Mittelalterliche Verlobung? (Bückeburg!)

Welche Sitten und Gebräuche pflegte man im Mittelalter? Ob christlich oder heidnisch - hier wird es diskutiert.

Moderator: Moderatoren

Mittelalterliche Verlobung? (Bückeburg!)

Beitragvon Flinkhand » 26.12.2005, 20:34

CrazyMage
... Erstellt am 12.07.2004 - 22:32

Hi Leute

Bin grad neu angekommen und hab gleich ne Frage, die irgendwie nirgens richtig rein passt:

Ich will meiner Freundin auf dem Mittelalterlichen Markt in Bückeburg oder Telgte von der SaltatioMortisBühne aus einen Heiratsantrag machen.
Nun brauche ich noch schöne Textvorlagen und allgemeine Infos, wie dass im Mittelalter abgelaufen sein könnte, bzw ist! Schottisches Mittelalter wäre auch nicht schlecht, da ich nen Kilt tragen werde!
Freue mich auf reichlich Antworten - Bitte auch per Mail, da ich nicht regelmäßig hier sein kann

mfG Euer Crazy



Flinkhand ...
... Erstellt am 13.07.2004 - 09:24

Hallo zusammen,

ich habe die Frage von Crazy gerade hierher verschoben - jetzt hat sie auch einen Platz, wo sie reinpaßt.

Viele liebe Grüße,

Claudia, Die Flinke



ladykan ...
... Erstellt am 13.07.2004 - 12:18

Hallo CrazyMage,

erst einmal von mir ein Herzlich Willkommen bei uns.

Ich habe da eine Seite gefunden, die auch die Heirat im Mittelalter anspricht.
http://www.lehnswesen.de/page/html_alltag.html (oder dort im Lexikon unter V wie Verlobung gucken)

Hier ist eine Hochzeitseinladung; den Text könnte man doch auch irgendwie verwenden:
http://www.dielegende.de/Mittelalterliche_Hochzeit.htm

Und hier noch einmal (sehr viel) Text rund ums Thema Verloben und Hochzeit:
http://home.arcor.de/glanlaender/hausde ... urdum7.htm

Alles in allem sehr interessant, aaaaaber: so wie wir es heute kennen, gab es die Verlobung im Mittelalter nicht.

Das soll dich aber nicht abhalten, deiner Freundin so einen romantischen Heiratsantrag auf einem Mittelaltermarkt zu machen *seufz*

Sicherlich kommen hier noch ein paar Tips zusammen, um dieses Ereignis perfekt zu gestallten.

Schöne Grüße
Eveline



Rigana ...
... Erstellt am 13.07.2004 - 16:30

Huhu Crazy Mage!

Erstmal wünsche ich dir eine superromantische Verlobung in Bückeburg oder Telgte

Bedenke, dass Verlobungen/Hochzeiten im Mittelalter nicht immer eine Entscheidung des Liebespaares waren, sondern auch des Einverständnis der Eltern bedurften.

Hmm... schottisch klingt toll... der Kilt ist zwar nicht mittelalterlich, aber Mann sieht stattlich darin aus
Wie wäre es mit einem Verlobungsring mit schottischer Motivik (Distel, o.ä.)? Und einer netten musikalischen Untermalung (nicht die ganze Saltatio Mortis Band, sondern eher ein romantisches Solo...). Wohl eher modern aber hübsch sind auch Blumen für die Dame.

Liebe Grüße,
Rigana



ladykan ...
... Erstellt am 14.07.2004 - 00:08

Rückmeldung nach endlosem Surfen ähm *reusper*

Verlobung - Liebe - Minne - da fiel mir Walther von der Vogelweide ein. Das Gedicht Erste Begegnung habe ich gefunden (mit Übersetzung )

http://www.uni-vechta.de/studium/studie ... gnung.html

Ist zwar überhaupt nicht schottisch - aber schöööön romantisch

Grüße
Eveline



CrazyMage
... Erstellt am 15.07.2004 - 16:59

Ein Riesiges Dankeschön schon mal vorab an alle hier!!! Hätt gar nicht gedacht, dass es hier so gut läuft! *wirklichTollesForum* Einige Sachen waren wirklich schon hilfreich.

Das mit dem Kilt weiß ich, dass er nicht mittelalterlich ist, aber meine Freundin hat sich doch soooo drauf gefreut mich im Kilt zu sehen und so ganz daneben ists ja auch nicht *fg*

Hab mir schon mal überlegt
1. Es gab damals keinen Ringe-tausch und meine Freundin will ohnehin zusammen mit mir die Ringe aussuchen - Also:
Früher wurde auch Erspartes geschankt, um etwas Geld für schlechte Zeiten zu haben! Nun will ich ihr evtl. ein Säckchen mit (je nach Kontofarbe, im Moment recht rot ) einem 10 (oder20/50)-Cent Stück für jeden Tag, den wir uns kennen, geben!

