Polarfuchs geht mächtig ein!

Weben am Gewichtswebstuhl oder auch am Tischwebrahmen... wie man Stoff webt.

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Polarfuchs geht mächtig ein!

Beitragvon Ragnhild » 14.04.2012, 16:29

Letzte Woche hatte ich ja den gewebten Schal von Anya zurück bekommen, für den ich das Garn aus Polarfuchs gesponnen hatte. Nun habe ich ihn gewaschen und festgestellt, dass das Gewebe mächtig eingegangen ist: Auf einer Länge von 150 cm fehlen nun 5 cm! Ich dachte, ich teile euch das mal mit, damit ihr vorgewarnt seid und eure Teile ggf. deutlich größer anfertigt.

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Beitragvon Klara » 15.04.2012, 19:28

Willst du sagen, dass aus 150 gewebten Zentimetern nach dem Waschen 145 cm wurden? Das ist NICHTS an Verlust (doch, klar es ist ein dreissigstel - also 3,3%, oder verrechne ich mich da gerade wieder mal? - aber meiner Meinung nach ist das eher unterdurchschnittlich).

Ich hatte bei meinem Gummimerino 30 % Verlust beim Muster - aus 13 cm auf dem Webstuhl wurden 10 cm nach dem Waschen...

Oder hast du dich irgendwo vertippt? Denn wenn das Eingehen wirklich eine Warnung wert ist, würde ich das schon gerne wissen - ich habe etliche hundert Meter Polarfuchs hier liegen, die als Schalkette bestimmt sind...

Ciao, Klara
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Beitragvon Ragnhild » 16.04.2012, 20:52

Ich habe jetzt schon von anderen gehört, dass sie von deutlich imenseren Einsprüngen berichten können. Trotzdem kam mir das bei meinem Schal recht viel vor. Vielleicht auch deshalb, weil man einen deutlichen Unterschied sieht: An den Stellen, an denen gefärbte Merino mit verwebt ist, ist das Gewebe deutlich weniger eingegangen. Ich habe jetzt also einen Wellenrand.

Ob du diese Info jetzt für dich verwerten kannst entscheidest du ja selbst.

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Beitragvon Hîdril » 17.04.2012, 07:44

Nur um das mal auseinander zu tüddeln: Ihr redet von der noch zu verspinnenden Wolle Polarfuchs, die die Flinke und auch Gaby in ihren Shops verkaufen?

Also das hier?

Ich will, wenn ich denn irgendwann die Wolle versponnen habe, mir daraus einen Mantel stricken und wenn nach dem Waschen hinterher nur noch eine Jacke überbleibt, dann muss ich ja gleich ein paar Maschen und Reihen mehr einplanen.
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Beitragvon Pumo » 17.04.2012, 09:11

Beim Stricken kann man dem ja gut entgegenwirken indem man vorher ein Läppchen strickt, abmisst, wäscht und wieder abmisst.
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Beitragvon Klara » 17.04.2012, 11:22

Was man eigentlich beim Weben auch machen sollte - und bei Schal's geht's auch ganz einfach. Ein bisschen mehr Kette aufziehen, und 20 cm weben, abschneiden und waschen. Ich hab' mich nur ein bisschen vertan, weil ich zwar Muster und Schal gleich gewebt habe, ein 20 cm kurzes Stück aber viel leichter zu walken - und damit massiv zu schrumpfen - ist als 3 Schals mit insgesamt 5 m. Sprich, meine Schals sind jetzt lockerer als das Muster, aber ich habe noch nie gehört, dass jemandem ein Schal zu weich gewesen wäre... Und dass die Köperlinien im 45-Grad-Winkel laufen sollte weiss auch kaum jemand.

Ragnhild, ich hab' gerade ein Verständnisproblem: Wenn dein Schal in der Länge geschrumpft ist, dann ist das doch die Kette. Wie gibt das dann mit dem Merino einen Wellenrand? Wellige kurze Seiten fallen bei einem Schal doch kaum auf...

