Wer kennt sich mit alten Nähmaschinen aus?

Rund um die Gewandung: Wie nähe ich, was paßt in die Zeit, welche Stoffe, Schnitte usw.

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Wer kennt sich mit alten Nähmaschinen aus?

Beitragvon Annie-Petit » 21.12.2011, 15:45

Hallo liebe Handwerkler!

Vor ein paar Wochen, habe ich eine alte Singer Tret-Nähmaschine von 1908 aus Schwiegeromas Wohnung geholt. Laut meinem Manne wurde sie noch vor ungefähr 10 Jahren auch benutzt. Naja, leider haben die 10 Jahre doch schon etwas Rost hervorgebracht. Nachdem ich erstmal rostfreie Nadeln/Spulen gekauft und das gute Stück geputzt und geölt hab wie ein Weltmeister, wollte ich sie natürlich auch ausprobieren ;-)

Da stieß ich aber auch schon auf das Problem: Der Unterfaden reißt beim Aufspulen. Kennt sich da vielleicht jemand aus oder hat eine Idee, woran das liegen könnte? Ich hab euch auch ein paar Fotos mitgebracht. Man muss das Rädchen zum Aufspulen runterklappen, damit es vom großen Handrad gedreht wird. Leider klappt das nicht immer richtig ran und ich muss so mit dem Finger ein wenig dagegen drücken damit es greift. Außerdem hab ich bis jetzt noch kein Gefühl für's Pedal bekommen und hab erstmal nur am Handrad vorwärts gedreht.

Ausgangsstellung
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Runtergeklappt zum Aufspulen
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Beitragvon Silvia » 21.12.2011, 16:52

Hallo,
DAS ist aber ein SCHÖNES Stück !!! :wideeyed: Toll.
Ich hab auch eine alte Nähmaschine mit Pedal, und auch wieder zumlaufen bekommen. Allerdings nicht allein sondern mit Hilfe einiger fachkundiger Herren in Anne Lieblers Nähforum. http://www.hobbyschneiderin.net/portal/ Ich war lange nicht mehr da, aber da müßte es eine Rubrik für alte NäMas geben.

Was Du aber noch ausprobieren könntest - mit einem Pinsel alle Ritzen entstauben. Alles ölen was zu ölen ist. Ohne Nadel,ohne Faden einfach das treten einüben.Beim antreten das obere Handrad immer nach hinten schubsen. Ober und Unterfaden sollten immer die gleiche Stärke haben,besser noch Garn von der selben Rolle.
Bei den Gehäuse für die Unterspule gibt es Modelle die sich nicht aufklappen lassen.
Reißt der Faden ständig könnte es auch schlichtweg an der Fadenspannung liegen. Da mußt Du unter Umständen rumspielen und ausprobieren.
Bis das stimmt, reichen ganz billige Nadeln. ;-) Danach würde ich dann Qualitätsnadeln verwenden.
Es könnte auch am Garn liegen, wenns ständig reißt. Nicht jede NäMa will jedes Garn, mit zB Reihgarn geht gar nix. Wenn das Garn bei der NäMa war, ist evtl auch zu alt.
Was hast Du für eine Maschine ? Gibt es noch die Gebrauchsanleitung ? Soll ich mal gucken ob meine Anleitung Dir evtl weiterhilft, wenn Du keine mehr hast ?

Und zeig doch mal ein Foto vom ganzen Schätzchen. :sabber:
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Beitragvon Peregrina » 21.12.2011, 16:55

Damit sich der Unterfaden leicht aufspulen läßt, kann man das Handrad auslösen, damit die Nadel beim Treten nicht mitläuft. Dazu hältst Du den kleineren Handlauf fest und drehst das Handrad in Gegenrichtung. Aber das hast Du bestimmt gemacht.
Ansonsten sieht ja alles ganz gut aus, aber kann es sein, daß die hintere Metallzunge ein bißchen zu heftig an die Spule drückt? Kannst Du die evtl. etwas lockern? Fürs Aufspulen ist sie ja nicht so nötig, ich glaube, sie dient nur dazu, den Spulvorgang zu beenden, wenn genug Garn drauf ist.
Hast Du denn noch die Betriebsanleitung?
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Beitragvon Hîdril » 21.12.2011, 17:19

Mal ganz dumm gefragt: Ist das eine Originalspule? Wenn das gute Stück von 1908 ist, erscheint mir eine Plastikspule als nicht original. Kann es vielleicht auch daran liegen? Vielleicht ist sie einfach zu groß/klein, so dass der Druck bzw. die Reibung vom großen Schwungrad nicht richtig übertragen wird.

