Wann wurde wie- wo- was gefeiert?

Welche Sitten und Gebräuche pflegte man im Mittelalter? Ob christlich oder heidnisch - hier wird es diskutiert.

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Wann wurde wie- wo- was gefeiert?

Beitragvon Flinkhand » 26.12.2005, 20:51

Sabine
... Erstellt am 31.10.2004 - 14:18

Hallo Ihr alle,
was wißt Ihr über den kommenden Festtag (morgen), dem 1. November? Wie wurde der Tag vom Adel, den Bauern, im FrühMi bis SpäMi gefeiert? Welche Gebräuche gab es im Norden Süden Osten Westen. Gab es da Unterschiede?

Von meinen Altvorderen weiß ich, daß Rüben geschnitzt wurden, so ähnlich wie heute der Kürbis und man diese "Gesichter" auf einen Stecken nagelte und ein Licht reinstellte und im Dunkeln loszog, die Leute in den Häusern zu erschrecken, in dem die "Laternen" durch die Fenster ins Haus reinleuchteten.

Na los, was meint Ihr?

Liebe Grüße
Sabine


Zauberin ...
... Erstellt am 31.10.2004 - 14:39

Hallo Sabine!

Über den 1. November weiß ich leider nichts.

Aber heute, sprich am 31. Oktober wurde von den Germanen und Kelten "Samhain" gefeiert. Es war das höchste Fest im Jahr, mit dem der Jahresbeginn gefeiert wurde. An Samhain, so glaubte man, war der Weg von der Anderswelt in die unsrige am besten zu durchschreiten - wovon auch viele Geister Gebrauch gemacht haben sollen. Für diese Geister wurden Kerzen in die Fenster gestellt, in manchen Gegenden sogar auf die Gräber. Über das "Warum" kenne ich zwei Theorien: Entweder fürchteten sich die Menschen vor den Geistern der Toten und wollte sie mit den Kerzen auf Abstand halten. Oder aber, sie wollten den Geistern ihrer Ahnen den Weg in der Dunkelheit erleuchten. Ich finde letztere Möglichkeit irgendwie netter. Warum sollten Geister böse sein? Haben sie doch eigentlich gar keinen Grund zu...

In diesem Sinn, noch einen schönen Samhain-Sonntag.

Hexliche Grüße
Maike



Sabine
... Erstellt am 31.10.2004 - 15:45

stelle gleich Kerzen auf. Laternen hängen schon. Schöner Gedanke, bin heute nämlich, außer Tochter, alleine. Wird ja schon dunkel draußen (war es heute überhaupt schon hell....?)

Wie sah es denn im HoMi aus???

Festliche Grüße
Sabine



Rigana ...
... Erstellt am 01.11.2004 - 11:08

Meine Altvorderen - damit meine ich jetzt meine älteren Geschwister - haben auch Rübengesichter geschnitzt und auf Stecken gemacht. Allerdings nicht für den 1. November sondern zu St. Martin (11. November). Wahrscheinlich ist die Lichttradition hier in Mitteleuropa einfach datumstechnisch nach hinten gerutscht und wurde mit der Legende um den Hl. Martin verknüpft.
Da wir aber heut alle wieder von USA abhängig sind, stehen jetzt schon überall beleuchtete Kürbisse rum *kopfschüttel* und an St. Martin denkt keiner daran, dass es sich evtl. um denselben Brauch handelt.
Allerdings werden an Allerheiligen auch die Friedhöfe besucht, Gräber geschmückt und der Toten gedacht, indem man die Grablichtchen anmacht.

Alles Gute und einen schönen Feiertag/1.November,
Rigana



cecilie ...
... Erstellt am 14.11.2004 - 23:00

Hallo Sabine,

von Samhaim habe ich auch schon gehört, daß mit den Lichtern sollte dafür sorgen, daß die Geister der Toten Ihren Weg finden und nicht über den Winter herumspuken. Allerdings weiß ich nicht genau, ob das auch so stimmt.

Alle hohen Feste hatten ausserdem irgendwie mit Feuer zu tun. Ob das mit dem Datum noch stimmt weiß ich auch nicht, eigentlich waren diese Feste immer an den Sonnenwendtagen. Ob das auf Samheim auch zutraf kann ich nicht sagen.

