Komplexere Patronen am Gewichtswebstuhl

Weben am Gewichtswebstuhl oder auch am Tischwebrahmen... wie man Stoff webt.

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Komplexere Patronen am Gewichtswebstuhl

Beitragvon Viator » 26.10.2010, 09:58

Hallo,

Ich habe eine Frage zum Gewichtswebstuhl, die sich mit dem Thema "frühes Mittelalter" überschneidet. Da es mir eher um die handwerkliche Seite geht, poste ich sie in die Rubrik "Weben".

Laut den Textilfunden aus dem 10. Jahrhundert a.D. konnten neben der Leinwandbindung auch komplexere Bindungen wie Fischgrät und Diamantköper nachgewiesen werden.

Aber wie wurde/ wird so etwas am Gewichtswebstuhl hergestellt?
Nach meinem Verständnis brauche ich für diese Bindungen bis zu vier Litzen. Ich habe bereits in Museen Gewichtswebstühle mit bis zu vier Litzenstäben gesehen. Mir fehlt leider das praktische Verständnis wie bei solchen Bindungen die Kette vorbereitet wird; geschweige denn wie der Ablauf beim Weben funktioniert. Eine Beschreibung mit einem oder mehreren Photos oder ein paar Skizhen wären toll. :cool:

Ich habe bisher bei der sog. "Bibel des Webens" (Erica Arndt - Handbuch Weben, Haupt Verlag) keinen Hinweis gefunden.

Lg,

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Beitragvon Hîdril » 26.10.2010, 11:43

Hallo Viator,

ich kann dir leider keine Bilder zur Verfügung stellen, aber guck doch mal bei Onkel Google unter dem Stichwort Haithabu. Oder geh auf die Seite des Museums Schloß Gottdorf. Oder du machst mal Ferien in Schleswig und besuchst das Wikingermuseum Haithabu. Ich weiß, dass dort sogar Diamantköper am Gewichtswebstuhl gewebt wird.
Oder du guckst mal auf www.knochennadel.de . Christoph und Raffi weben nämlich in Haithabu besagten Diamantköper auf dem Gewichtswebstuhl. Vielleicht haben sie auch Bilder davon und können dir da weiterhelfen.
(Kannst ihnen ja sagen, Ute hätte sie verraten ;-) )
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Beitragvon Serinde » 26.10.2010, 11:59

Vielleicht hilft Dir ja dieser Thread weiter:

http://www.flinkhand.de/forum/viewtopic.php?t=6661
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Re: Komplexere Patronen am Gewichtswebstuhl

Beitragvon Sandra » 26.10.2010, 14:43

Viator hat geschrieben:Ich habe bisher bei der sog. "Bibel des Webens" (Erica Arndt - Handbuch Weben, Haupt Verlag) keinen Hinweis gefunden.


Erika Arndt ist toll, wenn man einen modernen Webstuhl besitzt. Für den Gewichtswebstuhl ist die Bibel "Marta Hofmann -- The warp-weighted loom"
Liebe Grüße, Sandra

Geschichte besteht aus einem Haufen Lügen über Ereignisse, die niemals stattfanden, erzählt von Menschen, die nicht dabei waren. (George Santayana)
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Beitragvon Viator » 26.10.2010, 17:47

Bei dem empfohlenen Link konnte ich im Punkto Gewichtswebstuhl leider nichts finden.

Die Inhalte verlinkten Forenthreads :kapierichnicht: ; noch nicht weil ich in Sachen Weben Anfänger bin. Aber das wird sich im Lauf der Zeit noch verändern. :)

Danke für den Buchtip. Ich sehe ihn mir an und melde mich wenn ich weitere Fragen habe. :lesen:
Gibt es eventuell noch ein Video zum Thema Weben am Gewichtswebstuhl im Netz?

