Seite 1 von 1

Spannung der Kettfäden auf Webrahmen

BeitragVerfasst: 15.03.2009, 21:35
von Elina
Kann mir jemand einen Tip geben, wie stark die Spannung der Kettfäden auf einem Webrahmen sein muss?

Hintergrund meiner Frage:
Ich habe seit ein paar Woche eine Harfe von Kromski und habe schon die ersten Stücke gewebt - gefallen mir auch ganz gut. Ich habe die Kettfäden immer ziemlich stark gespannt und bin damit gut zurecht gekommen. Jetzt haben aber die Plastikteile, die die Spannung halten, aufgegeben. Das Plastik ist zwar recht weich, trotzdem frage ich mich, ob ich überhaupt mit so hoher Spannung arbeiten muss.

Schonmal vielen Dank für Eure Tips!

BeitragVerfasst: 16.03.2009, 08:13
von Cerid
Ich muss gestehen, daß ich ebenfalls immer mit sehr starker Spannung webe. So habe ich es auch mal in einem Kurs gelernt. Weil da dann einfach die Fachbildung besser ist...
Die Harfe, ist das dieses zusammenklappbare Teil?

BeitragVerfasst: 16.03.2009, 11:34
von Elina
Ja, das ist so ein zusammenklappbares Teil. Ich komme auch ganz gut damit klar, bin mir jetzt nur nicht sicher, ob das Plastikteil an der Stelle nicht so ganz geeignet ist, oder ob ich anders arbeiten sollte/könnte/müsste :gruebel:

BeitragVerfasst: 16.03.2009, 12:21
von nachteulchen007
Ich würde mal ganz frech behaupten der Webrahmen muss DIR "gehorchen" und nicht umgekehrt ;-)
Ich selber webe auch mit superfest gespannter Kette und kann Dir also voll nachfühlen, wie das ist. Was für Plastikteile sind es denn? Kannst Du sie nicht gegen was aus stabilerem Holz oder gar Metall austauschen?

BeitragVerfasst: 16.03.2009, 13:13
von Radegunde
Ich kenne die Kromski-Harfe nicht. Auf meinem Webstuhl (Leclerc), lässt die Spannung beim Weben etwas nach, aufgrund der Beschaffenheit der Bremse - und das ist auch ganz gut so, weil es so weniger Kettenrisse gibt (meine Kette ist meist aus Angorawolle) und das fertige Tuch sich am Ende so auch weniger zusammenzieht.

Grüssle
Radegunde

BeitragVerfasst: 16.03.2009, 13:42
von Kattugla
Ich habe mit dem Gatterkamm (40/10 und 60/10) auf dem Kircher-Rahmen gewebt. Mit Wollgarn, das z.T. auch zum Verkleben neigte.
Meine Erfahrungen: ich hatte die Kette zu Anfang auch recht stark gespannt. Mit dem Erfolg, dass das Heben des Kamms recht kraftraubend war und sich das Fach auch nicht besser aufmachte als bei geringerer Spannung. Im Gegenteil: die Fäden klebten vor allem kurz vor dem Schuss eher noch stärker.
Ich habe die Kettfadenspannung dann so reguliert, dass ich beim Kammheben nicht gegen größeren Widerstand arbeiten musste und das Anschlagen mit dem Kamm sich immernoch stramm anfühlte. Wenn sich die Kette beim Anschlagen leicht wellt, ist die Spannung zu gering. So ganz kurz darüber sollte die Spannung schon sein. Dann öffnet sich das Fach auch gut.
Der Kamm sollte sich dabei immernoch bequem auf den Halter heben lassen.
Radegundes Erfahrung mit dem Einsprung nach dem Abnehmen kann ich voll und ganz bestätigen.

Ansonsten gilt auch hier die alte Schlosserweisheit: nach "fest" kommt "ab". ;-)

BeitragVerfasst: 17.03.2009, 17:02
von Rigana
Beim Kircherrahmen ist es so, dass er die endgültige Spannung im Hochfach (also Rahmen auf den Haltern) einrichten sollte. So steht es in der beigepackten Anleitung.
Beachtet man das nicht, ergeben sich Spannungsunterschiede beim Weben.

Ich habe auch mit straffer Kette gewebt, aber der Wolle angepasst. Bei Leinen soll man angeblich mit sehr starker Spannung weben, aber das habe ich noch nicht ausprobiert.
Wichtig ist außerdem - sowohl für Gewebe als auch für das Gestell - dass der Rahmen bei Nichtgebrauch entspannt wird! Das schont Teile und verhindert Strukturveränderungen.

Liebe Grüße
Rigana

BeitragVerfasst: 19.03.2009, 12:05
von Elina
Danke für Eure Tips! Ich werde bei der nächsten Kette mal versuchen, mit etwas weniger Spannung zu arbeiten. Da kann ich schon noch nachlassen, bevor sich der Kettfaden wellt.
Davon abgesehen habe ich schon mal vorgefühlt, ob mir mein Freund wohl solche Teile aus anderem Material machen kann - nur so für den Fall, dass mir die höhere Spannung doch besser liegen sollte..... :-)

BeitragVerfasst: 19.03.2009, 19:00
von Sanja
Also ich webe auch mit ziemlich viel Spannung, besonders im Moment, weil mein aktuelle Wolle im Grunde schon zu dick für meinen Gatterkamm ist und ich ohne richtige Spannung kein vernünftiges Fach hinkriege. Sonst gehe ich es ein bißchen weniger "angespannt" an - Hauptsache, die Spannung ist gleichmäßig. Aber der Tip mit dem Entspannen der Kette zwischendurch ist klasse, den kannte ich noch gar nicht. Da meine Webarbeit noch mindestens zwei Tage stehen wird, werde ich das gleich mal anwenden. Mir ist doch tastsächlich die Wolle ausgegangen, so eine Sch...! Ist halt das Problem mit dem etwas unberechenbaren Handgesponnenen. :-( Ich hatte schon mit Reserve kalkuliert, aber da die Hauptfarbe ausgerechnet die dickste Wolle ist, hätte ich wohl noch großzügiger rechnen müssen. Zum Glück war's 'ne Kaltfärbung, die sich recht gut wiederholen lassen dürfte. Trotzdem Mist, ich hätte gestern Abend schon fertig sein können! *Grummel!*
Frustrierte Grüße,
Sanja