Und wenn alles nichts hilft, direkt mal bei Singer anfragen.
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Beitragvon Peregrina » 21.12.2011, 17:36

Die breiteren Metallspulen, die es zu kaufen gibt, passen auch auf die alten Modelle. Ich hatte auch mal so eine, leider hab ich sie weggegeben, samt Betriebsanleitung.
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Beitragvon meirah » 21.12.2011, 17:42

...also ich denke auch es könnte an der Plastikspule liegen, die Spulen waren früher nicht geeicht und konnten unterschiedliche Formen und Gewichte haben....also vlt mal eine Metallspule probieren,
übrigens gab es bei den Nähnadel-Köpfen auch verschieden Formen,

aber erstmal würde ich das Maschinchen gründlich reinigen (mit Maschinenöl) sieht auf den Fotos schon ziemlich harzig aus, ansonsten sind diese Art Maschinen echte Schätze :biggrin:
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Beitragvon Hîdril » 21.12.2011, 18:27

Mal ein Tipp: Nimm kein Maschinenöl, denn das verharzt mit der Zeit, wie meirah ja auch schon schrieb, sondern pinsel alle Metallteile und alles was sich bewegt mit einem weichen Pinsel und Balistol Waffenöl (erhältlich in Waffen-, Angel- und gut sortierten Metallwarenläden) ein. Dieses Öl verharzt nicht, greift weder Metall- noch Plastik- oder Gummiteile an und löst altes, verharzt Öl auch wieder auf. Das dauert allerdings ein Weilchen, da muss man Geduld haben. Aber die Maschine ist ja schon sooo alt, da kommt es dann auf ein paar Tage auch nicht an.


P.S. Balistol Waffenöl eignet sich auch zur Imprägnierung von Leder und Holz, hilft bei Insektenstichen und -bissen, löst Rost und Bleiniederschläge in Waffen. Also ein allround Teufelszeug.
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Beitragvon Nylette » 21.12.2011, 19:07

Hey Anni, ich habe die gleiche Maschine. Kleiner Tip, auf der Singer Seite gibt es eine FLut von Seriennummern von alten Nähmaschinen, schau mal WO Deine Maschine hergestellt wurde, meine ist in Amerika,glaube Pennsylvania hergestellt worden. Die Amerikanischen Maschinen haben alle mit Sicherheit METALLSPULEN. Die sind breiter und passen genau zum spulen auf die Maschine. Spule immer ganz langsam, es kann sein, dass der Faden sich zu schnell abwickelt, verhakt und dann reisst. An der Mschine liegt das meist nicht. Du kannst nicht das Tempo einer neuen Maschine erwarten. Ebenso beim Nähen an sich. Trete das Teil etwa so wie ein Spinnrad, nicht zu schnell, aber schnell genug, damit es in konstanter fahrt bleibt. Das Treten muss man genau wie beim Spinnen erst lernen. 1 oder 2 Abende solltest Du einplanen...viel Glück
Ach so: Wenn Du eine polnische Maschine erwischt hast ist das mit den Spulen ein problem..die findest Du in der Regel nur noch auf Flohmärkten...toi toi
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Beitragvon Annie-Petit » 28.12.2011, 11:52

Ich hoffe, ihr hattet alle schöne Feiertage!
So viele Antworten hätte ich nicht erwartet :-) Dankeschön, für eure Hilfe! Ich antworte dann mal der Reihe nach

