alltagstaugliche Kleidung aus handgewebten Stoffen

Weben am Gewichtswebstuhl oder auch am Tischwebrahmen... wie man Stoff webt.

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alltagstaugliche Kleidung aus handgewebten Stoffen

Beitragvon Silvia » 19.12.2010, 12:38

Hallo Ihr Lieben,
ich bin neugierig - webt Ihr auch Stoffe für Alltagstaugliche Kleidung ?
Mögt Ihr die mal zeigen ?
Habt Ihr links zu netten Klamotten aus handgewebten Stoffen ?

Ich mache mal den Anfang,hier mein Oberteil aus dem Stoff den ich im Rietbruchtread gezeigt hab:
http://www.flinkhand.de/forum/album_pic.php?pic_id=2176
irgendwie ist es ziemlich sackartig geworden,und ich überlege noch wie ich das abändern kann. :gruebel: Das Zuschneiden ging ja,aber wenn dann so richtig Verschnitt anfällt,tut es doch weh.
Das Material ist ein Viskosegemisch unbekannter Zusammensetzung,als Kette,und Wolle als Schuß,8/10 Dichte.

Und mein erstes Teil,Kette Baumwollchenille als Kette, krappgefärbtes Dochtgarn für den Schuß:
http://www.flinkhand.de/forum/album_pic.php?pic_id=2150
an dem die Ärmel zu eng geworden sind,so das ich sie leider nicht hochschieben kann,also doch nicht so wirklich alltagstauglich.

Das ist der Grund warum ich hier einen Fred aufmache - aus Wolle gewebt sind die Sachen warm wie Stricksachen,verhalten sich aber nicht so.Burda Schnitte tun weh,weil man wirklich viel Verschnitt hat.
Also hab ich als Grundlage einen Pulli mit simplen Schnitt genommen,den als Schnittmustervorlage mißbraucht,und losgelegt.
Um dann zu merken,das das Halsloch zu eng ist,weil sich der Stoff ja nicht dehnt, :wacky: zumindest nicht so wie die Strickware.Hätte man ja drauf kommen können.

Irgendwie finde ich es einfacher Mittelalterliches aus handgewebten Stoffen zu machen als Neumodisches,einfach weil es so grundlegende Unterschiede bei der Verarbeitung gibt.

So nun warte ich auf Euch. ;-)
Silvia
 

Beitragvon Shadow-Witch » 19.12.2010, 13:03

wollen wir beide mal ein Näh- und schneiderwochenende machen?
ich mag gern ohne Schnittmuster nähen :biggrin:
Grüße von Gaby
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Beitragvon Arya » 19.12.2010, 20:46

Ich hab zwar - in Ermangelung handgewebter Stoffe - noch nie etwas daraus genäht, hab aber trotzdem ein paar Anregungen.

Zu enge Halslöcher/Ärmellöcher: wie wärs mit kurzen Schlitzen, evtl. mit Knopf und Schlinge verschlossen? Bei dem roten Oberteil lässt sich das vielleicht (wenn der Stoff dünn genug ist und sich somit sehr knapp umnähen lässt) sogar noch nachträglich anbringen, um es alltagtauglicher machen. Abnäher können etwas mehr Form hineinbringen, ohne dass viel Abfall entsteht.

Wie wärs mit einem Schnitt wie bei einem Oberteil für das Karate-/Judo-/...-Training (also zum Übereinanderlegen vorne)? Oder ein Happi (japanisches Oberteil, ähnlich wie das Trainingoberteil)? Ich hab letzteren Schnitt in einem Buch ("Make your own japanese clothes" von John Marshall; gibt es, soweit ich weiß, nur auf englisch), bei etwas geduldiger Suche spuckt das Internet sicher auch etwas Brauchbares aus. Viel Spaß bei Probieren und Variieren! :-)
Arya
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Beitragvon Pia » 19.12.2010, 21:00

Ich webe ja nicht selbst, aber vielleicht findest du hier Anregungen:
http://www.handweberei-geltow.de/modenschau.php

Das sind Kleider aus einer Handweberei, der auch eine klitzekleine Schneiderei angeschlossen ist, bei Potsdam und Berlin (wenn du mal in der Nähe sein solltest ;)

Ich war mal dort und habe eine kleine Führung bekommen, es gibt auch einen kleinen Laden u.a. mit Kleidern aus Handgewebtem (verständlichereise sauteuer) leider haben sie auf ihrer homepage kaum etwas, zugegebenermaßen berauscht mich diese Mode nicht so sehr, sieht größtenteils zu sehr "oll-öko" aus

Hast du schon mal an einem (geschlizten) Wickelrock/Wickelhose gedacht? Da braucht man allerdings etwas mehr Stoff.

In die Ärmel von deinem Pullover könnte man doch bestimmt Schlitze mit einem Knopf daran machen, oder nicht?
Er ist sehr schön, wäre schade wenn du ihn unbequem findest
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Beitragvon Sandra » 19.12.2010, 22:03

Irgendwie finde ich immer, dass handgewebte Kleidung sehr nach Öko-Sack aussieht.
Fürs Homi ist der Sack ja prima und in Ordnung, aber so im Normalo-Leben trag ich doch eher enger geschnittenes.
Zugegeben, ich schäre gerade mein erstes modernes Teil: einen Seidenschal.
Da entfällt die Schnittmusterproblematik.

