S/Z Drehung des Fadens und Wirkung aufs Gewebe

Weben am Gewichtswebstuhl oder auch am Tischwebrahmen... wie man Stoff webt.

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S/Z Drehung des Fadens und Wirkung aufs Gewebe

Beitragvon Silvia » 02.09.2010, 08:04

Hallo Ihr Lieben,
als ich neulich einen Schal gewebt hab, - Kette baumwollähnliches Material,Schuß hangesponnenes Dochtgarn,Muster Köper der sich von der Mitte her nach rechts und links wendet - hab ich beobachtet wie unterschiedlich das Gewebe aussieht,was ja an der Drehung liegt.
Da war doch was... :gruebel:
Gelesen und gehört hab ich schon öfters,von Mustern die rein duch S und Z Drehung entstehen,nur gesehen noch nie.
1)te Frage - hat da jemand ein Bildchen ? Verlinkt oder eingestellt ?
2)te Hat das schon mal jemand gemacht ?
3)gibt es da beim popligen Köper eine Regel,mit der Drehung zu köpern oder dagegen ? bzw welche Seite denn nun die oben Seite ist ?
Denn auf der Unterseite sieht es dann doch anders auf als auf der Oberseite oder ? :dizzy:

Neugierige Grüße
Silvia
Silvia
 

Beitragvon Radegunde » 02.09.2010, 09:21

Ich hab' das mal ausprobiert, nachdem ich gehört hatte, dass Schuss S-Drehung mit Kette Z-Drehung (oder umgekehrt) eine waffelige Struktur ergeben sollte.
Wolle war Texel/Ile de France Kreuzung im Fett, im Nachhinein würde ich sagen, eher harte Kratzwolle: Die Fasern sind nicht besonders gekräuselt.
Wie ich schon an anderer Stelle schrieb, war das Weben der reinste Horror, da nach fast jedem Schuss ein bis zwei (oder noch mehr) Kettfäden zu reparieren waren.
Zuerst wollte ich Leinwand weben, aber das ging überhaupt nicht, da die Kettfäden sich ständig verklebten. Dann also auf Köper umgestiegen.
Das Ergebnis hat mich nicht besonders überzeugt: Das Tuch ist tatsächlich leicht waffelig strukturiert (wenn man genau hinschaut), ist aber irgendwie "steif", d.h., von dem für Köper typischen weichen Fall ist nichts mehr zu spüren.
Diese Steifheit kann natürlich auch an der Wolle liegen: es handelte sich um ziemlich dünne Fäden mit entsprechend viel Drall.

Jedenfalls webe ich seither nur noch mit verzwirnter Wolle!!

Viele Grüsse
Radegunde
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Beitragvon marled » 02.09.2010, 12:47

Bild
Das ist mein Versuch einer bronzezeitlichen Gürtelreko.
Wenn man genau hinschaut, sieht man die sogenannte Spinnrichtungsmusterung am Anfang recht deutlich. Hier entsteht sie bei diesem Gürtel rein durch unterschiedlich gesponnene Kettfäden, es gibt aber auch die Variante bei der Tuchherstellung, dass Schuss- UND Kettfäden das Spinnrichtungsmuster bilden. Ich bin grad dabei, für so eine diesmal eisenzeitliche Reko Wolle mit der Handspindel zu spinnen (ihr dürft mich in zehn Jahren nochmal nach den Fortschritten fragen :dizzy: :hammeraufkopf: )
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