Teller statt Tonne - Aktion gegen Lebensmittelverschwendung

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Beitragvon Evelune » 14.09.2011, 09:33

Hîdril hat geschrieben:Zum Beispiel Studenten und Minijobber, die gerade mal mit ein paar Euro über dem Hartz IV-Satz liegen und deshalb zum Beispiel die Tafeln nicht in Anspruch nehmen dürfen.


Viele liegen eher weit drunter, nur zumindest als Student ist es so, dass man ja kein Hartz4 beantragen darf/kann solange man Student ist, dementsprechend darf man dann auch nicht zur Tafel, denn dafür muss man Hartz4 bekommen und das nachweisen um dort Essen zu bekommen. Wohngeld ist das einzige was man beantragen darf, wenn es kein Bafög gibt, und DAS bekommt nur, wer nachweisen kann, dass er genug geld für die Grundversorgung hat, also mindestens den Hartz4-Satz selber aufbringen kann. :gruebel:

Ich hatte oft genug weder genug Geld um die Miete und Nebenkosten zu bezahlen, noch um davon Essen zu kaufen. Und die Krankenversicherung will auch ihren Beitrag, der wird immer zuerst gezahlt, weil der am wichtigsten ist.
Notfalls habe ich mir Geld zusammen geliehen um wenigstens einen Sack Kartoffeln hier zu haben. Kost nicht viel, macht satt und Kartoffeln kann man in allen Variationen zubereiten. Nur kann man sie nach einer Woche auch nicht mehr sehen.

Von daher weiß ich wie es ist, wenn man einfach mal Hunger hat und nichts zu Essen, und noch schaut ob in den Vorräten noch was da ist und was man aus den ganzen abgelaufenen Dosen noch so zubereiten kann.
Und ich bin froh, dass einem Freunde oder die Mitbewohnerin auch mal ein paar Euro für Essen leihen.

Und so unschön diese Erfahrungen auch waren, waren sie doch nie langfristig, meist ist es nur ein Monat der Überbrückt werden muss, wenn mal wirklich kein Geld da ist. Und verglichen mit dem Hunger auf der Welt auch echt mal pillepalle und wie ich finde, Persönlichkeitsbildend. :biggrin:
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Beitragvon Liekendeelerdeern » 14.09.2011, 11:16

Moin Evelune...

das ist nach meinem Erfahrungen nicht ganz richtig....
Ich will jetzt hier nicht Bild aber es sind alles eigene Erfahrungen!

Jedenfalls hier bei uns im Kreis ist eine von der Tafel selbst berechnete Einkommensobergrenze als erste Instanz entscheidend;
wenn man nur einen bestimmten Prozentsatz drüberliegt, dann kann man unter Offenlegung seiner Situation gegenüber dem Vorstand der Tafel eine Sonderregelung beantragen.
Dies wissen viele nicht und daher unterbleibt das hartnäckigere Nachfragen.
Bei den Einkommensarten ist nicht entscheidend welche das ist, sondern die Höhe im Verhältnis z.B. zu den Wohnkosten, Fahrtkosten zur Arbeit etc.

soweit erstmal meine Bild dazu
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Beitragvon nachteulchen007 » 14.09.2011, 11:25

Also, ich bin ganz froh, dass unsere hiesigen Lebensmittelmärkte (u.a. Edeka, Lidl und Norma) eine Wühlecke haben, wo Lebensmittel mit kurzem oder kurz abgelaufenem MHD drin liegen. Und ich scheue mich nicht, auch was draus mitzunehmen - ob die anderen gucken, ist mir egal - und ausserdem sind diese Ecken meist auch schnell leer :biggrin:

Gruselig finde ich, dass es sogar Diebstahl ist, wenn man aus dem Abfallcontainer eines Supermarkts die weggeworfenen Lebensmittel raussucht! Aber das ist halt dasselbe wie wenn man den Sperrmüll an die Straße stellt und ein anderer nimmt's mit - es läuft unter Diebstahl (es sei denn, der Eigentümer gibt sein ok dazu).
Wie krank und sinnfrei sind solche gesetzlichen Regelungen???? :motz:

