Klappenmantel/Klappenrock - Schnittmuster gesucht

Rund um die Gewandung: Wie nähe ich, was paßt in die Zeit, welche Stoffe, Schnitte usw.

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Klappenmantel/Klappenrock - Schnittmuster gesucht

Beitragvon Kris » 19.08.2008, 20:50

Moin zusammen,
ich suche eine leicht verständliche Nähanleitung für die Anfertigung eines Klappenmantels. Ich habe schon ein bisschen im netz gewühlt, aber was ich gefunden habe, war alles andere als leicht verständlich. Hat jemand ein Schnittmuster für einen Klappenmantel, das über die Information "im Prinzip wie ein Bademantel" hinausgeht? Ich habe hier mehrere Meter tollen dunkelblauen Loden rumfliegen, der auf seine Verarbeitung wartet, und einen Ehemann, der endlich seinen Klappenrock will.

Das dicke Problem, das noch dazu kommen wird - mein Mannmensch will das gute Stück mit Pelz gefüttert haben. Hat jemand Erfahrung mit Pelzfutter? Kann man das mit einer ganz normalen 08-15-Nähmaschine verarbeiten, wenn man eine Ledernadel verwendet? Muss ich bei der Verarbeitung von Pelz noch mehr beachten als die Tatsache, dass Fell einen Strich hat?

Etwas ratlose Grüße,
Kris
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Beitragvon Hîdril » 19.08.2008, 22:24

Also ich hab mittlerweile meinen zweiten (Klappen-)Mantel fertig. Dafür braucht man eigentlich keinen Schnitt.

Grades Rückenteil, Vorderteile die Hälfte der Rückteilmaße plus ungefähr eine Handbreite Überschlag. Das gilt für die obere Kante des Vorderteils. Nach unten wird das Oberteil breiter, eben so breit, wie man es gern hätte, aber auf keinen Fall breiter als das Rückenteil, sonst wird es eine Wickeljacke. Je nach Figur des Trägers kann man noch in die Seite Keile einsetzen. Ärmel dran - fertig.

Wie weit Fellfutter A sind, kann ich dir leider nicht sagen, ich weiß nur für Haithabu, da ist es nicht A. Die hatten nur Pelzimitate, sprich gerauten Wollstoff.

Ach ja, du sollstet bei der "inneren Klappe" ein bisschen schummeln und die Kante ein bisschen hochziehen, sonst guckt sie im geschlossenen Zustand unten immer raus.

Was sich auf keine Fall bewährt hat, ist die lange Form, also bis auf den Boden. Der Klappenmantel ist echt nur eine Jacke.

Ansonsten :guckstduhier: dann unter Männer und da unter Klappenrock.
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Beitragvon Kris » 20.08.2008, 07:29

Hallo Hidril,
dankeschön, damit komm ich schon weiter. mal schauen, ob der Loden für einen Mantel bis zum Boden reicht, mein Mann ist von... naja, ziemlich kräftiger Statur. Würden sich gerade bei Trägern mit etwas umfangreicherem Bauch Seitenkeile anbieten?

LG,
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Beitragvon Hîdril » 20.08.2008, 22:03

Also erfahrungsgemäß ist "bis zum Boden" echt Mist. Je länger die Vorderkanten des Mantels sind, umso eher guckt unten der Zipfel raus. (Also der vom Mantel und nicht der vom Träger ;-) )

Wenn ich das richtig verstanden habe, soll der Klappenrock ja für deinen Mann sein, also wäre oberschenkellang A.

Am besten du schneidest erst mal Rücken- und die beiden Vorderteile zu, nähst die Schulternähte und lässt das dann anprobieren. Dann siehst du ja, ob da noch Keile rein müssen und wenn ja, wie breit die sein müssten.
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Beitragvon Kris » 21.08.2008, 07:34

Ja, ist für meinen Mann. Vielleicht mache ich auch erst mal einen für mich aus einem nicht ganz so teuren Stoff, damit ich in meiner grenzenlosen Ungeschicktheit beim Zuschneiden nicht den teuren Loden versaue.
Bodenlang finde ich auch bei Umhängen immer sehr nervig, vor allem, wenn schlechtes Wetter ist und der Boden so aufweicht wie in Bückeburg vor drei Wochen. ich habe zuhause erst mal mehere Lagen Schlamm aus dem Saum meines Halbkreismantels gebürstet.
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Beitragvon Sturmkuchen » 25.08.2008, 07:04

Kris, du hattest noch eine Frage zu Seitenkeilen. Da gibt es mehrere Möglichkeiten:

1. Du schneiderst "A": Die Breite der Stoffbahn gibt die max. Breite des Kleidungsstückes vor. Da der Mantel ja bequem über der Gewandung liegen soll, kann
1.1 die Stoffbreite bereits ausreichend sein und du schneidest die Keile so, dass sie spitz zulaufen. Das gibt nur mehr Umfang am Saum.
1.2 die Breite gerade unterhalb der Armausschnitte dadurch gewonnen wird, dass du die Keile nicht spitz, sondern als Trapez zulaufen läßt.

2. Du hast Stoff von mind. 100 cm Breite und schneidest so, dass die Keile direkt mit dran sind (also nicht gerade runter zum Saum, sondern mehr wie einen Halbkreis).

Das sind die mir bekannten Varianten. Ich hatte für einen Mantel Version 1.1 benutzt und festgestellt, dass dies einfach keine gute Weite hergibt, da der Schnitt eher für Unter-/Übergewand sinnvoll ist.

Öm, soweit hoffentlich verständlich?! :wacky:
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Beitragvon Thanis » 21.04.2013, 22:20

Hallo,

ich möchte mich nachdem mein letzter Versuch einen Klappmantel nach eigenem Plan zu nähen schief ging erneut an das Projekt heranwagen. Die Erklärungen bis hierhin waren alle verständlich. was mir aber noch nicht so ganz klar ist, wo bzw. wie bringe ich die Ärmel an? Lasse ich da einfach "Löscher" wenn ich Rückenteil und Klappen zusammennähe und setze die Ärmel da hinein?
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Beitragvon NeedleMind » 22.04.2013, 07:00

Hallo, guck doch mal bei Google in die Bildersuche. Das erleichtert vieles.
Hier der Link:
Klappenrock
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Beitragvon Hîdril » 22.04.2013, 14:33

Hallo Thanis,

ich nähe bei solchen Sachen immer erst mal die Schulternähte, dann nähe ich an das Stück Vorder-/ Rückenteil die Ärmel an die Seite. Ärmel der Länge nach zur Hälfte falten, um die Mitte zu finden. Dieser Punkt trifft auf die Schulternaht. Dann nähe ich das fest und dann in einem Rutsch die Seiten- und untere Ärmelnaht.

Dann nur noch den untern Saum begradiegen und die Ärmelnähte machen - fertig.
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Beitragvon Lise » 22.04.2013, 18:18

ich mach es auch immer so wie Hîdril. zwar nicht an Klappenröcken aber am ende ist die Virgehensweise immer die gleiche, wenn man irgendwo Ärmel einsetzten muss ;-)
nur Mut, Versuch macht klug. Hast ja immerhin zwei Seiten um dich auszuprobieren.

Liebe Grüße!
Man umgebe mich mit Luxus.
Auf das Nötigste kann ich verzichten.
(Oscar Wilde)
;-)

Achtung: neuer Blog!!
http://lise-im-wollwahn.blogspot.com/
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