Ein Urlaub nach Schleswig ist in absehbarer Zeit leider nicht im Budget drin; es sei denn ich gewinne in der Lotterie oder finde einen Sponsor. :-|

Lg,

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Beitragvon Ninni » 26.10.2010, 18:55

Hallo alle miteinander!

Ein Urlaub in Schleswig nur für das Schloss Gottdorf wäre wahrscheinlich auch nicht so sinnvoll, denn seit sie das Wikingermuseum umgebaut haben, sind dort KEINE Stoffe mehr zu finden... Wir waren im Juni da und doch ziemlich enttäuscht... :-( (auch wenn der Rest vom Museum wirklich sehenswert ist!)

Lieben Gruß von der Ninni
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Beitragvon Tjorven » 26.10.2010, 19:40

Vielleicht hilft dir das Video hier ja ein bißchen weiter: so etwa ab der Hälfte sieht man, wie gewebt wird (schnatter, mir frieren schon beim Angucken die Finger ab), allerdings kein kompliziertes Gewebe. Aber interessant allemal!

Gewichtswebstuhl in action
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Beitragvon Viator » 26.10.2010, 21:33

:danke:
Das Video ist ausgezeichnet. Lässt es sich vielleicht in das Flinkhand - Forentutorial fürs Weben verlinken?

Ich habe jetzt verstanden, daß es zwischen einem Gewichtswebstuhl und einem normalen Webstuhl vom Webprinzip her fast keine technischen Unterschiede gibt.

Lg,

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Beitragvon wetterleuchten » 27.10.2010, 06:00

*bibber* Cooles Video :-)
Ich finde schon feucht-kühle Grubenhäuser nicht besonders zuträglich vom Arbeitsklima her, aber im Winter im Freien weben ... krass.

Aber man sieht sehr schön finde ich, wie raumgreifend so ein GWS wird (vor allem, wenn man ein ordentliches Stück weben will ohne dass man sich bückend das Kreuz ruiniert) Und dass er schwer und standfest sein muss.

Daraus könnte man ja jetzt wieder ableiten-spekulieren, dass die meisten für den Eigenbedarf Produzierenden schon alleine durch die Begrenztheit ihrer Wohn-Arbeitsräumlichkeiten in der Gewebebreite eingeschränkt waren, wollten sie nicht bei Wind und Wetter im Freien stehen was auf Dauer Mensch + Gewebe doch eher abträglich ist.

Viator hat geschrieben:Ich habe jetzt verstanden, daß es zwischen einem Gewichtswebstuhl und einem normalen Webstuhl vom Webprinzip her fast keine technischen Unterschiede gibt.

Denke ich auch. Hauptsache gut Spannung auf die Kette und dann gilt wie schon Klaus Schlabow sinngemäß in "Textilfunde der Eisenzeit" schrieb: weben folgt immer dem Prinzip, zwei Fadensysteme, Kett- und Schussfäden, rechtwinklig zu verkreuzen. Dazu bedürfe es eines Webgerätes und sei es noch so einfach. ;-)
D' Frau Werwolf sagt, des g'hört so
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Beitragvon Hîdril » 27.10.2010, 12:32

Ninni hat geschrieben:Hallo alle miteinander!

Ein Urlaub in Schleswig nur für das Schloss Gottdorf wäre wahrscheinlich auch nicht so sinnvoll, denn seit sie das Wikingermuseum umgebaut haben, sind dort KEINE Stoffe mehr zu finden... Wir waren im Juni da und doch ziemlich enttäuscht... :-( (auch wenn der Rest vom Museum wirklich sehenswert ist!)

Lieben Gruß von der Ninni


Ninni, dir ist schon klar, dass das zwei verschiedene Museen sind? Das Wikinigermuseum Haithabu gehört zwar irgendwie zum Schloss Gottorf, aber im Schloss selber ist auch ein großes Museum. Und wenn ich Shadow Witch und Silvia richtig verstanden habe, sind die Exponate, die aus dem Wikingermuseum ausgelagert wurden, jetzt im Schloss Gottorf zu sehen.
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