigen Handwerks-Ausstattung hinbekam - mal wieder nicht schön, aber funtionsfähig. ;-)
[Memo an mich selbst: Irgendwann will ich eine richtige Werkstatt mit Werkbank, einer vernüntigen Säge, Oberfräse und einem anständigen Dremel (nicht so 'nem Murksteil aus dem Discounter)!]
Richtiges Gefriemel war dann der Schafthalter (Silvia wird sich sicher auch noch gut erinnern ;-) ), den ich anderthalb mal gebaut habe, bis er halbwegs das tat, was ich von ihm wollte.
So sah es dann aus:
http://www.flinkhand.de/forum/album_pic.php?pic_id=1847
Nach reiflicher Überlegung habe ich dann nicht meine Slebstgesponnene für das Stuhlkissen-Projekt aufgezogen, sondern erstmal eine Probekette aus Sockenwolle. Ging viel schneller als erwartet (die erste Kette am Webrahmen hat mich damals einenganzen Tag gekostet...), und dann webte ich tatsächlich meinen ersten Köper:
http://www.flinkhand.de/forum/album_pic.php?pic_id=1848
Nach 15 cm Rumprobieren mit jeweils einem schaft bin ich dann todesmutig auf 2/2er-Köper umgestiegen, und nachdem ich zuerst eine ziemliche Marylin-Monroe-Phase hatte (Kurven, Kurven, Kurven!), bringe ich mittlerweile sogar eine recht vorzeigbare Webkante zustande:
http://www.flinkhand.de/forum/album_pic.php?pic_id=1849

Tja, was soll ich sagen? Ich denke, ich werde heute abend noch fertig mit meinem Probestück - das wird dan wo etwa 1m mal 35cm reine, pure Magie, entstanden unter meinen Händen, mit meinem quasi selbstgebauten Webstuhl. Das ist ein ziemlich cooles Gefühl!
Das Garn für das nächste Projekt ist schon gebeizt, die Färbekräuter eingeweicht, und morgen wird gefärbt (zwei Töne Olivenblätter-Grün, für einen Schal). Und villeicht kommt danach das Stuhlkissen-Projekt - viereinhalb Meter Kette, das hatte ich auch noch nicht... :dizzy:
Aber möglicherweise kommt vorher auch erst noch eine weitere Bauphase. Schäfte ausheben mit der Hand ist zwar machbar, und auch nicht langsamer als vorher mit dem Rahmen, aber weder besonders ergonomisch (Aua! :-( ) noch wirklich effizient - und sowas nervt mich immer. Also grübele ich schon über Möglichkeiten, mir eine Verschnürung und Tritte zu bauen. Ich war vorhin schonmal im Baumarkt und habe den Materialbedarf grob überschlagen. Mal sehen. Bis nächste Woche müssen drei Tanzkostüme fertig, aber vielleicht danach...?!
Ich kriege jedenfalls definitiv nicht genug davon, und blättere immer mal wieder in meinem "Handweaver'S Pattern-Directory" - all diese Möglichkeiten.... :cool:
Danke, Sylvia, für den Anstoß und das Zeigen, dass es möglich ist. ich halte Euch auf dem Laufenden, was meine Baustellen angeht. :devil: Ach ja: Hiermit ist mein größtes UFO fertig - zumindest vorerst. :-)

Liebe Grüße,
Sanja

PS: Ach ja, eine Frage habe ich noch: Ich würde mir gern ein Schiffchen kaufen, weiß aber nicht, was für eines?! Ich will mein Handgesponnenes verweben, bin im Moment so bei SoWo-Stärke, will aber auch dickeres verwenden. Was soll ich nehmen? Mit Boden, mit Rollen, wie groß? :gruebel: Freue mich wie immer über jeden Rat! :-)
I'm not weird, I'm gifted! :-)
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Beitragvon Dagmar » 24.05.2010, 09:38

Hallo ihr Lieben,

mich hat inzwischen auch der "Wahnsinn des Webens" gepackt :biggrin:

Ich meinen 80cm Webrahmen mit 4 Litzenstäben versehen und direkt mit einem Tuch in Diamantköper losgelegt (in Gelb-Birkenblätterfärbung und Grün-Nachtschattenfärbung). Die Fächer öffnen sich leider nicht sauber und ein paar Fäden sind wohl falsch "aufgespannt", aber im Großen und Ganzen klappt es.

Bilder stelle ich auch noch ins Netz, muß erst den Akku von meiner Kamera aufladen...

