Streifenschal

Weben am Gewichtswebstuhl oder auch am Tischwebrahmen... wie man Stoff webt.

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Streifenschal

Beitragvon Buetti » 09.11.2009, 16:36

Hallo an Alle

Ich bekomme meinen Kettwirkenden Streifenschal nicht gebacken.

Folgendes
Ich möchte einen längs gestreiften Schal weben. Die Streifen sollen schon kräftig in den Fordergrund treten aber alles was ich jetzt ausprobiert habe dominiert immer wieder der Schuss. Auf was muss ich in diesem Fall alles achten.
Probiert habe ich. Hohe Kettdicht( 2 und 3 Fach) und grobes Blatt mit feinem Schuss(1 Fach).
Mein Webstuhl ist nur 60 cm breit und ich habe 8 Schäfte.
Grüße aus Frankfurt
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Beitragvon TheaEvanda » 09.11.2009, 18:28

Hallo Buetti,

Naturgemmäß hast du beim Weben immer eine Vermischung von Schuss- und Kettfarbe. Wenn die Kette die Farbe wechselt und du einfarbig abwebst, so tritt die Kette aber auf jeden Fall recht deutlich hervor.

Um dir webtechnisch zu raten, bräuchte ich aber noch ein paar Informationen:

Welches Blatt benutzt du? Wieviel-fädig?
Welche Bindung? Über wieviel Schäfte?
Welche Garnstärke?
Welche Farben in Kette und welche Farbe(n) im Schuss?
Welches Material? (Baumwolle und Leinen reagieren farblich anders als Wolle und Seide)

Schöne Grüße,

Thea
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Re: Streifenschal

Beitragvon marled » 09.11.2009, 19:08

Buetti hat geschrieben: grobes Blatt mit feinem Schuss(1 Fach).


Hast du einfach gestochen? Ich wurde dir zur Verdichtung der Kette dringend zu einem normalen Blatt mit einer engen Belegung raten, also mindestens zweifach, wenn nicht dreifach.
Außerdem hilft es schon, wenn du den Schuss möglichst knapp, also ohne viel Zuschlag einlegst, so dass die Kettfäden mehr aneinanderrutschen können und weniger fest anschlägst.

liebe Grüße
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Beitragvon Buetti » 09.11.2009, 20:16

Hallo

Ich habe bis jetzt nur eine Musterprobe gewebt.

Das Garn ist Merinowolle in den Farben.
orange, gelb, rot, grün, türkis und blau. Für den Schuss hatte ich ein helles Creme vorgesehen.

In meiner Probe hatte ich 16 Fäden pro cm,Schuss 1 Fädig, das 4er Blatt und alle möglichen Köper probiert. Der 2/2 Köper mit lockerem Anschlag sah noch am besten aus.

Ich habe mich noch auf keine Bindung festgelegt Hauptsache mein Schuss frisst nicht meine Kette. Ich besitze ein 4er, 6er, 8er und 10er Blatt sowie 8 Schäfte
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Beitragvon TheaEvanda » 11.11.2009, 11:41

Also, um die Kette gut hervorkommen zu lassen, bräuchtest du (theoretisch) eine Bindung, die kettlastig ist. Diese Bindungen sind allerdings beim Handweben schlecht machbar, da du immer 3/4 der Kettfäden hochtreten musst. Anders herum ist es leichter.

Aber: Wenn du einen 1/3 - Köper setzt, dann hast du zwar auf der Oberseite mehr Schuss als Kette, auf der Unterseite dagegen mehr Kette als Schuss. Du kannst also einen "Kettköper" verkehrt herum weben.

Ein Gleichgratköper ist auf beiden Seiten des Stoffes gleich, nur dass die Grate einmal nach S und einmal nach Z verlaufen. Damit hast du auch eine gleichmäßige Farbverteilung von Kette und Schuss.

Bei 16 Fäden pro Zentimeter würde ich dir zu einem Blatt 80/10 2fach gestochen raten, alles andere gibt deutlich sichtbare Rietgrate im fertigen Gewebe.

Sehr deutlich kommt der Farbeffekt bei Köper 1/3 mit 16F/cm Kette und 16F/cm Schuss heraus - das Beispiel ist Cottolin, Kette Violett, Schuss Gelb:
Bild

Und wenn du wirklich lange Flottungen magst, geht auch 1/7-Köper, da wird der Unterschied noch deutlicher: Kette Violett, Schuss Beige. Die Flottungen sind dann aber *sehr* lang:
Bild

Aber wie gesagt, mit ungleichmäßigen Bindungen wird immer eine Seite kettlastig und eine Seite Schusslastig ausfallen.

Mir fällt gerade ein: Ich habe auch noch ein Beispiel, wie eine Kettumbrierung als Leinwand und als 2/2-Köper herauskommt, diesmal Sockenwolle Nm 3 in der Kette und Spielwolle Nm 2 im Schuss:

Leinwand: Kette umbriert, Schuss mit blau-rosa-Farbwechsel:
Bild

Köper 2/2, gleiche Kette, gleicher Schuss:
Bild

Hilft dir das etwas weiter?

--Thea
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Beitragvon Buetti » 11.11.2009, 21:48

Hallo Thea

Danke für deine Mühe, und es ist mir eine große Hilfe.
Grüße aus Frankfurt
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