gezwirntes Garn noch einmal zwirnen

Weben am Gewichtswebstuhl oder auch am Tischwebrahmen... wie man Stoff webt.

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gezwirntes Garn noch einmal zwirnen

Beitragvon Buetti » 13.12.2010, 19:45

Hallo an Alle

Ich habe Merinowolle von der Wollfabrik. Für eine Decke empfinde ich das Garn etwas zu dünn deshalb würde es gern doppelt verwenden. Doppelt schären und bäumen ist kein Problem aber doppelter der Schuss. Kann man gezwirntes Garn noch einmal zwirnen? Wenn ja –wie?
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Beitragvon samaha » 13.12.2010, 22:49

Hallo,

prinzipiell ja, und zwar nochmals in die entgegengesetzte Richtung der ersten Zwirnrichtung, also quasi erneut in Spinnrichtung.

Nur setzt das voraus, dass man zuvor mit Überdrall gezwirnt hat, der sich nun beim zweiten Zwirnen wieder ausgleicht. Stelle ich mir daher bei Kaufgarn eher schwierig vor, es sei denn, Du gibst jetzt extra Drall in der ursprünglichen Zwirnrichtung dazu. Nur ob das zufriedenstellend funktioniert, habe ich noch nicht ausprobiert.
Sabine
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Beitragvon Rigana » 14.12.2010, 11:11

Doppelter Schuss geht doch auch. Wie sollte sonst Panama möglich sein? Für das Weben mit doppeltem Schuss gibts sogar spezielle Schützen mit zwei Kammern.

Liebe Grüße
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Beitragvon blue » 14.12.2010, 12:13

Also ich bin ja noch kein Profi-Weber, aber für meine Sachen die ich gewebt habe, habe ich immer verschiedene Materialien (also mehrere Fäden) zusammen auf mein Schiffchen gewickelt. Bei meinem Tuch waren es 6 Fäden und die hab ich nicht einmal verzwirnt.
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Beitragvon Silvia » 14.12.2010, 13:06

Aufs Schiffchen aufwickeln ist kein Problem,aber ob es sich auf Handschützröllchen problemlos auf und auch wieder abwickeln läßt,da bin ich mir nicht sicher.
Ist man den Handschützen einmal gewohnt,webt man mit Gymnastikschiffchen* nur noch höchst ungern.

Ich hab vor kurzem eine Mütze aus Sockenwolle gestrickt,dazu hab ich drei Fäden Sockenwolle über das Spinnrad verzwirnt,das ging ganz gut,einfach gegen die Richtung des Garns gedreht.Beim stricken war es kein Problem,aber der Anfang des Fadens hat sich in seine drei Ursprungsfäden aufgelöst,während des arbeitens.Evtl hätte ich das Garn waschen und trocknen sollen ?
Bei reiner Merino könnte das hilfreich sein,könnte ich mir vorstellen.Der Faden könnte sich ein wenig zusammenfilzen.Bei meiner Superwashsockenwolle hätte ich da keine Chance gehabt.

Buetti - mach doch mal ein Probestückchen und guck mal was Deine Wolle alles so mitmacht.


[ot]*Gymnastikschiffchen,das ist Riganas Ausdruck für die sogenannten Webernadeln,weil man da bei jedem Schuß so ausholen muß,und auch gucken muß,ab man niemanden der zufällig vorbei kommt eine Beule haut.Man muß sich halt mehr bewegen.[/ot]
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Beitragvon Buetti » 14.12.2010, 20:27

Hallo
Mit einem Doppelschiffchen arbeiten geht super aber meine Decke hat 6 Farben und ich hab leider nur ein Doppelschiffchen. Doppelt aufgespult gibt bei mir im normal fall schon Schlaufen bzw. Ungleichmäßiges abrollen und diese Decke ist doppelbreit geplant.
Eine andere Idee wäre mit zwei Schiffchen zu arbeiten und jeden Schuss zweimal zu arbeiten.Dann müsste ich aber auch häufig die Spulen wechseln.
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Beitragvon Buetti » 14.12.2010, 20:35