@ Silvia:
Danke für die Empfehlung, ich werd demnächst mal in dem Forum vorbeischauen. Aber du musst da was falsch verstanden haben. Das Garn reist mir, wenn ich es aufspulen will und nicht beim Nähen. Das es oftmals an der Spannung liegt, wenn's beim Nähen reist, kenn ich von meinen Übungen an der neueren NäMa meiner Mutter schon. Aber soweit schaff ich es ja noch nicht. Danke auch für den Tipp wie ich das Treten üben kann. Ich hatte nur mal vor Jaaaaaahren an der Tret-NäMa meiner Großtante gespielt, da war ich erst 10 oder so. Auf jeden Fall hab ich leider auch keine Anleitung dafür. Wär schön wenn du mir mal deine zeigen könntest, vielleicht hilft mir das weiter, ich hab ja schon mit der NäMa meiner Mutter genäht und könnte bestimmt das ein oder andere auf die alte Version übertragen ;-)

Dann zeig ich mal noch mehr von dem Schätzchen. Bitte das Chaos im Hintergrund übersehen, wir erleiden chronischen Platzmangel ;-) Leider ist auch schon das Dekor an vielen Stellen abgerieben, wurde ja auch viel benutzt. Man kann sie auch nach unten klappen und den Deckel zu machen, bei dem ist aber auch schon die oberste (aufgeklebte) Holzschicht kaputt gewesen, sodass ich sie abreisen musste. Ich hab das Holz dann einfach wieder in dunklem braun lackiert, damit's nicht ganz so dämlich aussieht :undecided:

Bild

Bild

@ Peregrina:
Eine Betriebsanleitung hab ich nicht dazu und leider bekomme ich die Zunge nicht lockerer, das ist alles sehr festgefahren. Du hast schon recht, sie dient nur dazu, dass man nicht zuviel Garn aufspult, ansonsten berührt sie die Spule aber nur minimal.

@ Hîdril und meirah:
Nein, das ist natürlich keine Originalspule. Ich habe extra die Spulenkapsel mit ins Fachgeschäft genommen, damit mir die Verkäuferin die passenden Spulen raussuchen kann, aber sie hatte nur welche aus Plastik. Bei mir steht noch ein ganzer Karton voll mit dem alten Nähzeug, dass Schwiegeroma hatte, das muss ich noch aussortieren. Irgendwo zwischen den Garnen, Knöpfen, verrosteten Reisverschlüssen und alten Fotos und Münzen hab ich, glaube ich, auch eine Metallspule gesehen, aber wie gesagt, muss ich mich da mal reinhängen und alles aussortieren.

Ich hab das schöne Stück ja schon geputzt und geölt, aber irgendwie hat sich nicht viel getan. Bis auf Staub und Dreck bin ich nichts losgeworden :gruebel: Ich hab nicht allzuviel Ahnung von Rost, aber bei der NäMa ist es so ähnlich wie bei den alten Plattenhandschuhen meines Mannes. Da konnte er Tage dran rumschrubben und der Rost ging nicht weg, weil über dem Rost sich sowas wie eine Schutzschicht gebildet hat. Allerdings rosten die Handschuhe auch nicht weiter. Ich glaube, so was ist bei der NäMa auch passiert. Hab übrigends nur Balistol benutzt, weil mein Krieger ja einen ganzen Vorrat davon für seine Schwerter und Rüstungsteile hat ;-)

@ Nylette
Also ich hab nochmal nachgeschaut und bei mir steht ein C für Wittenberge, (Prussia) Deuschland. Kennst du dafür irgendwelche Details? Ansonsten wie gesagt, habe ich die Spulenkapsel extra ins Geschäft mitgenommen, weil die Verkäuferin mir dann die passenden Spulen raussuchen konnte.
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Beitragvon Nylette » 28.12.2011, 14:54

Wenn Du eine Original Spulenkapsel hast, ist das schon die halbe Miete. Nimm wirklich welche aus Metall, entweder wirklich auf Flohmärkten suchen oder mal bei Singer selbst anfragen. Vielleicht haben die noch alte Bestände. Ich weiss nicht, aber ich hab das Gefühl, dass die Plastikkapseln zu sehr eiern. Ich habs auch versucht und wirkich die gleichen Probleme gehabt wie Du. Seit ich die Metallspulen (Ich meine auch nicht die, die man ab und an bei Aldi im Nähset bekommt...das ist auch nur Weichzeugs, ich meine wirklich aus Eisen oder Stahl) nehme, snd die Probs verschwunden. Und immer das Treten üben...das ist echt das A und O
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