Verschiedene Blockflöten - welche ist laut und klar?

Von Minnesang über Dudelsack und Lautenspiel bis zu mittelalterlichen Tanzschritten - Spielt auf zum Tanz!

Moderator: Moderatoren

Verschiedene Blockflöten - welche ist laut und klar?

Beitragvon Cerid » 24.07.2007, 11:37

Sooooo ich mach mal nen Blockflötenfred auf. Hab keinen gefunden hier.

Ich würde mir gerne eine Flöte zulegen. Und wenn man was "anständiges" will, dann kosten die Dinger ja auch ganz schön viel Euronen. Deshalb wollte ich mal fragen, was es da für Unterschiede gibt.

Also es gibt ja verschiedene Flöten:

Garkleinflöte - hab ich jetzt am Wochenende gehört. Wunderschöner Klang - schön laut und klar. Aber für meine dicken Finger wohl zu klein :-)

Sopranino - ist dann wohl die nächste kleine Größe. Die wär für meine Finger wohl geeigneter :-) Aber klingt die auch so schön und laut?

Dann gibt es die Sopranflöte - ich denke mal, daß ist dann das Teil, was wir vom Blockflötenunterricht kenne. Die "normale" Blockflöte quasi.

Dann die Altflöte - das klingt interessant. Aber kann mir jemand sagen, was da der Unterschied ist (ausser das die länger ist *lach* ) Ich nehme mal an, daß die tiefer klingt.

So und dann gibt es auch noch verschiedene Griffweisen :dizzy: Barocke und deutsche. Ich glaub, im Unterricht früher habe ich die deutsche Griffweise gelernt. Angeblich kann man mit der barocken später mal dann mehr Töne rausbekommen. Aber ist die nicht komplizierter zu spielen bzw. zu erlernen?

Und dann gibt es auch noch Flöten in C und F und was weiß ich was :dizzy:
Was bedeutet denn das nun wieder?

Also eigentlich wollte ich mal fragen, was ihr so für Flöten habt und wie ihr zufrieden seid? Und worauf man beim Kauf achten muss.
Ich möchte halt eine, die schön laut und hell klingt. Weil ich ja auch auf Mittelaltermärkten spielen möchte und man soll ja was hören :devil:
Benutzeravatar
Cerid
Voodoo Filzerin
Voodoo Filzerin
 
Beiträge: 1664
Registriert: 28.12.2005, 13:04
Wohnort: Bei Stuttgart

Beitragvon Alvara » 24.07.2007, 11:50

Was ist der Unterschied bei den einzelnen Blockflöten? Soweit ich weiss, die Grundtonart. Die Sopranflöte basiert auf c, die Alt auf f und das macht halt den Unterschied, wenn ich mich recht erinner :wacky:
Ich glaub auch, dass Du eher die barocke als die deutsche Spielweise kennst, das ist nämlich die gängigste.
Kann sein, dass sich das mittlerweile geändert hat, aber früher ... als ich noch jung war ... :wacky:

Das Material: richtig gut Blockflöten können mehrere tausend Euronen kosten.
Die teuerste, die ich mal in der Hand hatte war die der Tochter einer Freundin, aus Ebenholz.
Üblicherweise fängt fast jeder, der Blockflöte lernen möchte mit der C-Flöte an.
Warum? Ich glaube, weil es die einfachste Handhabung und die überschaubarste Grösse hat , das Flötlein *g*.
Was noch? Ah ja, ich meine mich zu erinnern, dass nicht eine Griffweise unisono für jede Flöte gilt. Meine Mutter spielt altflöte und hält sie tatsächlich ganz anders als ich meine C *g*... liegt wohl in der Natur der Dinge...
Benutzeravatar
Alvara
Gräfin / Graf
Gräfin / Graf
 
Beiträge: 666
Registriert: 24.12.2005, 07:00
Wohnort: Reinfeld/Holstein

Beitragvon Rigana » 24.07.2007, 12:32

Blockflöten haben verschiedene Grundstimmungen - Garklein und Sopranino lass ich mal weg, weil ich die nicht so gut kenne.
Die herkömmliche Sopranblockflöte hat C-Stimmung, die Altflöte F-Stimmung, die Tenorflöte wieder C-Stimmung usw. immer abwechselnd.

Eine Besonderheit bei den Blockflöten ist, dass die Stimmen nicht transponiert werden, damit z.B. eine Alt- und eine Sopranblockflöte miteinander musizieren können, sondern dass die beiden Flötenarten für denselben Ton verschieden gegriffen werden bzw. der gleiche Griff bei einer Alt- und einer Sopranblockflöte einen anderen Ton bezeichnet.
Wenn ich mich richtig erinnere, entspricht der Griff für g' auf der Sopranblockflöte dem Griff für das c' auf der Altblockflöte (die linke Hand macht die Löcher komplett zu, die rechte Hand nix). Entsprechend ist der tiefste Ton auf einer Sopranblockflöte (alle Löcher zu) ein c' und auf der Altflöte ein f (eine Quinte tiefer als c').
Die Griffe sind also fast gleich, aber die Töne für die Griffe sind anders benannt.
Beim Transponieren ists so, dass die Töne für die Griffe gleich benannt sind, aber dafür die Noten entsprechend höher oder tiefer geschrieben werden - so ists z.B. bei fast allen anderen Instrumenten.

