Experiment Gewichtswebstuhl

Weben am Gewichtswebstuhl oder auch am Tischwebrahmen... wie man Stoff webt.

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Beitragvon Tjorven » 23.01.2013, 17:05

Ich glaube nicht, das das geht: man müßte ja den Trennstab zum Fachbilden nach oben setzen, das ist zum einen nicht ganz unanstrengend und zum anderen trennt man ja die Gewichte in die vorderen und hinteren und das geht mit der Umlenkung über den oberen Baum nicht.

Außerdem müßte da auch noch irgendwo die Kette hin, wenn das Gewebe unten hängt.
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Beitragvon sunnie » 23.01.2013, 17:33

Teppichknüpferei geht am senkrechten Gerät von unten nach oben. Aber auch nur deshalb, weil die Muster durch die Knüpffäden gebildet werden. Ich weiß, daß nach jeder Knotenreihe ein Schuß in Leinwandbindung eingefügt wird. Wie man da allerdings das Fach öffnet, weiß ich nicht.

Mal abgesehen von der Vereinfachung für den Weber (nach unten anschlagen, gleichmäßige Spannung der Kette durch Umlenken, etc) darf man nicht vergessen, daß in der Frühzeit auch schon mit 4 "Schäften" gewebt wurde: Köper zum Beispiel. Da fällt mir nichts ein, wie man die Fächer ordentlich und leicht trennen könnte.

Zu Muskelkater und verspannten Schultern führen auch Tätigkeiten, die eigentlich nicht anstrengen. Nämlich dann, wenn man sich verkrampft. Außerdem ist die körperliche Belastung von uns im Vergleich zu Mittelalter oder diversen grauen Vorzeiten deutlich geringer. Das heißt aber auch, wir sind nicht so gut trainiert wie die damals.
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Beitragvon Solà » 23.01.2013, 19:20

die beiden fächer lassen sich ja mit 2 schäften bilden, das dürfte nicht das problem sein, oder? für alles andere als leinwandbindung braucht man ja eh mehr schäfte..... :gruebel:

@ tjorven: die kette würde hinten hängen, auf der rückseite des gewebes...
hätte auch den vorteil, dass man nicht immer mit den füßen gegen die gewichte stößt und sie so verknuddeln kann.....
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Beitragvon marled » 23.01.2013, 20:02

Wenn die Gewichte nicht frei nach unten hängen sondern über die Umlenkung (oberer Baum) laufen, wird es Probleme mit der Spannung geben. Es hat schon seinen Grund, warum sich diese Konstruktion über Jahrtausende bewährt hat (die waren ja auch nicht blöd damals :biggrin: ).
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Beitragvon Tjorven » 24.01.2013, 09:04

Solá, wo du die Kette hintun willst kapier ich irgendwie nicht... :gruebel: Was meinst du mit "hinter dem Gewebe"? Die muß doch trotzdem über den oberen Baum, oder?

Wenn der Gewichtswebstuhl schräg steht, dann kommt man mit Füßen und Gewichten nicht ins Gehege.
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Beitragvon wetterleuchten » 24.01.2013, 10:42

Es gibt wohl einige Fotos von nordamerikanischen indianischen Gewichtwebstühlen, an denen das Tuch von unten nach oben gewebt wird. Inwieweit das dort tatsächlich auf einer gewachsenen Historie beruht, hab ich null Ahnung. Als ich das sah, fand ich jedenfalls die Möglichkeit, den Schuss mit Unterstützung der Schwerkraft anzuschlagen ziemlich attraktiv.
Aber:
Ich habe ja vor einiger Zeit mal meinen Kircherwebrahmen auf Gewichtspannung "umgebaut". Gut, da lief die Kette waagrecht und gewebt habe ich waagrecht von mir weg. Aber die Spannung der Kettfäden wurde durch Gewichte erzeugt, die hinten runterhingen. Dafür mussten die Kettfäden eben über den hinteren Kettbaum laufen und das stellte sich in der Praxis für mich als ungeschickt und auch ziemlich lästig heraus.
Während die Kettfäden am schräg aufgestellten Gewichtwebrahmen einfach lotrecht "herunterfallen" sobald sie unter Gewichtspannung sind (denk ich), liegen sie auf dem Kettbaum eben auf, schieben sich übereinander und spannen sich ungleichmäßig. Der Kircher-Kettbaum hat immerhin Zähnchen, die in dem Fall als kleine "Trennfächer" dienen können, aber die Kette nach jeder Entlastung in Arbeitspausen da wieder einzuordnen war eine ziemlich zeitraubnende Sache. Für mich war das eine echte Spaßbremse.
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Beitragvon Solà » 24.01.2013, 11:42

was gibts denn für abbildungen von nicht - indianischen webstühlen? historische abbildungen, meine ich....

hintergrund meiner frage ist der, dass wir im rahmen der experimentellen archäologie gerne dinge in frage stellen. ;-) nur weil einmal ein archäologe so ein ding ausgegraben hat, und (evtl falsch herum) aufgestellt hat und es viele andere kopieren, muss es nicht richtig sein ;-) wist ihr was ich meine? wir sind handwerker, keine archäologen - und wenn uns eine sache komisch vorkommt, probieren wir rum bis es sinn macht.... *g*

nehmen wir dieses Foto:
http://farm4.static.flickr.com/3646/348 ... 10fdfd.jpg

warum nicht das teil einfach umdrehen? :biggrin:

darum bin ich sowohl auf der suche nach alten abbildungen, aus denen man evtl. schlau werden kann, wie auch nach euren Erfahrungen als Weber :-) ich will nicht die welt auf den kopf stellen oder jemanden sein wissen absprechen - ich frage nur - was wäre wenn?! :blush:
liebe Grüße,
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Beitragvon Solà » 24.01.2013, 11:47

@ thjorven:

genau, kette über den oberen Baum unten hinten hängen lassen mit den gewichten...
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Beitragvon Draca » 24.01.2013, 12:48

Komisch, irgendwie tauchen die selben "kreativen Ideen", das Rad neu zu erfinden, mit schöner Regelmäßigkeit immer wieder auf.

Das archäologische Rekonstruktionen nicht unfehlbar sind, zeigt sich leider immer wieder. Aber man sollt doch eigentlich meinen, dass eine kurze Suche in der relevanten Fachliteratur genügend Beweise in Form von Abbildungen und rezenten Gewichtswebstühlen erbringt, um nicht mit schöner Regelmäßigkeit dieses Thema neu aufzuwärmen. Allein die simple Google-Suche ergibt auf der ersten Seite mind. 4 historische Darstellungen von Gewichtswebstühlen, die alle eindeutig sind. :dizzy:

Wie oft wurde das jetzt schon alleine in diesem Forum durchgekaut? Und immer wieder kommen die gleichen Verweise auf die Fachliteratur, in die dann anscheinend doch nicht reingeschaut wird. :lesen:

LG Draca
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Beitragvon marled » 24.01.2013, 12:59

wetterleuchten hat geschrieben:Es gibt wohl einige Fotos von nordamerikanischen indianischen Gewichtwebstühlen, an denen das Tuch von unten nach oben gewebt wird. Inwieweit das dort tatsächlich auf einer gewachsenen Historie beruht, hab ich null Ahnung. Als ich das sah, fand ich jedenfalls die Möglichkeit, den Schuss mit Unterstützung der Schwerkraft anzuschlagen ziemlich attraktiv.


Die indianischen sind keine Gewichtswebstühle, sie basieren auf einem anderen System mit Spannschnüren, hier ganz gut zu sehen. Die Länge der Kette ist also von vorneherein ziemlich begrenzt.
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