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Doppelbreitgewebe

BeitragVerfasst: 16.02.2012, 18:35
von Tjorven
Es reizt mich ja schon länger, eine größere Tuchbreite mit meinem kleinen 65er Webstuhl hinzubekommen und jetzt habe ich mich mal ans Doppelbreitgewebe gewagt, bei dem man den Schußfaden abwechselnd durch zwei Gewebeschichten legt.

Das Tuch liegt also doppelt, einmal webt man die obere Lage und dann die untere, mit vier Schäften geht allerdings nur Leinwandbindung, es wird quasi mit zwei Schäften die obere Seite und mit den anderen zwei Schäften die untere Seite gewebt. Das Tuch ist auf einer Seite geschlossen und wird später dort einfach auseinander geklappt, das ist dann die Mitte und die andere Seite ist offen und hier sind die beiden Webkanten.

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Klingt kompliziert, st es aber eigentlich gar nicht, man muß nur bei der Trittfolge aufpassen, sonst hängt das Tuch dann doch an der falschen Stelle zusammen...

Für Köperbindungen bräuchte man acht Schäfte, die ich leider nicht habe, Leinwand ist nicht gerade so meine Lieblingsbindung und für den ersten Versuch habe ich auch nicht das allertollste Garn genommen, aber mal gucken, wie´s wird.

BeitragVerfasst: 17.02.2012, 07:39
von Silvia
Ey - wie geil ist das denn ? :hurrah:
Ich bin schwer begeistert, Du machst mir Mut !
:respect:

BeitragVerfasst: 17.02.2012, 07:51
von kiarachao
wow sowas will ich auch mal probieren.......wie ist da der einzug?

BeitragVerfasst: 17.02.2012, 09:49
von blue
Ich fang ja gerade erst an mit dem weben, aber wie das geht interessiert mich auch. Bitte, bitte mehr Infos!

BeitragVerfasst: 17.02.2012, 10:57
von Pia
Das ist mal eine spannende Technik!
v.a. was die Tragweite für archäologische Befunde und deren Deutung anginge. Denn das müsste ja auch mit einem primitiven Webstuhl möglich sein?!
Viel Spaß und Erfolg :-) macht jedenfalls einen recht kniffeligen Eindruck

BeitragVerfasst: 17.02.2012, 13:58
von meirah
@ pia...du vermutest richtig,... mit dieser Technik lassen sich nämlich auch Schlauchgewebe herstellen, die ja durchaus zu verschiedenen Zeiten "in " :biggrin: waren

BeitragVerfasst: 18.02.2012, 18:51
von Tjorven
Der Einzug ist ganz normal Leinwand: 1., 2., 3. und 4. Schaft hintereinander weg. Das Anbinden ist bei mir etwas anders, weil ich keine Tritte sondern Handhebel habe, also jeden Schaft einzeln hebe. Das Schema der gehobenen Schäfte ist 1,3,4 - 1,2,3 - 1 - 3 und dann wieder von vorn. Wer das Buch von Erika Arndt hat: Seite 166 oben links ;-).

Was bei mir der limitierende Faktor ist: ich hab nicht genug Litzen, um die ganze Breite auszunutzen... *grumpf*, bringt mir erstmal nicht so viel. Aber es geht ja ums Prinzip. Und in Reserve hab ich da ja auch noch einen (noch nicht funktionstüchtigen) 80er Webstuhl - da rückt doch gleich das Thema Rechteckmantel in greifbare Nähe :wideeyed: , ich käme ja auf wenigstens satte 150 cm!

BeitragVerfasst: 18.02.2012, 20:06
von Sturmkuchen
Wieso brauchst du acht Schäfte für einen Köper? Diamant z.B. geht schon mit vieren, von einem einfachen 2/2 Köper mal ganz zu schweigen.

BeitragVerfasst: 18.02.2012, 23:22
von Sandra
Ja, aber für die zweite Lage brauchst du noch einmal 4 Schäfte, macht zusammen 8 ;-)

Mal eine Frage: geht so etwas eigentlich mit einem Rollenzug? Ich hab ja einen Kontermarsch und da kann ich 3 von 4 Schäften heben. Bei Handhebeln ist das ja auch kein Problem, aber bei Rollen müsste ich dann ein komplettes Schaftpaar heben bzw. senken und das funktioniert doch nicht, oder?

BeitragVerfasst: 19.02.2012, 09:12
von Rigana
Reiner Rollenzug oder Rollen und Wippen?

Mit Kontermärschen kenne ich mich nicht aus.
Ich hab einen "normalen" Trittwebstuhl und da kann ich mittels richtiger Aufbindung der Tritte auch Doppelgewebe machen.
Ist bisher zwar nur theoretisch, aber es ist machbar. Dann müsste es doch eigentlich auch auf einem Kontermarsch funktionieren, oder?

Liebe Grüße
Rigana