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Kardendisteln zum Tuch aufrauhen

BeitragVerfasst: 24.08.2009, 22:31
von Silvia
Hallo Ihr Lieben,
ich ringe mit mir, ob ich ein Tuch das ich gewebt habe, mit Kardendisteln nachbehandeln soll.Das Tuch ist relativ fein,hat aber doch einige Webfehler, die ich damit ein wenig zu vertuschen gedachte.
In einem Buch über Weberei ist eine Astgabel in die Kardendistelköpfe mit Schur eingebunden sind,abgebildet.(aus Afrika,Jetztzeit) An so was dachte ich,geht schnell,und kostet nichts.
Aber hat schon jemand Erfarung damit ? Oder versau ich mir evtl. mein Tuch komplett ? Da es ein Schultertuch sein soll,will ich ungern an einer Ecke rumprobieren. Bekommt man rauhe Wolle damit etwas schmusiger,oder wird das dann eine gefühlte Putzwolle ?

Viele Grüße
Silvia

BeitragVerfasst: 25.08.2009, 10:52
von Radegunde
Hallo Silvia,
nee ich hab keine Erfahrung damit, aber wenn die Wolle fein ist (selbstgesponnen, unverzwirnt?), würd ich es nicht tun (es könnte einzelne Fäden zerreissen).
Ist die Wolle rauh, weil sie zu fest gesponnen wurde (zu viele Umdrehungen pro cm) oder weil die einzelnen Wollfasern zu dick sind (kratzige Wollsorte?)
Bei letzterem wird Karden überhaupt nichts nützen.
Bei festversponnener, verzwirnter Wolle mit nicht zu vielen flottierenden Fäden im Webmuster würde ich es eventuell wagen. (Bei Leinenbindung eher als bei Köper)
Vielleicht könntest du ein Photo 'reinstellen?

Liebe Grüsse
Radegunde

BeitragVerfasst: 25.08.2009, 11:33
von marled
Hi Silvia!

Nimm eine harte Bürste (Schuhbürste oder so) und bürste kräftig in verschiedene Richtungen, am besten erstmal an einer unauffälligen Stelle.
Hat einen ähnlichen Effekt wie Kardendisteln und du kannst sehen, ob es so wird, wie du dir das vorstellst. Wenn es dir gar nicht gefällt, schneidest du mit einem Fusselschneider oder einer Schere vorsichtig die rausgezogenen Wollhaare wieder ab.
Marled

BeitragVerfasst: 25.08.2009, 12:04
von Kattugla
Ich habe (tatsache) meinen gewebten Kaschmirschal (der Kaschmirschuss war ungezwirnt und mit relativ viel Drall, der 2/2-Köper recht fest) auf ähnliche Art und Weise malträtiert: in verhältnismäßig heißem Wasser mit einer Wurzelbürste. Mit dem gewünschten Effekt: die Webfehler sind kaum noch zu sehen und das Garn ging nochmal richtig fluffig auf.
Mit Kardendisteln wäre ich da aber nicht rangegangen, glaube ich.

BeitragVerfasst: 25.08.2009, 13:01
von Silvia
Hallo und danke für die Antworten.
hmm irgendwie reizt es mich die Disteln auszuprobieren,wenn man moderne Maschienen mit Distelköpfen versieht,wo man doch alle Bürsten der Welt haben könnte,muß das doch nen Grund haben.
Foto hab ich hier:
http://www.flinkhand.de/forum/album_pic.php?pic_id=1470
http://www.flinkhand.de/forum/album_pic.php?pic_id=1469
Öhmm ich hab natürlich fürs Foto ne Stelle ohne Fehler gesucht. :biggrin:
Das Tuch ist in Köper gewebt.
Mal sehen,ich denke ich sammel mal ein paar Distelköpfe,auf Vorrat und Verdacht,der Winter ist ja lang. ;-) Wenn ich mich getraut hab,zeig ich Euch das Ergebnis.Ich könnte mir vorstellen,das die Distel sanfter ist als ne Bürste,da sie ganz feine Häkchen hat.Allerdings hat Radegunde was wichtiges eingeworfen,das rosa Garn ist unverzwirnt mit mässigem Drall,da sollte ich erst mal an nem anderen Projekt testen.

:hand: Silvia

@Sola,falls Du hier liest,das grüne Garn ist von Dir !

BeitragVerfasst: 25.08.2009, 13:41
von Flinkhand
Die Düppler haben das mal als Experiment gemacht. Es funktioniert ... bedingt ... will heißen, man kann mit den Distelköpfen eigentlich eher die Wolle "abtupfen" als "kämmen". Das Ganze sollte man mit einem gespannten Wolltuch machen und dann auf der Oberfläche mit den Distelkarden arbeiten.

Neue Distelkarden bleiben permanent im Stoff hängen, da muß man wirklich vorsichtig "tupfen" - wenn sie abgenutzter sind, gehts leichter.

Am besten steckt man durch die Distelkarden einen Stock, so dass sie sich um den Stock drehen können (analog zur Klebefusselbürste *g*)

Das Gewebe wird wirklich an der Oberfläche fluffiger. Ist ja klar, denn die Karden ziehen einen Teil der Fasern an die Oberfläche, so dass etwas "Flausch" entsteht.

Die Arbeit macht aber nicht wirklich Spaß, fürchte ich ... mir würde das zumindest keine Freude bereiten - aber die Geschmäcker sind ja verschieden.