NRW streicht Archäologen alle Gelder

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Beitragvon Frettchenmutti » 04.05.2013, 19:49

Schon mitbekommen?!

Die Laufzeit für die Petition wurde verlängert :biggrin: 20.000 Stimmen sind schon zusammen gekommen und der Eröffner der Petition hat das Ziel jetzt auf 50.000 hochgeschraubt um noch möglichst viele Stimmen zu bekommen.

Also fein weiterleiten per facebook oder wie auch immer :-) hauptsache es kommen noch mehr Stimmen zusammen!
Was kümmert mich das Hügelgrab solang´ich Bier im Kübel hab!!!
(Archäologen Spruch :-) )

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Beitragvon Carola » 21.05.2013, 17:22

Aus wohlunterrichteter Quelle weiß ich, dass die Petition eine Weile von den Landtagsabgeordneten heißer diskutiert wurde, als die Fußballergebnisse. Es wirkt also.
Wer noch ein bisschen mehr Druck machen möchte, kann dem oder der Abgeordnete seines Vertrauens einen persönlichen Brief schicken: Ich finde die Streichungen schlecht, weil ... (ich gerne in Museen gehe/ein denkmalgeschütztes Haus bewohne/Archäologie mir wichtig ist). Bitte erklären Sie mir, wie Sie garantieren ... (dass mein Lieblingsmuseum XY weiter besteht/ich auch künftig archäologische Veröffentlichungen lesen kann/mein Haus halten soll usw.). Besten Dank für Ihre Antwort im Voraus. Ihr/e XY
Politiker geraten bei sowas richtig ins Schwitzen. :devil:
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jetzt auch auf facebook: www.facebook.com/pages/IG-Wolf-eV/181515928555627
Versuch es erneut. Scheitere wieder. Scheitere besser.
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Beitragvon Delilah » 21.05.2013, 20:29

Habe auch soeben unterschrieben und weiter geleitet.
Facebook kann sicher auch einen weiteren Link verkraften!! ;)
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Beitragvon Frettchenmutti » 22.07.2013, 11:05

Also falls ihr nicht schon in Presse oder bei der DGUF mitgelesen habt, gibts hier mal das Ergebnis zum Verbeib der Petition:

(Diese Informationen habe ich dem DGUF-Newsletter vom 21.7.2013 entnommen)


1. DGUF-Sonderschwerpunkt: Nordrhein-Westfalen
1.1.
DGUF-Petition für die Archäologie erfolgreich, nicht aber für die
Baudenkmäler. Bedrückend: Kürzung der Mittel seit 1991 um fast 90%
Am 16.7. hat das für die Archäologie in NRW zuständige Ministerium für
Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen
in einer Pressemitteilung zu den diskutierten Mittelkürzungen und
-streichungen Stellung genommen. Gegen diese Kürzungen hatte sich die von
27.005 Unterstützern gezeichnete Petition der DGUF gewandt. Nach Meldung
des Ministeriums bleiben die Mittel für die Bodendenkmalpflege ab 2014
nahe am Niveau von 2013 erhalten (lt. Angabe des Ministeriums minus
200.000 Euro), und die direkten Zuschüsse für die Dombauhütten (Köln,
Aachen, Soest und Xanten) werden um 500.000 Euro erhöht. Diese Zuschüsse
sollen, wie Minister Michael Groschek am 16. Juli gegenüber dem WDR
versicherte, auch künftig erhalten bleiben. Gänzlich gestrichen werden
hingegen die Zuschüsse für die private Baudenkmalpflege in Höhe von
bislang 6 Millionen Euro jährlich. An ihre Stelle tritt ab 1.10.2013 ein
Angebot der NRW.BANK an die Denkmalbesitzer, zinsgünstige Darlehen für
Erhalt und Renovierung im möglichen Umfang von insgesamt 60 Millionen
Euro zu gewähren. Dazu schreibt der WDR: "Ist die Landesregierung vor den
Protesten der Denkmalschutz-Lobby eingeknickt? Bauminister Michael
Groschek (SPD) gefällt die Journalisten-Frage nicht. Trotzdem muss er
zugeben, dass der öffentliche Aufschrei 'in die Entscheidungsfindung
eingeflossen ist'."

Für die Archäologie in NRW hat die DGUF-Petition demnach einen
bedeutenden Erfolg errungen. Noch steht eine Antwort der
nordrhein-westfälischen Landesregierung aus. Es zeichnet sich nun aber
ab, dass zwar nicht alle Forderungen der DGUF für die Archäologie
erfüllt werden – immerhin aber der größte Teil. Für die
Baudenkmalpflege ist jedoch die Streichung der bisherigen Zuschüsse und
das Angebot von Darlehen eine gravierende Verschlechterung. Insbesondere
die Besitzer privat genutzter Baudenkmale, die ohne Erwartung einer
Rendite erhalten und restauriert werden, verlieren damit eine wichtige
Förderung. Nach Einschätzung von Dr. Wolfgang Kirsch, dem Vorsitzenden
des Westfälischen Heimatbundes und Direktor des Landschaftsverbandes
Westfalen-Lippe, werden die Darlehen von vielen Denkmalbesitzern gar nicht
beantragt werden, der Denkmalerhalt gerade im ländlichen Raum werde
Schaden nehmen. Nach Einschätzung der rheinischen Landesrätin der
Evangelischen Kirche, Gudrun Gotthard, werde die Darlehensförderung den
Gemeinden beim Erhalt kirchlicher Baudenkmäler nicht helfen; die
Förderung von wenigen Großkirchen löse keinesfalls das Problem der
zahlreichen unter Schutz stehenden und sanierungsbedürftigen Kirchen.

Die pünktlich zum Beginn der Sommerpause in NRW lancierte Nachricht kommt
überraschend – oder sie erlaubt einen Einblick in das politische
Taktieren. Denn noch am 25.6. bei der Übergabe der Petition im Landtag
von NRW hatte Minister Groschek auf die Frage nach den Kürzungen
gegenüber dem DGUF-Vorstand betont, er könne und wolle der Hoheit des
Parlaments, das erst im Herbst den Haushalt für 2014 verabschiede, nicht
vorgreifen.

Die mit der Pressemitteilung des Ministeriums übersichtlich offen gelegte
Entwicklung der Zuschüsse des Landes an die Archäologie und
Baudenkmalpflege von 1990 bis 2012 bestätigt, dass sich das Land NRW
über alle Regierungen hinweg seit mehr als zwanzig Jahren schleichend aus
dem Denkmalschutz zurückzieht. Die Zuschüsse sind von ca. 33 Millionen
Euro im Jahr 1991 auf ca. 14 Millionen Euro im Jahr 2012 gesunken (minus
58 % gegenüber 1991) und werden nach den nun angekündigten Plänen auf
um 4 Millionen Euro gesenkt (minus 88 % gegenüber 1991). So erfreulich
die aktuelle Nachricht für die Archäologie und für die Arbeit der DGUF
sein mag, so wenig akzeptabel ist das Gesamtbild. Es besteht daher kein
Anlass, die Proteste gegen die Politik der Landesregierung in Sachen
Denkmalpflege zurückzufahren. Der kommende Bundestagswahlkampf gibt jedem
engagierten Bürger eine gute Gelegenheit, in seinem Wahlkreis mit den
Kandidaten aller Parteien in direkten Kontakt zu treten und sich gegen
eine Sparpolitik auszusprechen, die unwiederbringliche Kulturgüter opfert
und vor allem die Interessen der Wirtschaft verfolgt.
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