alltagstaugliche Kleidung aus handgewebten Stoffen

Weben am Gewichtswebstuhl oder auch am Tischwebrahmen... wie man Stoff webt.

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Beitragvon Klara » 20.12.2010, 11:42

Das Buch von Catherine Gourlat (ich hoffe, es ist das Gleiche - ich hab' die französische Version, Tissages pas sages) ist von 1979 und so sieht es auch aus. Sprich, in die Hippiekommune passt man mit den Teilen nahtlos rein, heute auf der Strasse zeigen sie, dass frau einen (sehr) eigenen Stil hat :-)

Aber ich geh' gleich mal auf die Suche nach Making Simple Clothes...

Ich habe ja erst vor zwei Jahren mit Kleidung schneidern angefangen, und natürlich mit gekauftem, billigem Stoff. Und bei meinen Übungen bin ich zum Schluss gekommen, dass Röcke wohl besser genäht werden (kein Problem mit Ausleiern, und es geht so schön schnell), es aber viel einfacher ist, ein gut sitzendes Oberteil zu stricken als zu schneidern (meine Bluse hatte ich immer noch nicht an - und sie hat so lange gedauert wie 2 Röcke und 1 Dirndl).

Dann ist natürlich noch die Frage, was ist "alltagstauglich". Eine Bekannte verdient sich ihren Lebensunterhalt als Filzkünstlerin und läuft auch samstags auf dem Markt als Werbung für ihre Kreationen rum...

Ciao, Klara
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Beitragvon Radegunde » 20.12.2010, 13:21

Für Oberbekleidung webe ich in Form, damit sich der Verlust auf ein paar Kettfäden beschränkt. Allerdings hat man dann ziemlich viel Näharbeit, um die ganzen überstehenden Kettfäden auch ordentlich/unsichtbar zu vernähen. Fürs "in Form weben" muss man natürlich vorher ganz genau wissen, wie es letzten Endes aussehen soll und wie die Masse zu sein haben. Im Bezug auf die Webbreite muss man das Schrumpfen der Seiten einkalkulieren und natürlich möglichst regelmässige Kanten weben. Dann sich fragen: Wie soll das Stück fallen: ist es Kette oder Schuss, die im Kleidungsstück senkrecht liegen, entsprechend lose oder eng anschlagen, usw.
Das ganze ist sehr arbeitsintensiv. Stricken geht wirklich schneller!!
(Und ich habe mehrere UFO's dieser Sorte! :biggrin: )


Wenn man tatsächlich in den rechteckig gewebten Stoff schneiden will, empfiehlt es sich, das ganze zu füttern, um die geschnittenen Ränder zu schützen. Wenn der Futterstoff edel ist, sieht das ganze dann auch nicht nach Baba Cool aus, sondern nach superteuren Designerklamotten. :biggrin:

Grüssle
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Beitragvon Ragnhild » 20.12.2010, 22:00

Röcke schneidet man häufig nicht gerade aus, so dass die Kettfäden waagerecht liegen, sondern schräg. Dann fällt der Stoff besser. Das müsste man beim Weben dann also mit bedenken.

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Beitragvon Klara » 21.12.2010, 18:49

Ich glaube, es ist grundsätzlich einfacher, den Schnitt nach dem Stoff zu richten als umgekehrt - und meine selbstgenähten Röcke sind alle gerade geschnitten.

Aber noch zwei Buchtipps: In Anne Field's Collapse Weave sind ein paar "das ist ja Wahnsinn"-Kleidungsstücke drin (allerdings auch nicht alltagstauglich, sondern für die Oper)

Und dann habe ich gebraucht aufgetan: Planned & Unplanned, Creative Handwoven Clothing von Pat White & Isa Vogel. Nix für Anfänger und die Teile sind auch nicht schnell und einfach gemacht, aber ich fand's interessant zu sehen, was man machen kann (wenn man kann - ich nicht).

Ciao, Klara
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Beitragvon marled » 11.01.2011, 17:47

Hier gibt es auch Anregungen, alle Kleidungsstücke sind auf dem Gurtwebgerät entstanden:
Kleidung vom Gurtwebgerät
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Beitragvon Tjorven » 12.01.2011, 08:01

Habe ich das richtig verstanden: eigentlich ist das doch Kammweben in breit, oder?
Derjenige, der etwas zerbricht, um herauszufinden, was es ist, hat den Pfad der Weisheit verlassen. J.R.R. Tolkien
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Beitragvon Silvia » 12.01.2011, 08:22

Bei meinem grauen Sackoberteil hab ich mir ganz schlicht geholfen,aus Restgarn hab ich eine schlichte Borte gewebt,und ein kleines Stück an beiden Enden mit Hosenträgerclips versehen,dieses Stück rafft im Rücken ein wenig Stoffülle zusammen,und schwupps wirkt es ein wenig tailiert.

@Tjorven,nein der Backstrap Loom,ist schon ein echter Webrahmen,im eigendlichen Sinne.Man kann einen oder mehrere Litzenstäbe einanrbeiten,somit sind eigendlich alle Bindungen und Muster möglich wie auf dem normalen Webstuhl auch.In den Ländern wo diese Teile Tradition haben,sind aber oft so ne Art gelesene Muster gängig.Es werden oft erstaunlich breite Stoffe gewebt.Gib mal Backstrap Loom in die Suchmaschine ein und staune.
Sollte man für das Thema nen neuen Tread aufmachen ? Oder hatten wir nicht sogar mal einen ?

@Marled,der link ist auch nett,das ist ist je ne gute Idee die Teile zusammen zustricken,und wie schön sauber das die Dame hinbekommen hat.*neid*
Silvia
 

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