Ansonsten lasse ich mich gerne von guten Beispielen inspirieren, die nicht nach Sack aus Omas Kleiderschrank aussehen.
Liebe Grüße, Sandra

Geschichte besteht aus einem Haufen Lügen über Ereignisse, die niemals stattfanden, erzählt von Menschen, die nicht dabei waren. (George Santayana)
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Beitragvon Silvia » 20.12.2010, 08:00

Hallo Ihr Lieben,
an so eine Judoähnliche Jacke hab ich auch schon mal gedacht,der Plan lauert schon im Hinterkopf.

Tragbar ist der rote Pulli,denn bevor ich das Ganze endgültig zusammen genäht hab,ist mir die kleine Halsöffnung aufgefallen,und ich hab nen Reißverschluß eingebaut.

Wickelrock sähe sicher chick aus,wenn ich so was tragen würde,die Idee ist aber toll.

In Natura hab ich einen Pulli gesehen,der war aus blauen und grünen Chenillegarn gewebt,da ich die Frau aber nicht kannte,konnte ich schlecht an ihr rumzupfen und das tolle Stück näher untersuchen.Der sah gar nicht nach Oma aus.Schlicht, edel und dennoch gemütlich.
Die Schlichtheit ist auch so ne Übung.Ich wollte ja unbedingt einen Diamant weben,denn Leinwand und Köper kann man ja überall kaufen.In Verbindung mit einem Effektgarn wird es dann schnell zu viel,wie soll ich sagen - es wirkt dann halt nicht.
Das find ich schwierig,ein schönes Material zu haben,eine Bindung mit der Material zur Wirkung kommt,und dann noch eine Form zu finden,die den Stoff gut zur Geltung bringt,ausgefallen ist,aber dennoch nicht so ausgefallen ist,das es nicht deplaziert wirkt,also aussieht wie ein Papagei im Wald.
Ihr wißt was ich meine ? :dizzy:

Hat hier Jemand Tips ? Oder gar eine geschulte Meinung ?
Oder Buchtips ? Ich lerne ja auch gern dazu.


[ot]@Schadow,wir machen was per mail aus,und dann bringst Du den braunen Stoff fürs MA Kleid mit.Könntest Du eigendlich schon kommenden Jan. machen. ;-) Dann wär es bis zum FHT fertig,und könntest es vorführen.[/ot]
Silvia
 

Beitragvon Serinde » 20.12.2010, 08:18

http://www.handspinn-forum.de/forum/viewtopic.php?f=108&t=553
Ich kenne das Buch zwar nicht selber, aber das klingt ganz nach etwas, das Du brauchen könntest.
Ansonsten wäre mein Tipp auch Kimono-Schnitt oder Abnäher oder Gürtel.
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Beitragvon Tjorven » 20.12.2010, 08:21

Es gibt einige (zugegebenermaßen alte) Bücher dazu:

https://www.amazon.de/Kleidung-weben-We ... 299&sr=8-1

Und dann gibt es noch ein französisches Buch (auf deutsch ;-)), da webt man Halsausschnitte und so gleich mit ein und muß nicht zuschneiden, aber ich komm gerade nicht auf den Titel...

Meine liebe Freundin Kari hat einen Schnitt für eine Hirtenjacke, bei der man gar nicht zuschneiden braucht, gewebt werden etwa 30 cm breite Streifen und man näht für das Rückenteil zwei aneinander und läßt vorn offen, zwei Streifen sind dann für die Ärmel.
Derjenige, der etwas zerbricht, um herauszufinden, was es ist, hat den Pfad der Weisheit verlassen. J.R.R. Tolkien
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Beitragvon Chrissie » 20.12.2010, 08:31

Mir würde außer den erwähnten Schlitzen noch einfallen, kleine Raffungen an den passenden Stellen einzuarbeiten, oder Tunnelzüge, um die "Säcke" auf Form zu bringen.
Die können ja auch innen liegen.
Liebe Grüße,
Chris

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Beitragvon Anya » 20.12.2010, 10:55

Tjorven, Du meinst wahrscheinlich dieses Buch:
http://www.amazon.de/Handweben-Individuelle-Kleidung-Catherine-Gourlat/dp/341952840X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1292837884&sr=1-1
Gehört aber auch eher in die Kategorie "schon ein paar Jahre älter", trotzdem sind dort einige nette Ideen drin.

Ich habe von Kari einen Jacken/Puloverschnitt in Erinnerung, wo die Ärmel nicht an das Körperteil angesetzt sind, sondern in eins durchgehen und die Körperteile dann unten angesetzt sind, also etwa so:
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............ | .................... |
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(Die Punkte müßt ihr euch wegdenken, krieg es nicht anders formatiert :blush: ) Für eine Jacke sind es vorne natürlich dann jeweils zwei Teile. Sah auch sehr nett aus und gar nicht sackartig
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