Noch mal ich.
Kann man mit jedem Spinnrad auch zwirnen und wieviel Übung braucht man.
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Beitragvon Sandra » 14.12.2010, 22:33

Ja, das geht wirklich mit jedem Spinnrad. Zwirnen ist auch deutlich einfacher als spinnen. Ich hab zuerst nur gezwirnt, bevor ich das mit dem Spinnen am Rad auf die Reihe gekriegt hab.
Einfach nur 2 Wollknäule so hinstellen, dass sie nicht durchs ganze Zimmer kegeln, die beiden Fadenenden am Anfangsfaden der Spule festknoten und lostreten.
Beim Zwirnen regulierst du die Stärke des Dralls und damit die Geschwindigkeit mit der der Faden eingezogen wird, hauptsächlich über die Spannung am Antriebsriemen (2-fädiges Rad) oder die Bremse (1-fädiges Rad). Das lässt sich sehr leicht ausprobieren.

Beim Spinnen ist das große Problem, dass ständig der Faden reißt bzw. die Regenwürmer Zwillinge kriegen. Das entfällt ja ;-)
Liebe Grüße, Sandra

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Beitragvon anjulele » 19.12.2010, 12:51

Dem kann ich nicht ganz zustimmen. Ich denke, es hängt von dem Spinnrad ab. Wenn du ein modernes Rad hast, mag es keine Probleme geben, weil man die anders einstellen kann, als alte.

Spinnräder mit einem größeren Einzugsloch und einfädigem Antrieb (z. B. Louet) eignen sich gut zum Zwirnen und lassen sich problemlos in beide Richtungen treten.

Die meisten von meinen alten Ziegen hingegen lassen sich zum einen nicht gerne in Zwirnrichtung treten (da hilft es auch nicht immer, das Fadenkreuz auf die andere Seite zu bringen), zum anderen haben sie dann auch Probleme, den Faden auf die Spule zu wickeln. Kann ja sein, dass ich zu wenig Übung habe "anders herum" zu arbeiten.

Ich spinne oft auf den Ziegen und nehme dann das Louet zum Zwirnen. die Menge ist dann auch "handlich", weil ich nicht gerne die Haspel benutze.

Verknoten tue ich die Fäden nur beim Navajozwirnen (weil ich noch keine brauchbare Variante ohne Knoten gefunden habe). Auf der Spule ist ein recht langer Anfangsfaden. Ich fange mit dem vordersten Haken an, auch wenn der Faden am hinteren Ende besfestigt ist. Wenn ich dann die Zwirnfäden und den Anfangsfaden etwa 25 - 30 cm gemeinsam verzwirne und dann auf die Spule laufen lasse, brauche ich keinen Knoten.

Wenn der Anfangsfaden auf die Spule gewickelt wird und man hat die Zwirnfäden noch in der Hand, ist der Einzug zu stark. Man kann auch etwas tricksen, indem man den ganzen Anfang, da wo die Zwirnfäden mit dem Anfangsfaden parallel gelegt werden (s. o. 25 -30 cm) beim Treten festhält, dann nur die Finger öffnet, um den Drall ins Garn laufen zu lassen (dafür den Drall unten, wo der Anfangsfaden aufhört abgrücken) und sofort wieder schließt. Festhalten, das Garn nicht auf die Spule laufen lassen, weitertreten, noch mal die Finger öffnen und dann das Garn auf die Spule laufen lassen. Wenn der Anfang drauf ist, rutscht nichts mehr herunter. Weil der Weg zum hinteren Haken weiter ist, fange ich vorne an.

LG
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Beitragvon Buetti » 19.12.2010, 20:04

Hallo
Sieht das aus wie Funktionstüchtig?

http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?Vie ... K:MEWAX:IT

Klar man sieht das es keinen Antriebsriemen hat.
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