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Beitragvon Flinkhand » 17.04.2012, 17:50

Normalerweise wäscht man Wolle nach dem Spinnen. Wenn man sie dann weiterverarbeitet, passiert in der Regel nichts mehr.
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Beitragvon marled » 17.04.2012, 18:17

Ich rechne normalerweise bei Wolle mit einem Einsprung von bis zu 10%, das wären bei einem Schal 15 cm. Bei feiner Wolle mehr, Merino zum Beispiel zieht deutlich mehr ein als grobfaserigere Wolle.
In der Länge schrumpft die Kette eher, weil das Kettgarn unter großer Spannung steht und nach dem Waschen sich in eine ursprüngliche Länge zurückzieht und dann plus Schrumpfung.
Ich würde also die 3% als sehr gering einstufen!
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Beitragvon Anya » 17.04.2012, 18:44

Klara, hier ist mal ein Bild vom Schal:
http://www.flinkhand.de/forum/album_pic.php?pic_id=2864
Der Schal ist ein Testgewebe für Kleiderstoff, gesponnen von Ragnhild und gewebt von mir.
Die Kette setzt sich aus verschiedenen Fäden zusammen, aussen Polarfuchswolle ohne Sprühstärke (auf dem Photo nur knapp zu erkennen, weil es nur wenige Fäden sind), dann gefärbte gekaufte Wolle und in der Mitte Polarfuchswolle mit Sprühstärke. Die Kette sind alles Singles z-gesponnen und als Schuss wurde an den Ende Singles z-gesponnen und in der Mitte Singles s-gesponnen verwendet. Wir wollten zum einen natürlich testen, ob uns das Gewebe gefällt und dann natürlich auch, wie gut es sich weben läßt. Der Waschtest war dann mehr oder weniger ein Nebentest, der natürlich auch sehr interessant ist.
Das Probestück ist ein Schal geworden, weil ich sehen wollte, ob die Kette irgendwann anfängt auszuleiern, deshalb möglichst lang.
Und als Ergebnis läßt sich sagen: Die Kette ist nicht ausgeleiert. Gefärbte Kette und Kette mit Sprühstärke zeigten gar keine Probleme, die Kette ohne Sprühstärke neigte dazu auszufasern, bis auf einen gerissenen Kettfaden war das aber zum Glück auch kein Problem.
Durch die unterschiedlichen Kettfäden ist das Einlaufverhalten natürlich auch unterschiedlich.

Viele Grüße, Anya
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Beitragvon Sanja » 18.04.2012, 08:20

Beim Weben macht man das mit dem Probeläppchen so, wie Klara es beschrieben hat: Erst weben, dann waschen - und die Kette möglichst großzügig kalkulieren, damit auch nach der Experimentierphase noch genug hat. ;-)
Strickgarn muss nach dem Spinnen gewaschen werden, damit der Drall sich beruhigt, sonst kann sich das Gestrick verziehen und die Größe verändern. Beim Weben allerdings soll man die besten Ergebnisse erzielen wenn man das Garn direkt vom der Spule verwendet, also kein Entspannungsbad macht, sondern gleich rauf auf den Webstuhl. Das "Aufblühen", das sonst im Entspannungsbad stattfindet, hat man dann beim ersten Waschen des fertigen Gewebes, und der Effekt soll so richtig "Wow" sein. Ich habe das selbst noch nicht gemacht, da ich meist erst spinne, dann färbe, so dass das Garn definitiv sehr viel Kontakt mit Wasser hatte, bevor es auf dem Webstuhl landet. ;-) Für's Schussgarn kann ich mir das durchaus gut vorstellen - bei der Kette würde ich aber vielleicht doch vorher Waschen, bevor es einen ungewollten "Crinkle"-Effekt gibt - zumindest, wenn man verschiedene Garne verwendet.
Muss ich irgendwann nochmal eine Versuchreihe zu starten... *Auf die lange Liste schreib*
Liebe Grüße,
Sanja
I'm not weird, I'm gifted! :-)
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