2. Sie liebt Rosen, wünscht sich aber am meisten einen selbstgepflückten Strauß! nun bin ich bei mir in der Gegend auf der Suche nach einem Rosenzüchter (oder wie man dass nennt) um mir beim Züchter Rosen selbst zu pflücken. Sollte ich so etwas nicht finden, werden die Rosen meiner Eltern im Garten herhalten müssen

Ja und dass Musikalische und den Auftritt an sich werd ich wohl direkt mit Saltatio absprechen, vielleicht haben die auch noch Ideen

Textmäßig werden ich versuchen einigermaßen Zeitgemäß zu sein - Also sprachlich und auch Inhaltlich: Haben uns im Sonderzug nach Berlin, bzw auf dem Weg vom Zug zu einer Demo in Berlin kennengelernt, werd also wohl von einer \"Sonderkutsche\" aus Metall und einer Kundgebung reden.
Und auch dass Bewusstsein für Zeit war anders, wie ich kürzlich (heute) gelesen hab: Man machte Zeitpunkte häufig an Geschehnissen, am häufigsten am Wetter fest. Also sind Monate einfach Monde und Tage könnten evtl \"Morgen\" sein. Mal schaun

Freu mich auch immer noch auf weitere Ideen und Hinweise!

ganz liebe Grüße an alle
Euer Crazy



ladykan ...
... Erstellt am 15.07.2004 - 20:34

Noch ein Tip, CrazyMage

mach deiner Süssen ein besonderes Geschenk und trag den Kilt richtig (mit nix unter )

Ich kann mir vorstellen, dass sie sich darüber auch freut



CrazyMage
... Erstellt am 16.07.2004 - 15:51

Dass ich den Kilt richtig trage steht ohnehin ausser Frage - Wenn er schon nicht Zeitlich passt, sollte er zumindest korrekt sitzen, also nur mit Omas Nachthemd drunter *lol* JaJa, da freut sie sich schon besonders drauf



telly
... Erstellt am 23.07.2004 - 10:41

So eine Verlobung will ich auch mal haben...

Wobei wenn ich ehrlich bin, hab ich bisher nur vom heidnischen "Handfasting" gehört... =) is glaub ich aus dem Wicca-Kult... kann das sein?



mithfenien
... Erstellt am 23.07.2004 - 12:14

Hi Telly,

Ja, das Handfasting Ritual kommt aus Wicca Kreisen, also amerikanischer 'New Paganism' sozusagen... wo das geschichtlich seine Wurzeln hat (und ob überhaupt...) weiß ich aber leider auch nicht...

Gruß, Mithfenien



Namida ...
... Erstellt am 27.07.2004 - 14:10

*ganz nasse Augen hab*
*auch soooo ne schöne Verlobung mag* *sniffschniff*

Eine kleine Idee zu den Einladungen, wie meine beste Freundin, die auf einer Burg heiratete sie hatte:

Pergamentfarbenes Papier, mit mittelalterlicher Schrift bedruckt; dann an den Rändern angebrannt (wisst ihr wie ich meine?) und dann zusammengerollt und mit Siegelwachs versiegelt. Dazu natürlich den entsprechenden, mittelalterlich angehauchten Wortlaut.
Wuuuunderschön (übrigens auch ihr Kleid; sie war im 7. monat schwanger)

viel viel viel Glück euch beiden!!!

Namida

neidblass

P.S.: was mir noch eingefallen ist zum Thema Ringe: was ich weiß war es (jedenfalls hier in Österreich) mal der Brauch den Verlobungsring nach der Hochzeit als Zusteckring zu tragen.



Mina ...
... Erstellt am 04.08.2004 - 16:16

... bin jetzt neugierig:
Wurde der Antrag denn jetzt angenommen? Und was hat die Glückliche gesagt?

*sehrgespanntichbin*

... oder hat der Antrag vielleicht noch gar nicht stattgefunden?

Mina



Gaby
... Erstellt am 04.08.2004 - 22:42

Hi Crazy,
ich bin auch gaaanz neugierig. Hast du deinen Antrag schon vorgetragen, was ist draus geworden, wie ist das Ganze denn abgelaufen??????
Ich weiß, das sind viele Fragen auf einmal, aber ich bin halt neugierig.
Würde mich sehr freuen,wenn du uns erzählst wie eure Verlobung war.