Aber das ist ja nicht nur bei uns so: in Spanien gibt es doch irgendwo ein Fest, wo Tonnen von Tomaten in der Stadt gematscht werden, einfach so, weils Spaß macht und man - offensichtlich - zuviele davon hat!! Da wird mir auch ganz schlecht, wenn ich die Bilder sehe... http://de.wikipedia.org/wiki/Tomatina
Und bezeichnenderweise sind es nicht nur Spanier, die da mitmachen, sondern die Besucher kommen aus aller Welt !!! :patsch:

Wir können im Großen nicht sehr viel machen, aber im Kleinen können wir dafür sorgen, dass wir selber nicht so viele Lebensmittel wegwerfen, die wir selber gekauft oder hergestellt haben und dass wir unsere Kinder dazu erziehen, Respekt dafür zu entwickeln.
Immerhin gibt es ja auch die Bestrebungen von Verbänden und Vereinen, die der Lebensmittelvernichtung entgegenwirken, indem sie z.B. mit den Besitzern von Streuobstwiesen verhandeln.
Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt....
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Beitragvon Evelune » 14.09.2011, 18:01

Liekendeelerdeern hat geschrieben:Jedenfalls hier bei uns im Kreis ist eine von der Tafel selbst berechnete Einkommensobergrenze als erste Instanz entscheidend;
wenn man nur einen bestimmten Prozentsatz drüberliegt, dann kann man unter Offenlegung seiner Situation gegenüber dem Vorstand der Tafel eine Sonderregelung beantragen.
Dies wissen viele nicht und daher unterbleibt das hartnäckigere Nachfragen.
Bei den Einkommensarten ist nicht entscheidend welche das ist, sondern die Höhe im Verhältnis z.B. zu den Wohnkosten, Fahrtkosten zur Arbeit etc.


Ich habe damals als ich da war, direkt beim Vorsitzenden nachgefragt, da hieß es ganz ausdrücklich nur Hartz4-Empfänger mit entsprechendem Bescheid, keine anderen. Jetzt hab ich eben auf der Webseite nachgeschaut:

Alle Empfänger von Sozialhilfe, Arbeitslosengeld II (Hartz IV) oder geringer Rente sind berechtigt, die Hilfe der Bremer Tafel in Anspruch zu nehmen. Nach Vorlage der entsprechenden Bescheinigung wird ein Formular ausgefüllt, in dem die wichtigsten Daten, wie z.B. Name, Familiengröße, Alter und Adresse festgehalten werden. Selbstverständlich werden die Datenschutzbestimmungen beachtet.


Das klingt ja schonmal viel besser, ich finde es gut, dass Rentner auch dabei sind. Die haben ja auch oft sehr sehr wenig.
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Beitragvon Regilla » 16.09.2011, 07:07

@-Heather: Du hast eine PN.
Liebe Grüße,
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Beitragvon Janka » 16.09.2011, 13:40

Hatte mit meiner Mum telefoniert und sie erzählte mir das wenn die Bäume an den Straßenalleen stehen oder auf Öffentlichenflächen das man hier in Paderborn sammeln darf, weil die Stadt froh ist wenn es weg ist.
Also werde ich noch die nächsten Tage am Haxterberg Äpfel pflücken gehen.

Das mit dem an die Straße stellen das hatten wir auch mal, wir hatten ein tolles Holzmassiv Gartentörchen mit einem Zaunstück dran, hattes an die Straße gestellt in der Hoffung es nimmt einer mit.
Es stand eine knappe Woche da hat sich keiner ran getraut auch nicht Nachts, aber als wir ein Schild dran hingen war es innerhalb einer halben Stunde weg.
LG
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