Barocke und deutsche Griffweise sind nicht allzu verschieden - hier mal ein paar Infos: http://www.moeck.com/pages.php?pid=152
Moeck ist übrigens die bewährte Standardmarke für Blockflöten. Als ich in der Grundschule anfing, wurden deren Flöten empfohlen und leisteten wirklich gute Dienste - zumindest bis ich mich auf meine allererste Flöte draufsetzte :blush: Die zweite hab ich aber heut noch und sie ist nach wie vor gut.

Liebe Grüße,
Rigana
Benutzeravatar
Rigana
Moderatorin
Moderatorin
 
Beiträge: 3700
Registriert: 23.12.2005, 20:11
Wohnort: Bad Kreuznach

Beitragvon Sandra » 24.07.2007, 18:18

Hast du mittlerweile ein Lernbuch gefunden? Dort wird meistens von der Sopran-Flöte ausgegangen.

Sopranino ist nix für mich, das ist mir zu hoch :blush:

Ab Tenor braucht es halt ein bisschen Fingergymnastik um je nach Flöte die Löcher wirklich zu treffen.

Außerdem gilt: je größer, desto teurer. Ich würde dir einfach eine 08-15-Sopran-Flöte empfehlen.

Der Unterschied zwischen deutscher und barocker Griffweise ist nur der Griff vom f (bei Sopran). Heutzutage werden fast nur nach barocke Flöten verkauft.
Liebe Grüße, Sandra

Geschichte besteht aus einem Haufen Lügen über Ereignisse, die niemals stattfanden, erzählt von Menschen, die nicht dabei waren. (George Santayana)
Benutzeravatar
Sandra
Moderatorin
Moderatorin
 
Beiträge: 2313
Registriert: 27.12.2005, 17:38
Wohnort: Raum Wiesbaden

Beitragvon Patavia » 24.07.2007, 18:24

Hallo Cerid!

Du hast in Waiblingen ja meine Flöte gehört. Ich spiele eine Sopranflöte von Mollenhauer. Und zwar "Adris`s - Traumflöte"
Diese Flöte hat den Vorteil dass sie mit Ihrer Bohrung den Rainessanceflöten nachempfunden ist. Sie ist vom Klang her sehr gut für Alte-Musik geeignet. Sie hat einen sehr vollen und kräftigen Klang.
Ein weiterer Vorteil ist, das diese Flöte relativ Kostengünstig ist.
Ich denke, wichtig ist dass Du genau weist für was Du die Flöte haben willst, wieviel Du darauf spielen wirst usw. dann kann man Dir sicher besser zu einer bestimmten Flöte raten.

Lieben Gruß

Der Thomas von Flaxdanz
Der Tag hat meist viel zu wenig Stunden.
www.flaxdanz.de
Patavia
Jungfer / Knappe
Jungfer / Knappe
 
Beiträge: 53
Registriert: 28.02.2007, 23:37
Wohnort: Unteregg bei Mindelheim

Beitragvon Sleipnir » 25.07.2007, 07:58

Hallo Cerid.
Auf der Suche nach "deiner" Flöte wäre es bestimmt auch hilfreich, nachdem du dir ein gedankliches Bild "deines" Instrumentes gemacht hast, mal in ein größeres Musikfachgeschäft zu fahren, in dem es eine ansprechende Auswahl an verschiedenen Flöten gibt und mal zu testen, welches Instrument "deiner" Flöte nahekommt. Ob Du sie dann in dem Geschäft kaufst und damit dem dahinsichenden Einzelhandel unter de Arme greifst oder sagst, du überlegst noch und das ganze dann via I-Net versuchst, billiger zu erlangen, sei jetzt mal dahingestellt. Aber das Ausprobieren sollte schon ein wichtiger Schritt zur eigenen Flöte sein. Denn merke: "Probieren geht über studieren!"

LG Sleip
"Die Nacht bricht an und meine Wache beginnt. Sie wird erst mit meinem Tod enden. Ich bin das Schwert in der Dunkelheit.Ich weihe mein Leben und meine Ehre der Nachtwache, für diese Nacht und allen Nächte, die kommen werden."
Benutzeravatar
Sleipnir
Gräfin / Graf
Gräfin / Graf
 