Liebe Grüße und viel Glück für eure gemeinsame Zukunft

Gaby



Becky ...
... Erstellt am 06.08.2004 - 13:48

Bin auch neidisch, will auch so einen Antrag kriegen in einem Turnier oder so *hach,schmacht Genau erzähl uns alles. Am besten nimmt das jemand auf und Du stellst es dann ins Netz, dann haben wir alle wenigstens was davon!! Ich wünsche euch alles Liebe und Gute für die Zukunft



Danda
... Erstellt am 30.08.2005 - 05:51

Bin mir nicht sicher ob die Frage an dieser Stelle ganz passend ist, aber weiß jemand was es im Mittelalter statt Ringen für Symbole gegeben hat, daß jemand schon vergeben ist? In einigen Regionen war es wohl früher üblich ein grünes Bändchen ums Handgelenk zu tragen, aber mittelalterlich ist das glaube ich nicht...



Giraut ...
... Erstellt am 30.08.2005 - 11:28

Das gesamte Konzept der Liebesehe mit Vereinheitlichung von Familie, Liebe und Sexualität ist nicht mittelalterlich sondern erscheint erst sehr spät, etwa ab Mitte des 18. Jahrhunderts und setzt sich erst ab etwa dem 20. Jahrhundert in breiten Kreisen durch.
Insofern sind auch sämtliche damit verbundenen Elemente neueren Ursprungs.



Faberaurifex ...
... Erstellt am 30.08.2005 - 17:57

Hallo aus Trier.

zur Frage "Verlobungsring-Hochzeitsring"

Seit der Römerzeit bis ins frühe 20. Jhdt. war es durchaus üblich, eine Verlobung/Hochzeit mit einem sogenannten Fede-Ring (2 ineinander greifende Hände)
zu bekräftigen.
Fundstücke aus dem gesamten Zeitraum liefern dafür den Beweis.

Ob die Ringe von beiden Partnern oder nur von der Frau getragen wurden, ist mir nicht bekannt.

Grüße
Faber Aurifex



Giraut ...
... Erstellt am 30.08.2005 - 20:03

Leider sind mir solche Fundstücke nicht bekannt. Magst du dazu vielleicht mal Genaueres erläutern?
Wäre interessant, das mal zu sehen und dabei dann auch zu erfahren, inwieweit diese Fundstücke als Ringe in genau dieser Verwendung beweisbare Nutzung fanden.
Im Netz finde ich jetzt nur Hinweise von Juwelieren - und denen traue ich nicht wirklich.
Lasse mich gern eines Besseren belehren.

Immer schön ruhig bleiben...



Faberaurifex ...
... Erstellt am 31.08.2005 - 09:38

Hallo.

Gerne gebe ich Dir Belege, die die Existenz und Bedeutung dieser Fede-Ringe beweisen.
Schau mal hier nach:
www.beyars.com/lexikon/lexikon_3135.html

Des weiteren gibt es diverse Fundstücke im British Museum London, z.B. silberner Ring mit ineinander greifenden Händen, 12. Jhdt, gefunden 1854 in Lark Hill, Worcester.

oder ein Ring, der die direkte Verbindung zwischen der Symbolik und der Bedeutung beweist:
goldener Ring mit Safir, 13. Jhdt., gefunden in Hatfield Forest, Essex.
Bei diesem Ring findet man ebenfalls 2 ineinander greifende Hände (Symbol der Liebe und des Vertrauens) plus lombardischer Inschrift:
IE.SUI.DE.DRUE.RIE S.SI.NE.ME.DO.NEI.MIE
d.h. ich bin ein Liebespfand, gib mich nicht weg

(Quelle: Der Ring im Wandel der Zeit, S. 60 Abb. 114 und S. 64 Abb. 125)

Grüße
Faber Aurifex



david
... Erstellt am 31.08.2005 - 11:00

Hallo,

innerhalb der Ausstellung "Europas Juden im Mittelalter" gab es mehrere solcher Ringe aus dem 13. u. 14. Jhd.
Sie werden dort auch als Verbindungsringe im ehelichen Sinn gedeutet.
Im begleitenden Katalog sind sie auch publiziert.

David


Faberaurifex ...
... Erstellt am 31.08.2005 - 17:06

@ david

Diese Ausstellung in Speyer und jetzt auch in Berlin muß ja super sein, hab ich gehört, viele zum Teil noch nicht veröffentliche Fundstücke neueren Datums.
Konnte leider nicht hin, aber der Ausstellungskatalog ist zu mir unterwegs.

Grüße
Faber Aurifex
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