Rettet das Alamannenmuseum Ellwangen - Hilfe bei Umfrage!!!

Hier könnt Ihr auf Aktionen hinweisen, die einem guten Zweck dienen und an denen sich die User des Forums beteiligen können. Es geht hier nicht unbedingt ums Mittelalter sondern darum, im weitesten Sinne gemeinnützige Aktionen zu unterstützen.

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Rettet das Alamannenmuseum Ellwangen - Hilfe bei Umfrage!!!

Beitragvon Cerid » 18.05.2010, 07:15

Wäre super, wenn ihr hier mitmachen könntet:

http://www.schwaebische.de/lokales/aale ... 00087.html

Oder vielleicht auch nen Brief an die Stadtverwaltung Ellwangen schreiben.
Rathaus Ellwangen, Spitalstraße 4, 73479 Ellwangen, Deutschland


Näheres siehe unter www.tagesschau.de/inland/defizitkommunen100.html .

Wie Sie vielleicht wissen, gab es am Mittwoch den ersten überregionalen
Presseartikel mit Fachstimmen, siehe hier:

Dem Alamannenmuseum droht das Aus
www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/248 ... s-aus.html

Es wäre suuuper schade, wenn das Museum schließen würde.
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Beitragvon Kattugla » 18.05.2010, 07:32

Die Geldnot der Kommunen hinterlässt überall so eine Schneise der Verwüstung in der Kulturlandschaft, ich finds fürchterlich.
In Butzbach gibts ein ebenfalls ziemlich gut bestücktes Museum, vor allem mit Funden aus der Limeszeit, zum Teil recht seltenen Stücken. Das steht inoffiziell ebenfalls zur Disposition.

Ich kann nur allen raten, die solche Schatzkästchen in der Kommune haben: mischt Euch ein! Schreibt an die Verwaltung und die kommunalen Parlamente, schreibt Leserbriefe an die Lokalpresse und werdet in den Museen selbst aktiv - Fördervereine gibts meistens. Es wären nicht die ersten Bürgerinitiativen, die etwas verändern! ;-)
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Beitragvon Heather die Keltin » 18.05.2010, 07:55

Wäre es auch nicht hilfreich, wie andere Museen, Museumsfeste zu gestallten.
Wie z.B. in Kelheim Gabanorix & Co. - Keltenfest in Kelheim
vom 30. Juli bis 1. Aug. 2010 hier die Seite http://www.archaeologisches-museum-kelh ... index.html .
Wenn sich alle zwei Jahre Gruppen finden würden, die sich ehrenamtlich, oder mit geringem Unkostenaufwand bei der Mitgestaltung einbringen würden, könnte es doch helfen das diese gefährdeten Musen überleben.
Wäre schade, wenn Jahrtausend alte Geschichte verschwindet. Ich finde eh, dass in den Schulen viel zu wenig über die Geschichte des eigenen Landes gelehrt wird, meistens erfährt man, was von den Siegern, aber selten vom geschichtlichen Werdegang des eigenen Landes.

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Beitragvon Franziska von Zollern » 18.05.2010, 08:16

das wäre wirklich schade, aber wie überall wird immer nur gespart und gekürzt, da ist ein Museum bei vielen ein unnötiger Klotz am Bein.
Wirklich sehr schade!
lieben Gruß Franzi
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Beitragvon Korrigan » 18.05.2010, 12:37

Einerseits kann man einem nackten Mann nicht in die Tasche greifen - wo kein Geld ist, da gibt's keine Mieten, Strom und Heizung für Museen, geschweige denn Gehälter für Angestellte oder Geld für Neuerwerbungen... Das der Geldmangel häufig aus Misswirtschaft herrührt, interessiert am Ende - wenn's um's Sparen geht - letztlich niemanden. Die zweite Ampel im Abstand von 50 Metern zu der anderen war doch dringend notwendig! Und der Neubau des Verkehrskreisels im Neubaugebiet - an einer Kreuzung, wo täglich zehn Autos drüberfahren - unvermeidbar!!!

Andererseits kommt aber auch fast nichts mehr über die Eintrittsgelder rein! Wer geht denn heute noch ins Museum - wenn ich alles praktisch am Computer oder im Fernsehen serviert bekomme! Und wenn dann der Rotstiftstreicher sich die Besucherzahlen anschaut und zu dem Schluß kommt, da hat ja eh keiner mehr Interesse!

Nicht falsch verstehen - ich bedauere die Schliessungen sehr! Ich bin auch eine von denen, die sich gerne in Museen rumdrücken! Aber vielleicht ist ein Schliessen vereinzelter Museen wirklich nicht vermeidbar - wenn dann aber Sammlungen zusammengeführt werden und statt drei kleiner eine große, überregionale Ausstellung mit modernem Konzept (ist nun mal so - ohne Multimedia bekommt man die Jugend heute nicht mehr ins Museum!) entsteht - dann wäre da ja durchaus was Gutes daraus erwachsen!

Nur leider wird die Sache mit der großen überregionalen Geschichte bei der Schliessung von kleineren Museen halt dann doch geflissentlich unter den Teppich gekehrt...
Schade.
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Beitragvon Kattugla » 18.05.2010, 13:14

Dass kein Geld da ist, ist kein Naturgesetz. Dafür gibts handgemachte Ursachen. Dass zuerst in den Kommunen bei der Kultur und dem Sport gestrichen wird, ist gute alte Tradition unkreativer Kommunalbeamter.

Also: wer, wenn nicht wir, kümmert sich um ein lebendiges Museum?
Da hilft nur eins: selber aktiv werden und den Hintern vom Sofa hochkriegen! ;-)
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Beitragvon Rona » 18.05.2010, 15:25

Wir (Alamannengruppe "Raetovarier") unterstützen das Alamannenmuseum bereits seit der Gründung unserer Gruppe vor 5 Jahren mit drei größere Aktionen (Museumsnacht/Int. Museumstag, Tag d. offenen Denkmals, Archäologischer Experimentiertag); außerdem beleben wir jeden dritten Sonntag im Monat das Museum, bieten Vorträge und Führungen zu Sonderthemen an und gestalten jedes Jahr ein Kinderferienprogramm. Mehr können wir ehrenamtlich nicht mehr leisten.
Das Alamannenmuseum wurde vor nicht ganz 10 Jahren eröffnet; die Ausstellung ist alles andere als "verstaubt", sondern übersichtlich, aber sehr spannend konzipiert; es werden Funde aus dem gesamten südwestdeutschen Raum gezeigt, wobei eingroßer Teil der Ausstellung nicht gekauft wurde, sondern als Dauerleihgaben zur Verfügung gestellt. Dazu kommen weitere Präsentationen, z.T. aus dem Ausland, im Rahmen von Sonderausstellungen.
Ich fürchte, die Schließung des Museums gechieht nicht allein aus Geldmangel, sondern aus kommunalpolitischem Kalkül heraus. Was in sämtlichen Klagen von Seiten der Stadt unterschlagen wird, sind z. B. die nicht unerheblichen Unterhaltskosten, die auch dann anfallen, wenn das Gebäude nicht als Museum genutzt würde (Vor 10 Jahren aufwendig für das Museum renoviert, Denkmalschutz). Außerdem ist im Gespräch, mit dem eingesparten? nicht ausgegebenen? Geld in Ellwangen eine Hochschule aufzubauen (die von vornherein ein Defizitunternehmen werden wird), als neues Prestigeobjekt.

Grüße, Rona
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Beitragvon Alsuna » 18.05.2010, 15:48

Gibt es vor Ort Ansprechpartner für ein privates Sponsoring?
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Beitragvon Rigana » 18.05.2010, 15:56

Das ist eine traurige Nachricht und ich hoffe, dass sich noch eine Lösung findet. Ellwangen ist für mal eben hinfahren für mich zu weit weg, aber ich erlebe über das Internet und persönliche Kontakte ein großes Engagement für diese Einrichtung, von dem sich viele andere Museen noch eine dicke Scheibe abschneiden können. Es gibt interessante und auch mal über den Tellerrand reichende Ausstellungen und ein entsprechend buntes Programm übers Jahr hinweg.

Inzwischen ein großer Faktor im Museumsbereich ist das Ehrenamt.
Ohne Ehrenamt wären viele Museen verloren und daher freuen sich nahezu alle, wenn man sich einbringen möchte. Also wer Zeit hat, sollte dies tun - ich erlebe dies nun bereits über ein Jahr und freue mich, dass ich mit vielen Menschen zu tun habe.
Problem ist nur, dass sich die Kommunen inzwischen sehr auf Ehrenamtler verlassen und vergessen, dass eine Unterstützung auch mal schnell wegbrechen kann (z.B. aus Zeitgründen, Krankheit etc...).

Dass in vielen Fällen falsch oder nicht umsichtig gewirtschaftet wird bzw. wurde ist mehr als offensichtlich - erstaunlicherweise findet sich immer Geld für hirnlose Prestigeobjekte und andere Dinge bleiben auf der Strecke.
Zu solchen Projekten zählen in meinen Augen überflüssige Verkehrskreisel und deren Verschönerungen genauso wie die überall hochschießenden "Kelten-" (oder Bajuwaren-, Germanen etc...)dörfer, die oft jeglicher historischer Vorlage oder eines langfristigen Wirtschaftsplans entbehren, aber den aktuellen Bürgermeister gut dastehen lassen. Solch ein Blödsinn bekommt sogar finanzielle Unterstützung vom Denkmalamt - statt dass sie mal was in lang existierende und etablierte Dinge investieren.

Ist der Karren einmal im Dreck, reißt ein Museumsfest da meistens nichts raus. Ganz abgesehen davon nehme ich das Alamannenmuseum in dieser Hinsicht bereits als eines der aktiveren Museen wahr.

Korrigan trifft aber die Problematik auf den Punkt. Die Leute erwarten heute mehr von einem Museum als nett arrangierte Glasvitrinen, weil sie verwöhnt sind von der multimedialen Welt. Und auch wenn es schön ist, dass auch auf dem platten Land ein wenig Kultur Einzug hält, so ist der Unterhalt einer solchen Einrichtung ein immenser Kostenfaktor und noch mehr als in einer Stadt muss man kreativ sein, um einen stabilen Besucherstrom zu erhalten.
In kleinen Museen ist schnell alles gesehen und das lokale Publikum geht allenfalls noch zum Bierchen heben aufs Museumsfest. Um weitreichend locken zu können, muss groß aufgefahren werden und erst hinterher zeigt sich, ob sich teure Leihgaben oder ein aufgkauftes Konzept finanziell gelohnt haben.

Es ist schade, aber die Zukunft liegt wohl wieder bei den Großen, die die Kleinen schlucken.

Liebe Grüße
Rigana
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Lasst uns auch dieandere Internetcommunities mit einbeziehen

Beitragvon Liekendeelerdeern » 19.05.2010, 08:19

Moin ihr Lieben,

auch ich finde es traurig wenn kleinere Museen aus Geldgründen geschlossen werden müssen...


Meine Idee:

Lasst uns den "Hilferuf" der Schwäbischen Zeitung auch in anderen Internetplattformen wie z.B wkw, Lokalisten, Facebook etc und den anderen Hobbyforen verbreiten...
Derartige Aktionen haben eine mediale Macht und wecken die Aufmerksamkeit von einer breiteren Masse als nur in unserer "Hobbyistenszene"
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