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2/2 Gleichgratköper am Gewichtswebstuhl

BeitragVerfasst: 17.05.2009, 16:30
von Neon2001
Hallo,
ich habe mir vor einiger Zeit einen Gewichtswebstuhl gebaut und habe auch schon ein wenig in Leinwandbindung gewebt. Jetzt möchte ich mich einmal an einem 2/2 Gleichgratköper versuchen.
Bevor ich aber mit dem Aufschären beginne, möchte ich zuerst ein Problem lösen, das ich noch habe.
Ich gehe einmal das Prozedere durch, das ich beim Weben durchlaufe:
Zuerst ziehe ich den Faden durch das natürliche Fach, dann ziehe ich den oberen Litzenstab zu mir und ziehe den Faden durch das neue, entstandene Fach. Soweit ist alles klar, ist ja wie bei der Leinwandbindung.
Aber wie mache ich jetzt weiter? Lege ich den oberen Litzenstab zurück und ziehe den zweiten Stab zu mir? Wenn ja, habe ich doch das Problem, dass der obere Litzenstab das Öffnen eines Fachs verhindert bzw. sich das Fach UNTER dem oberen Litzenstab öffnet und ich den Faden, den ich hier hindurchziehe, garnicht nach oben an das Gewebe bringen kann, weil die Litzen des oberen Stabes im Weg sind!
Ich hoffe, ich konnte mein Problem verständlich darstellen und es wäre nett, wenn mir jemand helfen könnte!

Gruß
Christopher

BeitragVerfasst: 17.05.2009, 19:09
von Sandra
Am Gewichtswebstuhl kannst du einen 2/2-Köper mit nur 3 Schäften weben.
Im Gegensatz zu Litzen am gewöhnlichen Webstuhl werden beim Gewichtswebstuhl immer zwei Fäden in eine Litze gelegt.
Außerdem hab ich bei den isländischen Webstühlen immer einen zweiten Trennstab gesehen.
Ich werde morgen (falls ich es schaffe) endlich mal meine Fotos verkleinern und das Ganze in möglichst verständlichen Worten beschreiben.

BeitragVerfasst: 17.05.2009, 19:26
von marled
Hi Neon!!
Ich glaube wir haben heute inm Museum miteinander gesprochen :-) . Ich werde mich gleich daran geben, mit Hilfe meiner Literatur das Problem zu lösen.
Ich werde mir auch mal noch ein paar Bilder anschauen und dich dann hier informieren.!
Marled
@ Sandra: Ja, wär gut deine Bilder mal hier einzustellen. Ich habe nämlich diesmal kaum Fotos von den Webstühlen gemacht und mich voll und ganz auf dich verlassen :devil:

BeitragVerfasst: 17.05.2009, 19:57
von Sandra
Ups, es war doch nur ein Trennstab, der aber extrem weit oben angebracht war.
Im Buch "The warp weighted loom" ist der Aufzug auf Seite 188 dargestellt. (Zeichnung kann ich aus Copyright-Gründen hier nicht zeigen).

Auf dem Trennstab liegen immer zwei Fäden oben - zwei unten.
Und an jedem Schaft werden immer zwei Fäden angebunden. Ich hab die Zeichnung mal nachgebaut: http://www.flinkhand.de/forum/album_pic.php?pic_id=1382

Weitere Bilder folgen.

BeitragVerfasst: 17.05.2009, 20:25
von marled
Das Problem, das Neon meint, ist folgendes:Bild
In diesem Bild öffnet der dritte, untere Schaft ein Fach. Dadurch, dass die anderen, oberen aber an ihrem Platz liegen bleiben , ist dort wo ich das Rechteck eingesetzt habe, das Fach nur winzig, da kommt man nicht mit dem Schuss durch.
Weiter unten, wo das Fach größer ist, kann ich den Schuss aber auch nicht durchschieben, weil dort ja die Litzen von den oberen Litzenstäben im Weg wären.
Habt ihr eine Idee, wie das Problem zu lösen ist?
Marled

BeitragVerfasst: 17.05.2009, 21:16
von Sandra
Bei dem Aufzug wird immer nur ein Schaft nach vorne genommen (bzw. einmal im Rapport wird das natürlich Fach genutzt).

Arbeiten muss man immer oberhalb des ersten Schaftes.
Ich denke bei dem Webstuhl sind die Schäfte einfahc vie zu weit oben angebracht.
Ich fand den aus dem Nationalmuseum etwas praktischer:
http://www.flinkhand.de/forum/album_pic.php?pic_id=1383

Gerade die Art und Weise, wie die Schäfte ausgehoben werden, finde ich sehr nett.

BeitragVerfasst: 19.05.2009, 18:41
von Neon2001
@marled: ja, ich war das aus dem museum! :-)

Ich habe mal eine Grafik gemalt, in der ich mein Problem nochmal zur Veranschaulichung darstelle:
Bild
Bis inklusive Bild 2 ist alles ok, bei Bild 3 habe ich das oben beschriebene Problem, dass ich kein richtiges Fach habe, wo ich den Schuss durchziehen kann. Ob ich jetzt oben oder unten am Webstuhl bin und wie weit die Stäbe auseinander liegen, spielt keine Rolle, denke ich.

Gruß
Christopher

BeitragVerfasst: 19.05.2009, 19:09
von wurm
Die Litzenstäbe sind definitiv zu weit oben, zu weit auseinander und die Neigung evtl zu steil. Das ist aber kein Konstruktionsproblem, Du kannst das ohne Weiteres auch jetzt noch bequemer einrichten.

BeitragVerfasst: 19.05.2009, 22:20
von Neon2001
Aber wie kann ich mein Problem lösen? Durch tiefere Litzenstäbe, die enger zusammen liegen oder eine Änderung der Neigung bleibt das Problem des "Nicht-Öffnen" des Faches doch bestehen!!

BeitragVerfasst: 20.05.2009, 12:21
von wurm
Richtig "offen" wird das Fach auch nicht. Mit der Hand greift man in das Fach, welches sich unterhalb der störenden Litzen des inaktiven Oberfachs bildet, und spreizt die Finger. Das Fach wandert dabei etwas nach oben, wo man es braucht. Dann kann man den Faden durchangeln, Stück für Stück.