Liebe Grüße
Dagmar
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Beitragvon Rigana » 24.05.2010, 16:23

Boah! Ihr seid einfach nur beeindruckend!

@Sanja Ich habe mir je einen Schützen mit und ohne Rollen gekauft und bevorzuge den ohne Rollen. Aber vielleicht wird das beim nächsten Stück schon wieder anders... mir fehlt noch die Erfahrung :undecided:

Liebe Grüße
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Beitragvon Sanja » 25.05.2010, 17:31

Ich denke auch, ich werde mir einfach mal einen bestellen - soo teuer sind die ja nun auch wieder nicht. Hatte schon eine Mail an Künzl geschrieben, habe aber noch keine Antwort erhalten. :-( Vielleicht doch mal anrufen. Nächste Woche habe ich wieder Kapazitäten frei, da werde ich mich da mal drum kümmern.
Mein fliederfarbenes Tuch ist übrigens fertig, und fungiert zur Zeit als Tischläufer. *Stolz!* :devil:

Liebe Grüße,
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Beitragvon Dagmar » 26.05.2010, 06:20

Salve Sanja,

toll, daß Du schon fertig bist (Neid)

Ich habe nach 24cm fertiggestelltem Stoff erst einmal eine Webpause eingelegt, das ganze geht mir im Moment zu sehr auf die Gelenke (ich muß mich, um die Fächer sauber zu trennen, auf beiden Seiten des Webrahmens niederknien und mit einem Trennstab die Fäden sortieren, das artet richtig in Sport aus... :dizzy: ).

Vale
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Beitragvon Silvia » 26.05.2010, 06:42

Hallo Dagmar,
das klingt nicht gut.
Das Problem hatte ich auch,anfangs.Laß mal überlegen wie war das ?
Zum einen, wenn die Wolle so verklebt - hast Du Sprühstärke versucht ?
Leichte Spannung auf die Kette,das freiligende Stück - Stärke drauf,trocknen lassen und wie gewohnt weben.Beim nächste Stück Kette genau so machen.

Dann hab ich den ganzen Rahmen in Schräglage gebracht,hinten höher als vorne,während die Litzenschäfte in der Waage bleiben,dadurch wird das Fach etwas größer und damit auch sauberer.Bei meinem Rahmen hatte es geholfen hinten längere Beine anzubringen.

*Mobilatsalbe reich,und :keks: *
Silvia - die sich noch gut an all den Frust erinnert.
Silvia
 

Beitragvon Rigana » 26.05.2010, 18:53

@Dagmar Liegt die schlechte Fachbildung am Garn oder hast du den Eindruck, dass da etwas verschieden lang ist? Falls es am Garn liegt, dann ist Silvias Vorschlag zum Schlichten der Kette am besten.
Ansonsten: Waren beim Einrichten alle Schäfte bzw. alle Litzenlöcher auf gleicher Höhe, und zwar sowohl untereinander als auch auf gleicher Höhe mit Brust- und Warenbaum?

Benutzt man "nur" einen Gatterkamm, muss der Kamm selbst beim Befestigen der Kette am Brustbaum im Hochfach sein, d.h. die Fäden in den Löchern sind einen Tick länger als die in den Schlitzen, die gerade vom Waren- zum Brustbaum laufen. Das Gewebe entsteht, indem der Kamm und somit die "langen" Fäden immer von Hoch- auf Tieffach wechseln. Neutralstellung gibt es während des Webens eigentlich nicht.

Bei vier Schächten entfällt es, einen Teil der Kette höher zu legen, da jeder Faden irgendwo durch irgendeine Litze läuft. Trotzdem arbeitest du beim Handaushub mit einem Hochfach, aber nicht mehr mit einem Tieffach. Die Litzen befinden sich entweder oberhalb der Kette oder auf gleicher Höhe, aber nicht darunter.
Dies macht das Fach entsprechend kleiner, als du es vielleicht von der Arbeit mit einem Gatterkamm gewohnt bist.
Vielleicht hilft es in dem Fall, die Konstruktion zu modifizieren, so dass die Schäfte etwas mehr angehoben werden können - oder du stellst die Konstruktion schräg, so wie Silvia es vorgeschlagen hat.

Das klingt jetzt alles sehr theoretisch, scheint mir aber abgesehen von materialbedingten Schwierigkeiten die einzig mögliche Ursache.
Ich bin aber auch noch kein absoluter Experte und folgere nur aus Büchern und eigenen wenigen Erfahrungen. Vielleicht wissen Marled oder unsere Expertinnen noch ein wenig mehr...

Liebe Grüße
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