Webgarn verzwirnt oder unverzwirnt - Fundlage

Weben am Gewichtswebstuhl oder auch am Tischwebrahmen... wie man Stoff webt.

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Beitragvon Radegunde » 15.03.2010, 14:58

Hallo,
ich habe schon einmal mit recht feinem Dochtgarn (Texel-Merino Kreuzung) als Kette gewebt. Seitdem verzwirne ich lieber :devil:
Nee, es war einfach ein Wahnsinns Zeitaufwand, nach jedem Schuss zu schauen, ob nicht wieder ein Kettfaden gerissen ist und diesen dann zu verknoten. Da geht das Verzwirnen echt schneller!
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Beitragvon meirah » 17.05.2010, 19:06

hab meine eigenen Ratschlag mal beherzigt und ein Probeläppchen gemacht
unverzwirntes Garn, nur einmal warm gewaschene Wolle, gegen die Faser gesponnen, Ziel war 30 Fäden pro Zentimeter, na gut es sind "nur" 25 /cm geworden...
hier mein Ausgangsmaterial und
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hier"Spinnweben"

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Beitragvon Kattugla » 17.05.2010, 19:34

meirah hat geschrieben:...gegen die Faser gesponnen,...

:gruebel: ...was ist das? Und wie geht das? *neugierig werd*

Was, denke ich, mit eingeplant werden muss, ist die Frage, ob es sich (himmel, ich danke Sandra noch immer...) um Streichgarn oder Kammgarn handelt. Seit ich mein Taunus-Merino selber kämme und auf der kleinen Standspindel ziemlich dünn verspinne (S-Drehung), weiss ich um den eklatanten Unterschied in der Fadenstabilität. Mein Garn bekommt relativ viel Drall und ist dank der gleichmäßigen Faserlänge erstaunlich stabil. Mit der lediglich kardierten Wolle ist das Ergebnis eindeutig anders.
Soweit ich weiss, sind auch bei den hiesigen Textilfunden von der Saalburg Kammgarne bzw. Tuche aus Kammgarn erwähnt.
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Beitragvon anjulele » 17.05.2010, 20:50

Mir wurde der Tipp gegeben das Einfachgarn nach dem Spinnen beim Waschen anzufilzen. Das soll die Stabilität auch erhöhen. Selbst habe ich es noch nicht ausprobiert, sondern nur mit gezwirntem Garn als Kette gearbeitet (für das Kleid und die Probekette fürs Brettchenweben).
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Beitragvon meirah » 17.05.2010, 21:12

"gegen die Fasern"...weiß nicht wie ich das korrekt benennen soll

irgendwo gab es hier mal einen Link zu youtube für einen langen Auszug da wird das ganz gut gezeigt..find ihn gerad nur nicht

...ist im übrigen nix besonderes macht den Faden mit dem entsprechenden Drall nur etwas haltbarer.. ;-)
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Beitragvon Sanja » 18.05.2010, 06:19

Langer Auszug, also nicht mit parallel liegenden Fasern wie bei gekämmter Wolle (ergo Kammgarn), sondern mit quer zum späteren Fadenverlauf liegenden. Klassischerweise aus kardierten "Röllchen" (rolags) gesponnen, geht aber auch aus dem Vlies.
Das benutzt Du als Kettgarn?!? Unverzwirnt??? :blink2: Das ist doch total flauschig, mit herausstehenden Härchen, und scheuert sich noch leichter durch. Kann mir gar nicht vorstellen, dass das ungeleimt die Belastungen beim Weben erträgt. :gruebel:
Ich habe mit meinem Selbstgeponnenen (allerdings gezwirnt) bislang nur gute Erfahrungen gemacht, gerissen ist mir bislang nur gekauftes... :undecided: Wie dick soll es denn werden?

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Sanja
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Beitragvon meirah » 18.05.2010, 19:27

@Sanja
also bei mir ist dieses Garn keineswegs flauschig, das ist ein total festes Garn, da steht auch nix raus...
die Garnstärke siehst du etwas weiter oben in diesem Thread
allerdings macht sich jeder Spinnfehler (der Faden sollte max. aus drei bis vier Wollfasern bestehen) bemerkbar deshalb würde ich das Garn bei einem größeren Projekt sicherheitshalber auch schlichten.
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Beitragvon marled » 18.05.2010, 20:04

Boah, Meirah, Respekt! Hast du für ein größeres Projekt gesponnen, oder wars wirklich nur ein Probeläppchen?
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Beitragvon Elin » 18.05.2010, 20:37

*kinnladezuklapp* Boah meirah, DAS IST WAHNSINN... (das möcht ich auch mal können.. irgendwann).
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Beitragvon Sanja » 18.05.2010, 21:05

@Meirah: Grübel! :gruebel: Was Du beschreibst, klingt überhaupt nicht nach Streichgarn, Deine Methode aber schon. Dich würde ich echt gerne mal spinnen sehen! :-) Das Ergebnis ist jedenfalls der Hammer, da kann ich mich meinen Vorrednerinnen nur anschließen. :klatsch: Spinnst Du auf 'nem Rad oder mit der Spindel? Ich bin jetzt echt fasziniert...

Liebe Grüße,
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