Beiträge: 706
Registriert: 24.12.2005, 10:47
Wohnort: Irgendwo im Harz

Beitragvon Cerid » 25.07.2007, 09:15

:strubbel: Ich danke euch mal für die ganzen Erklärungen.
Patavia, du bist auch nicht ganz unschuldig daran, daß ich jetzt endlich im hohen weisen Alter endlich ein Musikinstrument erlernen will :biggrin:
Also dann denke ich mal, daß das barocke Ding eher besser ist. Ich werde es wohl so machen, wie Sleipnir rät - mal ein Musikgeschäft suchen gehen und dort mal live die Flöten anschauen.
Diese Traumflöte wärs... aber sie kostet halt in Vollholz auch gleich mal 100 Euronen und ich weiß halt noch nicht, ob ich das dann echt so betreibe, das sich diese Investition lohnt. :dizzy:
Benutzeravatar
Cerid
Voodoo Filzerin
Voodoo Filzerin
 
Beiträge: 1664
Registriert: 28.12.2005, 13:04
Wohnort: Bei Stuttgart

Beitragvon Babette » 25.07.2007, 10:41

Zu Garklein und Sopranino kann ich dann noch was ergänzen. Garklein ist in C also eine Oktave höher als Sopran und Soranino ist F zwischen Sopran und Garklein. Meine Garklein hat das Problem das sie keine Halbtöne hat. Weil sie einfach zu klein ist und das wohl technisch nicht mehr möglich ist. Ich weiss aber nicht ob das auf alle Garkleins zutrifft.
Das Leben ist nicht fair :-)
Benutzeravatar
Babette
Fürstin
Fürstin
 
Beiträge: 928
Registriert: 02.01.2006, 09:04
Wohnort: Garching

Beitragvon Cerid » 25.07.2007, 12:07

Jetzt habe ich mal der Musikschule hier ne Mail geschickt.... ob die Blockflötenunterricht für Erwachsene geben. Ich glaub ja kaum. Ich hatte da mal wegen Harfenunterricht angefragt und da sagte man mir, daß die nur Kinder unterrichten. Voll blöd das finde ich. Mal sehen, was die antworten....

Und ich hab jetzt wieder stundenlang rumgesurft wegen Flöten. Ich denke, diese Traumflöte von Thomas wäre schon supertoll. Da spare ich jetzt mal drauf. Leider hat kein Musikgeschäft hier in der Nähe so eine Flöte mal zum Ausprobieren da. Die müssten die bestellen... schade.
Benutzeravatar
Cerid
Voodoo Filzerin
Voodoo Filzerin
 
Beiträge: 1664
Registriert: 28.12.2005, 13:04
Wohnort: Bei Stuttgart

Beitragvon Bandoneonandrea » 25.07.2007, 15:52

Ja, mit den Blockflöten ist es so eine Sache. Du hast viele Fragen, die man nicht so einfach beantworten kann.
Das mit C und F ist die Stimmung bzw. Lage der Flöte. Für Anfänger eignen sich eigentlich eher C-Flöten, Welche sind Garklein, Sorpran, Tenor, und Sub-Bass(?). Die F-Flöten sind dann Sopranino, Alt, Bass.
Besonders, wenn man nach Noten spielen will, sind die nicht so einfach. Man beginnt für gewöhnlich damit Sopran-Flöte zu spielen, das ist für die normalen Hände eine angenehme Grösse. Leider klingt sie häufig, besonders im Zusammenspiel mit anderen Instrumenten recht piepsig. Ich greife daher häufig zur Tenor-Flöte, die gut durchkommt und sich dennoch nicht in den Vordergrund drängelt. Ist aber auf Dauer recht anstrengend für die Hände.
Nun zu den Kosten : Ja, Blockflöten sind teuer, wenn man mal von der normalen Schulblockflöte Sopran von Mollenhauer absieht. Es gibt aber eine preiswerte Alternative. Yamaha hat seit einiger Zeit Kunststoff-Flöten auf dem Markt, die super klingen und preiswert sind. Sopran liegt bei € 30,-, Alt bei € 50,- und für die Tenor habe ich in Hamburg mal für 104,- gekauft, habe sie aber hier in Finnland schon für 90,- bekommen. Es gibt viele, die Kunststof-Flöten ablehnen. Das ist aber ein Vorurteil. Die klingen wirlich sehr gut. Bei Sopran und Alt sollte man allerdings die Holzimitationen nehmen und nicht die reinschwarz-weissen. Die klingen noch besser und geben sich preislich kaum was.
Glaube es oder nicht, ich spiele hier in Borgå(Porvoo, Finnland) in einem Blockflöten-ensemble der Domkirche. Wir spielen nur auf Yamaha-Flöten. Unser Kantor spielt auch häufig auf Hochzeiten oder mehr noch auf Beerdigungen - immer auf Yamaha-Flöten. Das ist natürlich GANZ WICHTIG !!! : YAMAHA.
ich glaube jetzt habe ich dich erstmal genügend vollgesülzt.
Bist du interessiert, kann ich dir gern mehr erzählen.
Gruss
BandoneonAndrea
Bandoneonandrea
Magd / Knecht
Magd / Knecht
 
Beiträge: 1
Registriert: 25.07.2007, 15:34
Wohnort: Borgå, Finnland

Nächste

Zurück zu Musik & Tanz

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast