Die Verschnürung

Weben am Gewichtswebstuhl oder auch am Tischwebrahmen... wie man Stoff webt.

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Die Verschnürung

Beitragvon Silvia » 11.10.2010, 10:46

Halli Ihr Lieben,
ich wage mich mal an ein Tubuthema - die Verschnürung. :herrje:
(kann es gar nicht fassen,das wir da noch keinen Tread zu haben )

Wie kommt Ihr denn so mit der Verschnürung klar ? Laßt Ihr das alles so,wie Ihr es bekommen habt ? Das ist doch anfangs ein Buch mit sieben Siegeln,erst so langsam wage ich es da mal was anders zu justieren,weil mein Fach irgendwie immer kleiner wird.

Wie ich da gestern unter dem Stuhl liege wie ein Automechaniker bei der Arbeit,kommen mir einige Gedanken:

Die Tritte - blue fragte in einem andern Tread,nach ner Schalldämmung für die Tritte - müssen die auf den Boden hauen,oder kann es sein das Tritte die auf dem Boden aufschlagen, falsch angebunden sind ? Meine tun das nicht,und machen auch keinen Krach.
Gibt es da so große Unterschiede bei den verschiedenen Modellen ?

Je länger ich meinen Webstuhl hab,je schräger hängen meine Wippen,um so unsauberer wird mein Fach,aber so wirklich traue ich mich nicht da rumzufummeln. :undecided:

Und warum,sind die unteren Leisten (der Litzenschäfte), bei der Mitte des zu webenden Tuches nie da,wo sie anfangs waren,nämlich alle schön in der Mitte.Irgendwann hauen die immer links gegen den Rahmen. :wacky:

Ach ja - der Vollständigkeit halber ich habe einen Göta Webstuhl mit Texolvsystem verschnürt.Ich find ne prima Sache,weil ich mich bei freihändigen anknoten wohl gar nicht rantraue.Aber die Texolvschnüre sind vorgelocht,da verzieht sich nix,und beim rumschnüren kann man immer noch sehen wo der Stecker vorher war.So kann man dann immer einfach in die Ausgangsposition zurück,wenn man Grütz geschnürt hat. :biggrin:

Gespannte Grüße
Silvia
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Beitragvon marled » 11.10.2010, 12:23

Mit meinem Normalo und der Direktverschnürung habe ich solche Probleme ja erfreulicherweise nicht mehr, aber beim alten Ikea habe ich auch immer geflucht, wenn durch die Bewegung beim Weben die Litzen rutschen und dadurch die Schäfte ins Ungleichgewicht geraten. Nicht umsonst heißt der Wippen- bzw. Rollenzugwebstuhl im Englischen CounterBALANCE.

Die Tritte sollten übrigens so aufgebunden sein, dass sie so grade eben den Boden berühren beim Niedertreten.
Ich habe auch mit Texsolv gearbeitet und bin inzwischen davon ab, weil du die Verschnürung halt eben nur zentimetergenau, aber nicht mehr millimetergenau machen kannst.
Wenn die Schäfte sich durch Nachbesserung nicht mehr genau einstellen lassen, hilft es manchmal, alle Verschnürung zu lösen und neu aufzubinden. Du wirst dann in der ersten Zeit auch nachstellen müssen, hast danach aber wieder für längere Zeit Ruh. wir haben schon mal überlegt, ob wir irgendwann Schaftrahmen mit dünnen Gewindestangen am Ende der Schäfte machen. So ein fester Rahmen kommt nicht mehr so leicht aus dem Gleichgewicht.

Marled
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Beitragvon Rigana » 11.10.2010, 17:40

Ich habe ja ein zumindest optisch sehr ähnliches Modell wie Silvia (ein alter Glimakra) und habe vor meinem ersten größeren Tuch komplett auf eine Texsolv-Verschnürung umgestellt.
Die ursprüngliche Verschnürung war z.T. morsch und beim Vorprojekt auch an einigen Stellen gerissen, dann hatten die Schäfte noch Baumwoll-Litzen, die für das Tuch dann nicht mehr ausgereicht hätten. Also gab es Texsolv-Litzen, -Verschnürung, -Stecker etc...
Nach der Umrüstung lief alles deutlich besser, die Schäfte ließen sich viel besser ausbalancieren und kamen auch nicht mehr so schief. Meine Tritte berühren auch gerade eben so den Boden, aber nicht so, dass sie wirklich geräuschvoll aufsetzen.
Die Erstverschnürung und v.a. das Ausbalancieren der Schäfte über die Rollen und Wippen war eine Sisiphusarbeit und ich hoffe, dass ich die mir beim nächsten Projekt sparen kann :dizzy:

Liebe Grüße
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Beitragvon Lis » 13.10.2010, 21:02

Tabuthema, soso :biggrin:

Bei meinem Webstuhl war alles auseinander gebaut und nix verschnürt, so dass ich alles neu verschnüren musste (habe Texsolv genommen und finde das sehr praktisch). Und da ich bisher bei jedem Webstück ein anderes Muster oder eine andere Anzahl von Schäften verwendet habe, hab ich auch immer einiges neu verschnüren müssen... und find's jedes Mal wieder toll (was auch daran liegen könnte, dass ich mir das mit den Wippen dank Kontermarschwebstuhl sparen kann). Ein paar Schnüre anders, und schon ergibt sich ein anderes Muster! Aber zugegebenermaßen schaue ich auch jedes Mal wieder bei Erika Arndt im Buch nach, wie da nochmal die Reihenfolge war.

Das Problem mit den unteren Schäften hab ich übrigens auch. Liegt vermutlich an der nicht genau lotrechten Verschnürung, hm...

Damit meine Tritte auf den Boden kommen, muss ich schon "Vollgas" geben. Lauter ist das Quietschen der Lade mit dem Webblatt, seufz!
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