Insgesamt haben vermutlich alle hohen Christlichen Feiertage ihren Ursprung irgendwie in den alten Heidnischen Bräuchen, so frei nach dem Motto, was ich nicht ausrotten kann, mache ich mir zu eigen. Es wird ein bisschen was verändert und verlegt damit es nicht so auffällt.

Wäre aber wirklich interessant zu wissen, wie das mit Samheim so war. In Schottland und Irland ist man da ja noch was näher dran.

Alles liebe

Cecilie von Pentilingin



Zwergenmamma ...
... Erstellt am 27.05.2005 - 00:09

Hallo,

ich hab mir zu Samhain mal diese Seite abgespeichert, und finde die sehr interssant:

Samhain

Doris mit den Zwergen



Schoferin ...
... Erstellt am 07.07.2005 - 11:01

Im Karfünkel war über mehrere Hefte ein Aufsatz über kirchliche Feste im Mittelalter drin, muss mal die Heftsnummern raussuchen. Da ist eine Menge brauchbarer Info drin, allerdings kann man sich das unmöglich alles merken. (irgendwelche Nummern ab 50 glaube ich).
Wer die Heftnummern braucht, einfach per PM.

Mögest du interessante Zeiten erleben!



Alrune ...
... Erstellt am 09.07.2005 - 22:37

Hallo,

Karfunkel, Fest, da war doch noch was...
Richtig, in einem Jahr gab es auch eine Vorstellung der vier keltischen "Hauptfeste". Wenn es jemanden interessiert, suche ich gerne die Heftnummern raus...

Gruß Carmen



Adele ...
... Erstellt am 17.07.2005 - 10:10

Vicky Gabriel beschreibt in ihrem Buch "Wege zu den alten Göttern", wie man die Daten der Jahreskreisfeste nach dem Voll- bzw. Neumond berechnet. Gilt natürlich nicht für die Sonnenwendfeste *g*. Ich kann ihre Beobachtungen diesbezüglich nur bestätigen... wie ich überhaupt der Meinung bin, dass es das beste Buch zum Thema Naturreligion überhaupt ist.

Adele vom Werder



Alvara ...
... Erstellt am 11.10.2005 - 20:42

Samhain ist bald - und es wird tatsächlich am Neumond gefeiert. Die Kelten hatten einen Mondalender, in dem die Mondmonate zählten. Das macht man bei uns nur noch in der Schwangerschaft *g* - man sagt 9 Monate schwanger...aber es sind 10 Mondmonate.
Egal - das gehört hier nicht hin.
Also, der Mondkalender richtet sich nach dem Stand des Vollmondes. Ich geh jetzt nicht darauf ein, wie genau ein Mondjahr berechnet wird - aber die Feste ändern eben ihre Daten entsprechend. Dieses Jahr ist Samhain genau am 2. November (Neumond).
In den Jahren der Christianisierung ging man dazu über, für manche Feste Fixdaten einzuführen.Deshalb feiert man Samhain am 1. November, später wurde daraus Allerheiligen..
Die Christliche Kirche hat diese Feste häufig adaptiert und in den Glauben integriert - Ostara wurde Ostern, Samhain zu Allerheiligen etc.

Vicky Gabriel liest sich klasse, kann ich nur bestätigen!



Giraut ...
... Erstellt am 11.10.2005 - 21:42

Was die Esoterikerin V. Gabriel schreibt, hat allerdings weniger mit religionsgeschichtlichen Erkenntnissen oder gesicherten Fakten zu tun sondern ist dem Bereich der fantasievollen New-Age-Literatur zuzuordnen.
Wer Fachliteratur zur keltischen Religion bzw allgemeiner zu naturreligiösen Themen sucht, ist sicherlich besser in den Fachbibliotheken der religionsgeschichtlichen, religionswissenschaftlichen und völkerkundlichen Fakultäten bzw den entsprechenden Sparten der UB aufgehoben.
Für spezielle Fragen gibt es die keltologischen und weiteren Spezialdisziplinen.
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