Gewürze: antik und mittelalterlich?

Gaumenschmaus und Festgelage - was wurde aufgetafelt?

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Beitragvon Morgan » 14.03.2013, 14:27

Ist zwar schon etwas älter, der Fred, aber weil's mir grad einfällt und hier zu passen scheint:

Man hört ja immer, dass die mittelalterlichen Speisen zumindest der Reichen so stark gewürzt waren, dass wir Heutigen sie gar nicht mehr essen könnten. Und die Rezepte geben tatsächlich ziemliche Mengen an Gewürzen an.
Ich frage mich allerdings, ob dies nicht einem Aromaverlust durch den Transport geschuldet ist?
Pfeffer und Co. kamen anno 1400 schließlich nicht gefriergetrocknet, vakuumverpackt und im Plastikdöschen daher, sondern wurden in Kisten und Säcken monatelang und länger auf Esels Rücken, im Ochsenkarren etc. durch glühende Sonne, Alpenschnee und teutschen Regen gekarrt, bis sie dann in Nürnberg, Köln oder Lübeck in den Verkauf kamen.
Wer mal an abgelaufenen Gewürzen geschnuppert hat, merkt tatsächlich nicht mehr viel vom Aroma.
Was meint ihr?
Morgan
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Beitragvon Sleipnir » 15.04.2013, 08:07

@Morgan
Ich finde das eine spannende These. Grundlegend muß man dann aber zuerst mal schauen, wie den die angewandten Transportbehältnisse funktionierten. D.h. inwieweit trat den wirklich ein Geschmacksverlust auf, oder wurden die Waren dorch besser verpackt, als man animmt. Ich habe dazu leider grad keine handfesten Vorstellungen. Da ich aber schon des öfteren über die erstaunlichen Möglichkeiten der Nahrundsmittelkonservierung aus präelektrischen Zeiten gestaunt habe, würde es mich nicht wundern, wenn Gewürze entsprechend aufwendig verpackt wurden.
Ich vermute, man hat teure Gewürze nicht einfach nur in Säcken und Kisten verpackt, sondern schon entsprechende Schutzmechanismen gegen die Witerungseinflüße benutzt. Ein Geschmacksverlust durch den Luftkontakt (d.h. nicht vakuumverpackt) kann ich mir aber in der Tat gut vorstellen.
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Beitragvon Raimunda » 09.05.2013, 19:06

Carola hat geschrieben:Lavendel und Basilikum sind in Mitteleuropa nicht gerade heimisch. Das Gleiche gilt für Thymian (thymus offizinalis), Rosmarin, Petersilie und Melisse.

In unseren Breiten wachsen aber zum Beispiel Dost (erinnert an Oregano-Geschmack) und Quendel (Thymian-Geschmack) wild auf der Wiese. Das waren wahrscheinlich die Gewürze , die vor der Einführung der (ausländischen) Kulturgewürzpflanzen genutzt wurden. Und es gibt noch viel mehr auf unseren Wiesen, das man in der Küche nutzen kann, und das schon vor teusend Jahren dort wuchs. Ich denke mal, es viel in Vergessenheit geraten.

Ich selbst gehe gerne Wildkräuter sammeln und habe damit auch schon erfolgreich meinen Würzwein und verschiedene Mittelalterliche Gerichte gewürzt.


viele Grüße

Raimunda
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Re: Gewürze: antik und mittelalterlich?

Beitragvon Uppeathe » 20.09.2018, 17:06

päter war auch Venedig ein bedeutender Umschlaghafen.
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